Vorsprung in der „K-Frage“? Söder erweitert Abstand zu Merz

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Von: Victoria Krumbeck

Die Union plant, im Herbst einen Kanzlerkandidaten zu benennen. Eine Umfrage zeigt, wie Markus Söder vor Friedrich Merz deutlich führt.

Berlin/München – Die Landtagswahlen im Osten sind für die Union wichtig. Zum einen liegt die AfD in den Umfragen vorne, was alle Parteien unter Druck setzt. Zum anderen will die Union nach den Wahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg eine Entscheidung in der K-Frage treffen.

CSU-Chef Markus Söder und der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz ringen um die Kanzlerkandidatur. In Umfragen baut Söder seine Führung aus.

Union vor der Kanzler-Frage: Söder baut Führung vor Merz aus

Laut dem ARD-Deutschlandtrend erhält Söder immer mehr Zuspruch aus der Bevölkerung. Nach der jüngsten Umfrage von Infratest dimap wäre der bayerische Ministerpräsident aus Sicht von 38 Prozent der Befragten ein guter Kanzlerkandidat. Das sind vier Prozentpunkte mehr als Ende Mai. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst kommt auf 36 Prozent (plus 2), der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz landet mit 27 Prozent (plus 1) auf Platz drei. Dass Merz hinter den beiden anderen Kandidaten liegt, ist nicht neu für ihn.

Die K-Frage der Union wird sich vermutlich zwischen CSU-Chef Markus Söder und CDU-Chef Friedrich Merz entscheiden.
Die K-Frage der Union wird sich vermutlich zwischen CSU-Chef Markus Söder und CDU-Chef Friedrich Merz entscheiden. © Kay Nietfeld/dpa

Im Urteil der Unionsanhänger liegt Söder mit 59 Prozent sogar noch deutlicher vor Merz und Wüst (je 47 Prozent). Die nächste Bundestagswahl soll planmäßig am 28. September 2025 stattfinden. Merz und Söder haben vereinbart, die Entscheidung über die Kanzlerkandidatur gemeinsam im Herbst zu treffen. Der CDU-Vorsitzende, zugleich Oppositionsführer im Bundestag, gilt – auch aus Sicht von Söder – als klarer Favorit. 

Mögliche Kanzlerkandidatur von Söder „ein Problem“ – Merz liegt in Umfragen hinten

Söder hatte Anfang Juli Welt-TV auf die Frage, unter welchen Umständen er Kanzlerkandidat werden könnte, gesagt: „Wenn es sein müsste und man gezwungen wird, dann müsste man sich das überlegen.“ Auf nochmalige Nachfrage, welche Umstände eintreten könnten, die ihn zwingen würden, nannte Söder dann die Voraussetzung: „Dass Friedrich Merz mich bittet. Dann hätte ich ein Problem.“

Umfragen zur Bundestagswahl: Union aus CDU/CSU stärkste Kraft – Grüne schlechtestes Ergebnis seit 2018

Wäre am kommenden Sonntag Bundestagswahl, würde die Union klar stärkste Kraft werden. Laut Infratest dimap kommen CDU und CSU derzeit auf 32 Prozent, das ist ein Prozentpunkt mehr als Anfang Juli. Die AfD erreicht 16 Prozent (minus eins), die SPD um Bundeskanzler Olaf Scholz 15 Prozent (plus eins).

ParteiUmfragewert in Prozent
Union32
AfD16
SPD15
Grüne12
BSW9
FDP5
Sonstige11

Die Grünen büßen einen Prozentpunkt ein und landen aktuell bei 12 Prozent. Das ist ihr schwächster Wert im Deutschlandtrend seit April 2018. Das Bündnis Sahra Wagenknecht kommt auf neun Prozent (plus eins), die FDP muss mit fünf Prozent Zustimmung um den Wiedereinzug in den Bundestag zittern. Auf alle anderen Parteien entfallen derzeit insgesamt elf Prozent (minus eins) – darunter die Linke. 

Befragt wurden 1311 Wahlberechtigte im Zeitraum vom 5. bis 7. August. Die Schwankungsbreite beträgt zwei bis drei Prozentpunkte. Sollten die Ampel-Parteien im Osten eine Niederlage einbüßen, fordert die Union Neuwahlen. (vk/dpa)

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