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Ampel zeigt, wann in der Schule gelüftet werden muss

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Von: Jonah Reule

Lichter von Ampeln zeigen ab sofort, wann in den Klassenzimmern in NRW gelüftet werden muss. Dies dient auch dem Schutz vor Corona.

Köln – Das Land NRW hat sich für sogenannte „CO₂-Ampeln“ in den Schulen ausgesprochen. Mit den Ampeln sollen CO₂-Werte gemessen werden und regelmäßiges Durchlüften angeregt werden. Durch den Luftaustausch sollen Infektionen über Aerosole, wie bei Corona, verhindert werden.

CO₂-Ampeln zeigen an, wann die Fenster geöffnet werden sollten

Seit Beginn der Pandemie gehöre regelmäßiges Lüften in den Klassenräumen zum festen Bestandteil des Schutzkonzepts für Schüler und Lehrer, so das Schulministerium in NRW. Das Lüftungskonzept werde nun durch die Ampeln weiterentwickelt. Diese enthalten CO₂-Messgeräte, womit die Konzentration von Kohlenstoffdioxid in den Räumen während des Unterrichts bestimmt wird. Je nachdem, wie hoch der CO₂-Wert ist, leuchtet die Ampel entweder grün, gelb oder rot, erklärt das Umweltbundesamt die Funktion der Geräte. Leuchtet die Ampel gelb oder rot, sollte gelüftet werden.

Gemessen werden die Werte in der Einheit „parts per billion“, kurz ppm. Der Wert des CO₂ gibt an, wie viele Kohlenstoffdioxid-Moleküle sich in einer Menge von einer Million Moleküle im gesamten Raum befinden, so das Bundesamt für Umwelt weiter. Das regelmäßige Lüften solle die Ausbreitung von Krankheitserregern über die Luft erschweren.

Nach diesem Prinzip funktionieren die CO₂-Ampeln:

CO₂-Wert bis zu 1000 ppm: Ampel leuchtet grün, Luftqualität in Ordnung

CO₂-Wert zwischen 1000 und 2000 ppm: Ampel leuchtet gelb, demnächst lüften

CO₂-Wert über 2000 ppm: Ampel leuchtet rot, unbedingt Lüften

CO₂-Ampeln an Schulen: NRW rechnet mit mehr als 50 Millionen Euro Kosten

Eine CO₂-Ampel leuchtet in einem Klassenzimmer grün.
CO2-Ampeln sollen in NRWs Schulen regelmäßiges Lüften fördern. © Hendrik Schmidt/dpa

Das Land NRW verspricht sich von den CO₂-Ampeln eine Verbesserung des Lüftungskonzepts an den Schulen. „CO₂-Messgeräte können auf einen mangelnden Luftaustausch hinweisen und daher die Wahl der richtigen Lüftungsintervalle unterstützen“, erklärt das Schulministerium. Die Nutzung der Ampeln sei in der Vergangenheit bereits vom Corona-Expertenrat der Bundesregierung empfohlen worden, so das Ministerium weiter. Zusätzlich wolle man den Schulen weitere Fachinformationen zur Beurteilung der CO₂-Konzentration mit an die Hand geben.

Im Zuge des neuen Förderprogramms „CoronaVorsorge2022“ plane das Land NRW rund 294.000 Räume mit den CO₂-Ampeln auszustatten. Die Kosten sollen sich auf rund 51,4 Millionen Euro belaufen. Zusätzlich stelle man nochmals rund 10 Millionen Euro für die Anschaffung von Luftfiltern bereit, so die Landesregierung.

Innerhalb der ersten beiden Förderprogramme wurden zwischen November 2020 und März 2022 bereits 34,5 Millionen Euro in Geräte und Baumaßnahmen, die das Lüften in Schulen und Bildungseinrichtungen verbessern sollen, gezahlt, teilte das Bauministerium NRW mit. „Insgesamt wurden 6.700 mobile Luftreinigungsgeräte beschafft und 2.000 einfache bauliche Maßnahmen zur Verbesserung der Belüftung von Räumen umgesetzt“, so das Ministerium.

CO₂-Ampeln: Kommunen müssen die Förderung vorab beantragen

Damit die CO₂-Ampeln an die Schulen kommen können, müssen die Eigentümer der Schulen, die Kommunen und Städte, beim Land NRW im Voraus einen Antrag einreichen. Darin muss eine Ampel beantragt werden, die Werte von bis zu 300 ppm erkennen kann, erklärte das Bauministerium. Nach der Übernahme der Kosten seien die Schulträger dafür verantwortlich, dass die Geräte in den Räumen installiert und gewartet werden, so das Ministerium.

Schutzkonzepte weiter von großer Bedeutung

Trotz der Anschaffung der CO₂-Ampeln und Luftfilter seien weiterhin auch noch andere Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz der Schüler und Lehrer vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus wichtig, erklärte das Schulministerium in seiner Mitteilung. Grundsätzlich appelliere man an die Eigenverantwortung der Beteiligten, um symptomfrei zum Unterricht zu kommen. Eine Maskenpflicht im Unterricht behalte sich das Land NRW je nach Infektionslage vor, wie aus dem neuen Schutzkonzept hervorgeht.

Jeder, der Kontakt zu einem Infizierten hatte oder selbst Symptome habe, solle einen Test machen, empfiehlt das Schulministerium. Auch die vom Bundesgesundheitsministerium oftmals kommunizierten Hygieneregeln sollen weiter beachtet werden, um sich vor Krankheiten wie Corona zu schützen. In den letzten Wochen hatte vor allem das RS-Virus für viele kranke Kinder in NRW gesorgt. (jr) Fair und unabhängig informiert, was in NRW und Köln passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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