Impfungen in NRW

Affenpocken: Wer die Impfung jetzt bekommt – alle Infos im Überblick

Affenpocken
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Affenpocken treten auch in NRW immer häufiger auf. Einige Personen können sich bereits impfen lassen.
  • VonKatharina Birkenbeul
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Das Impfangebot in NRW gegen das Affenpockenvirus wird ausgedehnt. Doch nicht jeder kann sich impfen lassen. Was man jetzt wissen muss.

Köln – Das Affenpockenvirus breitet sich seit Mai 2022 auch in Deutschland und Nordrhein-Westfalen aus. Mehr als 1100 Fälle sind seitdem aus allen 16 Bundesländern bekannt geworden. Eine Gefährdung für die Gesundheit der breiten Bevölkerung sieht das Robert-Koch-Institut derzeit nicht. Dennoch könnte eine Impfung in einigen Personengruppen sinnvoll sein.

Impfung gegen Affenpocken: Wo gibt es sie bereits?

Bisher waren Impfungen gegen Affenpocken nur vereinzelt an Universitätskliniken in NRW möglich: Aachen, Bochum, Bonn, Düsseldorf, Essen, Münster und Köln. Vorbehalten sind die Impfungen an den ausgewählten Unikliniken für Menschen, die bereits Kontakt zu Affenpocken-Infizierten hatten. Rund 7.300 Impfdosen hatte das Land bisher erhalten. Nun soll das Angebot ab Mitte Juli auf Infektionsambulanzen aller Unikliniken und einige Schwerpunktpraxen ausgebreitet werden. Auf 200.000 Dosen wartet das Gesundheitsministerium derzeit.

Affenpocken: Wer kann sich impfen lassen?

Eine Impfung gegen Affenpocken wird derzeit nur bestimmten Gruppen ab 18 Jahren empfohlen. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Personen, die ein hohes Risiko haben, sich mit dem Virus anzustecken. Das Land NRW spricht dabei von Menschen, die in engem Kontakt mit einer Person standen, die nachweislich mit dem Affenpockenvirus infiziert war. Diejenigen werden durch das Gesundheitsamt informiert. Die Entscheidung für eine Impfung liegt laut Land NRW allerdings auch dann im Ermessen des impfenden Arztes. Die Impfungen sind für die gefährdeten Bürger kostenlos.

  • vorsorglich bei nachgewiesenem engen Kontakt zu Personen, die bereits mit dem Affenpockenvirus infiziert sind (sogenannte exponierte Personen)
  • Männer mit einer hohen Anzahl an gleichgeschlechtlichen sexuellen Kontakten
  • Personen, die in einem Speziallabor tätig sind und dort in Kontakt mit dem infektiösen Virus kommen können

Affenpocken sind eine Viruskrankheit: Orthopoxvirus simiae (MPXV). Sie wird vermutlich vor allem von Nagetieren auf den Menschen übertragen werden. Auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist möglich, besonders bei engem Körperkontakt wie bei sexuellen Aktivitäten, aber auch durch Kleidung, Bettwäsche oder Geschirr. Affenpockenviren sind besonders in West- und Zentralafrika verbreitet. Bis zum Frühjahr 2022 wurden außerhalb des afrikanischen Kontinents nur einzelne Fälle nachgewiesen. Seit Mai 2022 hat sich das geändert: Auch in Deutschland wurden zahlreiche Fälle nachgewiesen. Die Inkubationszeit beträgt 5 bis 21 Tage. Infizierte sind ansteckend, solange sie Symptome haben, in der Regel zwei bis vier Wochen.

Symptome: schmerzhafte Hautveränderungen/Ausschlag (vom Fleck bis zu Pusteln) auf Gesicht, Handflächen und Fußsohlen); Fieber; Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen; geschwollene Lymphknoten; FröstelnAbgeschlagenheit

Affenpockenvirus: Der Impfstoff

Geimpft wird in Deutschland mit dem Lebendimpfstoff JYNNEOS/Imvanex. Dieser ist von der Europäischen Arzneimittelagentur EMA bereits seit 2013 als Schutz gegen Pocken zugelassen. Er soll auch gegen eine Infektion von Affenpocken schützen. Für die Grundimmunisierung sind zwei Impfungen im Abstand von mindestens 28 Tagen notwendig. Wer bereits schonmal gegen Pocken geimpft wurde, benötigt nur eine Dosis. Der Impfschutz besteht rund zwei Wochen nach der zweiten Impfung. (kab) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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