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Streik bei Amazon am „Prime Day“: Kommen Bestellungen deswegen später an?

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Amazon Mitarbeiter sollen streiken
Vor den umsatzträchtigen Osterfeiertagen hat Verdi zu Streiks beim Versandhändler Amazon aufgerufen. © Guido Kirchner/dpa

Mit dem Amazon-„Prime Day“ startet am Montag eines der größten Shopping-Events des Jahres. Für Verdi ein Anlass, um gegen die Arbeitsbedingungen zu streiken.

Rheinberg/Werne – Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten in sieben deutschen Versandzentren des US-Konzerns Amazon dazu aufgerufen, von Montag bis Mittwoch die Arbeit niederzulegen. Anlass ist der sogenannte „Prime Day“ des Unternehmens am 21. und 22. Juni, zu dem es mit Sonderangeboten wirbt. Nach Gewerkschaftsangaben vom Sonntag sollen die Standorte Werne, Rheinberg, Leipzig, Bad Hersfeld (zwei Zentren), Koblenz und Graben betroffen sein.

Wie ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi mitteilte, habe der Streik am Sonntagabend gegen 21:30 Uhr begonnen. In der kleineren Nachtschicht hätten sich in Rheinberg bisher rund 50 Mitarbeiter beteiligt, im weiteren Verlauf rechne er mit 450 Teilnehmenden. Im Amazon-Versandzentrum in Werne wurden nach Angaben eines Sprechers bis zu 500 Beteiligte erwartet.

Streik bei Amazon am „Prime Day“: Kritik an Arbeitsverhältnissen

„Amazon setzt Millionen für die Werbung ein und macht an den Aktionstagen Milliardenumsätze. Den Kundenansturm müssen die Beschäftigten in den Versandzentren bewältigen und bekommen für die zusätzlich verschärfte Arbeitsbelastung keinen Cent mehr“, sagte der Verdi-Verantwortliche für den Einzel- und Versandhandel, Orhan Akman. „Die Gewinne fließen allein in die Taschen des Konzerns und seiner Shareholder, während den Beschäftigten weiterhin eine tarifvertragliche Entlohnung sowie gute und gesunde Arbeitsbedingungen verwehrt werden.“

Das einst als Online-Buchhandel gestartete Unternehmen wächst von Jahr zu Jahr weiter und expandiert in alle Richtungen. Seit Jahren bietet der US-Konzern mit seiner Tochtergesellschaft „Amazon Fresh“ aus Lebensmitteln an. Im Zuge dessen wurde vor kurzem erst ein riesiger Store auf 2.300 Quadratmeter eröffnet. Doch das Unternehmen wagt sich auch regelmäßig in komplett neue Bereich: So wurde im April sogar der erste Amazon Friseursalon eröffnet.

Amazon: Mitarbeiter streiken – Auswirkung auf Bestellungen?

In einer Stellungnahme verwies Amazon darauf, dass das Unternehmen bereits jetzt „eine exzellente Bezahlung“ sowie ebensolche Zusatzleistungen und Karrierechancen biete – „und das alles in einer sicheren, modernen Arbeitsumgebung“. Erst vor kurzem hatte es angekündigt, in seinen deutschen Versandzentren ab Juli einen Einstiegsstundenlohn von 12 Euro brutto einzuführen. Im Herbst 2022 soll dieser auf 12,50 Euro steigen. Der Konzern rechnet nach eigenen Abgaben nicht damit, dass Amazon-Kunden die Arbeitsniederlegungen zu spüren bekommen. Streiks hätten in der Vergangenheit kaum Auswirkungen gehabt.

Dazu hieß es bei Verdi, die Erhöhung der Einstiegsgehälter sei „zynisch und fern von Anerkennung und Respekt gegenüber den Beschäftigten durch den Konzern“. Die Gewerkschaft kritisiert Amazon seit Jahren dafür, dass der Konzern Tarifverträge ablehnt. Sie fordert die Anerkennung der Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels sowie Verhandlungen über einen Tarifvertrag „Gute und gesunde Arbeit“. Im Einzel- und Versandhandel laufen aktuell Tarifverhandlungen, bei denen es auch bereits zu diversen Streiks in NRW gekommen ist. (dpa)

Der Text wurde am 21. Juni um 10:04 Uhr um weitere Informationen zu den Streiks in NRW ergänzt.

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