Umfrage zeigt deutlichen Gegenwind: Mehrheit sieht Merz’ Vorgehen bei Personal kritisch
Die Neubesetzungen des Kanzlers haben zu Unmut in der CDU geführt. Eine neue Umfrage zeigt nun, wie die Deutschen reagieren.
Das Urteil der Deutschen zur Personalrochade von Friedrich Merz fällt verhalten aus. Eine neue Umfrage verrät jedenfalls ziemlich viel Skepsis: Nicht weniger als 57 Prozent finden laut dem ZDF-Politbarometer, dass der Kanzler seine Sache bei der Neubesetzung von Spitzenämtern in der Bundesregierung eher schlecht gemacht hat, nur rund ein Fünftel (21 Prozent) urteilt positiv.

Und noch ein zweites Urteil fällt negativ aus: Dass die Arbeit von Schwarz-Rot durch die Veränderungen eher besser wird, glauben gerade einmal 17 Prozent der Befragten. Eine Mehrheit von 61 Prozent erwartet dagegen keine großen Auswirkungen, 13 Prozent gehen sogar von einer Verschlechterung aus. An einer Stelle erhält Merz dann aber doch Zustimmung: Grundsätzlich stoßen die vom Kanzler durchgesetzten Wechsel auf Zustimmung. 55 Prozent der Befragten halten es für gut, dass einige Spitzenämter neu besetzt wurden. Nur 31 Prozent finden das schlecht.
Mehrheit sieht das Vorgehen von Merz bei Personalwechsel laut Umfrage eher kritisch
Damit hören die positiven Nachrichten für Merz aber auch schon wieder auf. Generell bleibt die Unzufriedenheit mit der Arbeit von Regierung und Kanzler der Umfrage zufolge weiter unverändert hoch: 68 Prozent der Befragten meinen, dass die schwarz-rote Koalition ihre Arbeit eher schlecht macht (eher gut: 28 Prozent). Gar 70 Prozent bezeichnen die Leistungen von Merz als Kanzler als eher schlecht (eher gut: 26 Prozent).
Dass sie ihre Arbeit eher gut macht, sagten nur 28 Prozent. Mit 70 Prozent bezeichnen ähnlich viele die Leistungen von Kanzler Merz als eher schlecht (eher gut: 26 Prozent). Mehrheitlich Unterstützung für ihre Arbeit erhalten die Regierung und der Kanzler jeweils nur aus den Reihen der Unionsanhänger.
AfD baut Vorsprung in der aktuellen ZDF-Umfrage vor der Union aus
In der Sonntagsfrage gab es kaum Veränderungen zum letzten Politbarometer. Die AfD konnte ihren Vorsprung auf die Union allerdings leicht ausbauen. Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, käme sie auf 28 Prozent. Das ist ein Punkt mehr als beim Politbarometer von Mitte Juli. Dahinter liegen CDU und CSU unverändert bei 23 Prozent.
Dahinter folgen die Grünen (13 Prozent), die SPD (12 Prozent) sowie Die Linke (12 Prozent). Die FDP bekäme unverändert 4 Prozent. Alle anderen Parteien kämen zusammen auf 8 Prozent, darunter keine Partei, die mindestens 3 Prozent erreichen würde. Die aktuelle schwarz-rote Koalition hätte damit keine Mehrheit.
| AfD | 28 % |
|---|---|
| CDU/CSU | 23 % |
| Grüne | 13 % |
| SPD | 12 % |
| Linke | 12 % |
| FDP | 4 % |
| Sonstige | 8 % |
Hinweis zur Umfrage
Institut: Forschungsgruppe Wahlen. Auftraggeber: ZDF. Erhebungszeitraum: 28. bis 30. Juli 2026. Fallzahl: 1405 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: zwei bis drei Prozentpunkte. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland.
Umfragen sind keine Prognosen
Umfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen für den Wahlausgang. Zudem ist stets ein statistischer Fehler von bis zu drei Prozentpunkten zu beachten. (Quellen: Forschungsgruppe Wahlen, ZDF) (cs)