1. 24RHEIN
  2. Rheinland & NRW

Messerattacke in Regionalbahn – wohl kein islamistisches Motiv

Erstellt:

Von: Mick Oberbusch

Rettungskräfte und Polizei stehen auf einem Gleis vor einem Zug des RE4 in Herzogenrath bei Aachen.
Nach einer Messerattacke in einer Regionalbahn bei Aachen wird ein islamistischer Hintergrund geprüft. © Ralf Roeger/dpa

In einem Zug des RE4 bei Aachen hat ein Mann am Freitag fünf Menschen mit einem Messer verletzt. Ein möglicher islamistischer Hintergrund hat sich bislang nicht bestätigt.

Update, 18:46 Uhr: Nach dem Messerangriff im RE4 bei Aachen haben die Ermittler bislang keine Anzeichen auf ein islamistisches Motiv gefunden. „Für ein islamistisches Motiv der Tat haben wir bislang nichts Belastbares“, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Aachen am Freitagabend der Deutschen Presse-Agentur. Dafür soll es Anhaltspunkte geben, die die Schuldfähigkeit des verdächtigen 31-Jährigen infrage stellen. Diese werde nun geprüft und wegen eines versuchten Tötungsdelikts ermittelt. Spätestens bis Samstag soll sich entscheiden, ob gegen den Mann Haftbefehl oder die Unterbringung in einer Psychiatrie beantragt wird.

Der Verdächtige ist ein 31 Jahre alter Mann, der im Irak geboren wurde. Seine Staatsangehörigkeit ist den Ermittlern zufolge aktuell noch unklar. Er war 2017 als „Prüffall Islamismus“ eingestuft worden, nachdem es einen Hinweis aus dem Flüchtlingsheim gegeben hatte, in dem er untergebracht war. Bei dem Vorfall in Herzogenrath wurden fünf Menschen und der Angreifer selbst verletzt.

Messerattacke in Regionalbahn – islamistischer Hintergrund?

Erstmeldung vom 13. Mai, 17:12 Uhr: Aachen/Herzogenrath – Es sind verstörende Szenen, die sich am Morgen des 13. Mai 2022 in einem RE4 bei Herzogenrath (nahe Aachen) ereignen. Ein 31-jähriger Fahrgast steht plötzlich auf und sticht mit einem Messer wahllos auf Mitreisende ein, fünf Personen und der Angreifer selbst werden verletzt, Lebensgefahr besteht glücklicherweise jedoch bei niemandem. Dennoch müssen drei Personen in umliegenden Krankenhäusern medizinisch versorgt werden. Die Bahnstrecke bei Herzogenrath ist laut Angaben der Polizei Köln und infolge des Vorfalls im Zug derzeit gesperrt.

Messerattacke in Zug bei Aachen – Islamismus-Vorfall? Reul geht von „Amok-Tat“ aus

Nun ist bekannt geworden, dass es sich bei dem Täter keinesfalls um einen Unbekannten handelt – und ein islamistisches Motiv für die Tat von den Ermittlern geprüft wird. „Nach allem, was wir bisher wissen, müssen wir bei dieser Tat von einer Amoktat ausgehen“, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul am Freitagnachmittag. Es handele sich um „eine grausame Tat, die in einem Akt enormen Mutes gestoppt werden konnte“. Einem 60 Jahre alten Bundespolizisten, der sich zufällig im Zug befand, sei es mithilfe zweier weitere Passagiere gelungen, den Angreifer zu überwältigen.

RE4 auf der Strecke Aachen – Dortmund

Der RE4 von National Express bedient die Strecke Aachen – MönchengladbachNeussDüsseldorfWuppertalHagenDortmund.

Nach Messerattacke in Regionalbahn: Täter fiel bereits 2017 als „Prüffall Islamismus“ auf

In der Bahn hätten sich zum Tatzeitpunkt etwa 270 Fahrgäste befunden. Wie die Behörden weiter erklärten, sei der Täter bereits 2017 als sogenannter Prüffall Islamismus aufgelaufen, sagte Reul. Der Mann habe damals in einem Flüchtlingsheim gelebt und sich stark verändert, sodass das Heim dann die Behörden informiert habe. Seitdem habe es nach derzeitigem Stand keine Auffälligkeiten mehr gegeben. Allerdings habe der Mann verschiedene Namen benutzt. Nun gelte es zu ermitteln, ob es wirklich ein islamistisches Motiv für die aktuelle Tat gegeben habe. (dpa/mo) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Auch interessant