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Gerichtsprozess: Mann fährt auf A44 ungebremst in Stau – Urteil gesprochen

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Das Land- und Amtsgericht Paderborn.
Für den Tod von vier Menschen auf der A 44 bei Paderborn muss sich ein Mann vor dem Landgericht Paderborn verantworten (Symbolbild). © David Inderlied/dpa

Ein Lkw-Fahrer war auf der A44 ungebremst in ein Stauende gefahren, vier Menschen kamen dabei ums Leben. Nun ist der Fahrer vor dem Landgericht Paderborn verurteilt worden.

Paderborn – Für den Tod von vier Menschen auf der Autobahn 44 bei Paderborn musste sich am Donnerstag (11.45 Uhr) ein Lastwagenfahrer aus Rumänien verantworten. Angeklagt vor dem Landgericht Paderborn war der 34-Jährige wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung. Nun kam das Urteil: Der 34-Jährige, der mit einer Geschwindigkeit von 87 km/h ungebremst auf ein Stauende auffuhr, wurde zu einer einjährigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt.

Er habe noch gesehen, dass es sich auf der linken Spur gestaut habe, dann habe es auch schon gekracht, gab der Angeklagte am Donnerstag vor dem Amtsgericht an. An das Unfallgeschehen habe er keine Erinnerungen. Er wünsche, er könne den Unfall rückgängig machen, heißt es in einer Mitteilung der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Unfall auf der A44: Mann fährt ungebremst in Stauende bei Paderborn

Bei dem Aufprall wurde ein Kleinbus mit fünf Insassen mit derartiger Wucht auf den davor stehenden Sattelzug gedrückt, dass die Ersthelfer das Wrack im ersten Moment nicht bemerkt hatten. Vier Menschen im Alter zwischen 27 und 48 Jahren, darunter drei Frauen, starben, ein Mann überlebte. Ein weiterer Lastwagenfahrer wurde schwer verletzt. Insgesamt waren acht bereits im Stau stehende Fahrzeuge betroffen.

Nach der Verhandlung gegen den reumütigen und offenkundig traumatisierten Lastwagenfahrer hielten sowohl Staatsanwalt als auch auch Verteidigung die einjährige Haftstrafe auf Bewährung für angemessen. Dem folgte die Richterin. Eine Unachtsamkeit habe viele Opfer gefordert, sagte sie. Der Angeklagte sei vom Geschehen „arg gestraft“. So war er selbst verletzt worden, hat seinen Job verloren und leidet bis heute unter Alpträumen. Außerdem wurde ihm zu Gute gehalten, dass er sich dem Prozess trotz nicht fristgerechter Ladung gestellt habe: Diese war ihm in seinem Heimatland Rumänien erst vor zwei Tagen zugestellt worden. (jaw/dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Hinweis: Dieser Text wurde am 26. August um 16:38 inhaltlich aktualisiert. Neuerung: Urteil gegen Lastwagenfahrer gesprochen, weitere Details zum Prozess.

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