Empfang von umstrittenem MMA-Kämpfer im Weißen Haus: Irlands Regierung distanziert sich von McGregor
Trump empfängt den umstrittenen MMA-Kämpfer McGregor. Die beiden teilen eine Gemeinsamkeit. Der irischen Regierung gefällt der Auftritt gar nicht.
Dublin/Washington, D. C. – Am Montag (17. März) wurde weltweit der irische Nationalfeiertag St. Patrick’s Day gefeiert. Auch in Washington, wo US-Präsident Donald Trump einen Gast im Weißen Haus empfing: den umstrittenen irischen Kampfsportler Conor McGregor. Der Besuch löste vor allem in Irland Entsetzen aus. Denn dem Mixed-Martial-Arts-Kämpfer wird Vergewaltigung vorgeworfen. Die irische Regierung distanzierte sich von McGregor.
Trump empfängt umstrittenen MMA-Kämpfer McGregor zum St. Patrick‘s Day im Weißen Haus
Dass Trump ein von Fan des Sports Mixed Martial Arts (MMA) ist, zeigte er bereits in der Vergangenheit. Kurz nach der Präsidentschaftswahl 2024 besuchte er zusammen mit Tech-Milliardär Elon Musk und dem Gesundheitsminister Robert F. Kennedy eine MMA-Veranstaltung im Madison Square Garden. Doch mit seinem Gast am St. Patrick‘s Day setzte der Kampfsport-Fan Trump auch ein Zeichen.

McGregor traf neben Trump auch auf seinen Nationalen Sicherheitsberater Mike Waltz und sprach vor Reportern im Presseraum der Regierungszentrale. Bei seinem Besuch in Washington kritisierte McGregor die irische Regierung für deren Migrationspolitik. Irland stehe an der Schwelle, womöglich „sein Irischsein“ zu verlieren, sagte er. Der MMA-Kämpfer gilt als großer, wenn auch alternder Star der Szene. Sein jüngster Kampf liegt schon etwas zurück. Trump und McGregor verbindet jedoch nicht nur die Liebe zum Kampfsport.
Trumps und McGregors Gemeinsamkeit: Vergewaltigungs-Vorwurf und sexueller Missbrauch
Im vergangenen Jahr hatte ein Gericht in Dublin in einem Zivilprozess entschieden, dass McGregor rund 250.000 Euro Schadenersatz an eine Frau zahlen muss, die ihm Vergewaltigung vorwirft. Die Klägerin beschuldigte McGregor, sie im Dezember 2018 in einem Hotelzimmer vergewaltigt und misshandelt zu haben. McGregor sagte damals aus, der Sex sei einvernehmlich gewesen und kündigte an, in Berufung zu gehen.
Auch Trump war vor seinem Wiedereinzug ins Weiße Haus in einem Zivilprozess wegen sexuellen Missbrauchs zu einer Schadenersatzzahlung verurteilt worden. Eine New Yorker Geschworenenjury sah es als erwiesen an, dass Trump die US-Autorin E. Jean Carroll 1996 in einem New Yorker Nobelkaufhaus angegriffen, sexuell missbraucht und später verleumdet hatte. Trump stritt die Vorwürfe ebenfalls ab und reichte einen Berufungsantrag ein.
Trump-Treffen mit MMA-Kämpfer McGregor – Irland distanziert sich vom Besuch
Der Besuch von McGregor im Weißen Haus blieb von der irischen Regierung nicht unkommentiert. Der irische Regierungschef Micheál Martin, der im Zuge der Feierlichkeiten bereits vergangene Woche von Trump empfangen wurde, entgegnete auf X, dass McGregors Bemerkungen zur Migrationspolitik falsch seien. Sie entsprächen nicht dem Geist des St. Patrick‘s Day, an dem es weltweit um Gemeinschaft, Menschlichkeit, Freundschaft gehe.
Der St. Patrick‘s Day ist ein Feiertag zu Ehren des irischen Schutzpatrons Sankt Patrick. Irische Auswanderer brachten die Feiern zu Ehren ihres Nationalheiligen in die USA. Auch der Vizeregierungschef Simon Harris distanzierte sich von den Aussagen des MMA-Kämpfers. „Präsident Trump kann zu sich nach Hause einladen, wen er will, und er hat das Recht zu tun, was er möchte, wenn er jemanden ins Weiße Haus einlädt“, so Harris. „Aber lassen Sie es mich deutlich sagen: Conor McGregor ist nicht in den USA, um Irland oder das irische Volk zu repräsentieren.“ (vk/dpa)