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Hier wurde der Kult-Discounter geboren: Aldi schließt die allererste Filiale

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Von: Benjamin Stroka

Aldi-Mitarbeiter hinter der Eingangstür einer Filiale in Essen.

Die älteste Aldi-Filiale in Deutschland schließt ihre Türen. © Roland Weihrauch/dpa

Aldi hat seine Ur-Filiale in Essen geschlossen. Erstmals seit 101 Jahren werden im Geburtshaus der Aldi-Gründer keine Lebensmittel mehr verkauft.

Essen – Manche Essener kauften ihr ganzes Leben ihre Lebensmittel genau an diesem Ort. Doch jetzt bleiben die Türen für immer zu. Nach 101 Jahren Lebensmittelhandel schloss Aldi am Samstag seine allererste Filiale im Essener Stammhaus und Geburtshaus der Aldi-Gründer Karl Albrecht und Theo Albrecht.

Aldi: Das Stammhaus in Essen soll im Besitz des Unternehmens bleiben

Das seit einiger Zeit viel zu kleine Geschäft in der Huestraße 89 in Essen schloss Samstag gegen 16.00 Uhr für immer seine Tore. Eine Tradition bleibt aber bestehen: Aldi will im Essener Stadtteil Schonnebeck bleiben und bereits am 10. Dezember in unmittelbarer Nähe eine neue, moderne und mehr als doppelt so große Aldi-Filiale öffnen. Man wolle dort mit Bildern und Texten auf die große Geschichte der Ur-Filiale hinweisen.

Auf den neuen Markt werde auch die interne Bezeichnung „Verkaufsstelle 1“ übertragen. Laut einem Aldi-Sprecher bleibe das Stammhaus aber im Besitz der Unternehmensgruppe. Die Gewerberäume sollen neue Nutzer bekommen.

Aldi: Die Geburtsstunde des Discounterriesen war in Essen

Der erste Laden der Unternehmerfamilie Albrecht war zunächst ein Backwarenhandel, den die späteren Eltern von Karl und Theo bereits 1913 im heutigen Essener Stadtteil Schonnebeck eröffneten. Er befand sich in der heutigen Huestraße 87, in Anna Albrechts Elternhaus.

Im Frühjahr 1919 verlegten die Albrechts ihr Geschäft ins benachbarte Wohn- und Geschäftshaus Nummer 89, das das Ehepaar kaufte. Den neuen Laden nannten sie „Kaufhaus für Lebensmittel Karl Albrecht“. In dem Haus sind die Söhne Karl und Theo geboren und aufgewachsen. Die erste Discount-Filiale unter dem Namen Aldi öffnete 1962 in Dortmund.

Die Aldi-Filiale im Geburtshaus der Aldi-Gründer Karl und Theo Albrecht im Stadtteil Schonnebeck, fotografiert im Jahr 1930.

Die Aldi-Filiale im Geburtshaus der Aldi-Gründer Karl und Theo Albrecht im Stadtteil Schonnebeck, fotografiert im Jahr 1930. © picture alliance/Aldi/dpa

Aldi agiert heute weltweit: 85 Milliarden Euro Jahresumsatz und 12.000 Standorte

Aldi ist heute eine echte Weltmacht im Lebensmittelhandel. Mit Aldi Nord und Aldi Süd agieren zwei große Unternehmensgruppen international. Das von Karl Albrecht geprägte Aldi Süd kam 2017 in neun Ländern mit rund 5.900 Filialen und 126.000 Mitarbeitern auf 51,8 Milliarden Euro Nettoumsatz, wie aus dem Nachhaltigkeitsbericht hervorgeht.

Das von Theo Albrecht geprägte Aldi Nord kam 2019 in neun Ländern mit 4.725 Filialen und rund 77.700 Mitarbeitern auf 22,8 Milliarden Euro Nettoumsatz. Die USA sind das einzige Land, in dem beide Familienstämme im Lebensmittelhandel auch in denselben Regionen aktiv sind.

„Aldi ist heute eine weltumspannende Einzelhandelsmarke mit 85 Milliarden Euro Jahresumsatz und 12.000 Standorten“, sagte Michael Gerling, Geschäftsführer des EHI Retail Institute, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Dazu zählten zu 85 Prozent Geschäfte, die unter der Marke Aldi auftreten, aber auch die Marken „Hofer“ in Österreich und „Trader Joe‘s“ in den USA. (dpa/bs)

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