Mysterium um Trumps „menschlichen Drucker“ namens Natalie Harp gelöst

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Von: Michael Kister

Donald Trump und Natalie Harp
Natalie Harp spricht am 24. August 2020 auf der Republican National Convention darüber, dass sie es Donald Trump verdankt, ihren Krebs besiegt zu haben. © Newscom World/ZUMA Wire/IMAGO (Montage)

Natalie Harp sagt, sie verdanke Trump ihre Heilung vom Knochenkrebs. Jetzt ist sie seine Assistentin und trägt ihm stets einen Drucker hinterher.

New York – Die 32-jährige Natalie Harp gehört zum engsten Kreis um Donald Trump. In seinem Wahlkampfteam ist der Spitzname „menschlicher Drucker“ an ihr kleben geblieben, denn sie ist es, die dem Ex-Präsidenten die unzähligen Blätter ausdruckt, mit denen er so gerne herumfuchtelt. Zu diesem Zweck trägt sie Trump einen portablen Drucker samt Papier und Ersatzbatterien hinterher. Ebenso wenig fehlen darf Harp, wenn Trump auf dem Golfplatz seinem Lieblingshobby nachgeht. Sie folgt ihm dann in einem eigenen Golfcart, das mit Laptop und Drucker ausgestattet ist.

Das bedeutet auch, dass sie bis zu einem gewissen Grad kontrollieren kann, was Trump zu Gesicht bekommt – und deswegen sehr wichtig ist. „Wenn du möchtest, dass der Präsident etwas sieht, ist Natalie der beste Weg“, äußerte eine anonyme Quelle, die so bereits Informationen an Trump weiterleitete, gegenüber dem US-Nachrichtenportal The Bulwark.

Assistentin Natalie Harp: „Menschlicher Drucker“ und Tor zu Trumps Ohr

Doch wer ist diese junge Frau? Ihr Aufstieg verlief recht steil, aber unkonventionell. Sie stammt aus Kalifornien und wuchs in einer christlich-konservativen Familie auf. 2015 wurde Harp mit einer seltenen Form von Knochenkrebs diagnostiziert. Sie sagte mehrfach öffentlich, dass sie es Trump verdanke, nun mit der Krankheit leben zu können. Sein „Right to Try“-Gesetz von 2018, das es erleichtert, unheilbar Kranken experimentelle Behandlungsmöglichkeiten zuteilwerden zu lassen, habe sie vor dem Stadium-II-Krebs gerettet, so Harp. Zuvor seien zwei Chemotherapien gescheitert.

Wie die Washington Post berichtet, bezweifeln Gesundheitsexperten allerdings, dass Trumps Gesetz einen Einfluss auf ihre Behandlung gehabt habe. Harp selbst sagte, sie sei mit einem Immuntherapie-Medikament behandelt worden, das zwar von der staatlichen US-Food and Drug Agency zugelassen war, aber nicht für diese konkrete Nutzung. Das, so die Washington Post, sei auch schon vor dem „Right to Try“-Gesetz möglich gewesen.

Harp im US-Wahlkampf: Trump rettete sie angeblich vor Stadium-II-Knochenkrebs

Nichtsdestotrotz redete sie im Wahljahr 2020 auf dem Republican National Congress, sprach Trump ihre Dankbarkeit aus und den Demokraten ihre Verachtung: „Die Demokraten lieben es, darüber zu reden, dass medizinische Versorgung ein Menschenrecht ist. Aber ein Recht auf was?“, so Harp. „Das sage ich euch. Für sie ist es ein Recht auf Marihuana und Opioide und das Recht darauf, mit ‚Würde‘ zu sterben – ein politisch korrekter Weg, um im besten Fall zu sagen, ‚gib auf‘ und im schlechtesten Fall Beihilfe zum Selbstmord.“

In der Folge unterstützte Harp Trumps erfolglose Wahlkampagne. Danach heuerte sie beim rechtsextremen Nachrichtensender One America News Network (OANN) als Moderatorin an, der seit der Wahl Trumps Lieblingsprogramm ist. Der Grund: Der rechtskonservative Sender Fox News und bisheriger Favorit des Ex-Präsidenten war bei ihm in Ungnade gefallen, weil er die Wahlergebnisse von 2020 verbreitet hatte, nicht aber Trumps Lüge von der gestohlenen Wahl.

War Harp für das „Vereinigtes Reich“-Video von Trump verantwortlich?

Mit der aktuellen Präsidentschaftskandidatur von Trump begann auch Harp sich wieder an seiner Seite zu engagieren und hängte den Moderatoren-Job an den Nagel. Gerade weil Harp nun ständig näher denn je am Ex-Präsidenten ist, könnte sie jedoch für seinen jüngsten Fauxpas verantwortlich sein. Trumps Truth-Social-Account repostete ein Video, das die Zukunft nach seinem hypothetischen Sieg bei der kommenden US-Wahl skizziert und auf ein „vereinigtes Reich“ Bezug nimmt. Es stieß auf viel Kritik und wurde schließlich wieder gelöscht.

Die offizielle Erklärung einer Trump-Sprecherin lautete, eine unbenannte „Nachwuchskraft“ habe den Clip gepostet, während der Ex-Präsident wegen seines Schweigegeld-Prozesses in einem New Yorker Gerichtssaal gesessen habe. The Bulwark schreibt unter Berufung auf anonyme Quellen jetzt, dass es sich dabei um Harp gehandelt habe, die zu den wenigen gehöre, die Zugriff auf den persönlichen Truth-Social-Account des Ex-Präsidenten hätten.

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