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Kampf gegen Judenhass: NRW führt Meldestelle für antisemitische Vorfälle ein

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Antisemitismus-Meldestelle in NRW kommt
(Archivbild) © Christian Charisius/dpa

Die Aggressivität gegenüber Juden nimmt wieder zu. Nun hat das Land NRW angekündigt, eine neue Meldestelle für antisemitische Vorfälle einzurichten. Online geht das bereits.

Düsseldorf – Im Kampf gegen Judenfeindlichkeit richtet das Land Nordrhein-Westfalen eine zentrale Meldestelle für antisemitische Vorfälle ein. „Antisemitismus ist ein schleichendes Gift. Ressentiments und Hass werden von unserer Landesregierung nicht toleriert“, sagte NRW-Integrationsminister Joachim Stamp (FDP) am Freitag in Düsseldorf. Die Anlaufstelle werde momentan aufgebaut, dann sollen die Fälle „schnellstmöglich“ bearbeitet werden, teilte das NRW-Integrationsministerium am Freitag mit.

Was ist Antisemitismus genau?

Der Begriff Antisemitismus beschreibt jegliche pauschale Abneigung, Feindschaft oder Hass gegenüber den Menschen jüdischen Glaubens. Damit wird laut Duden auch eine (politische) Bewegung mit ausgeprägt antisemitischen Tendenzen bezeichnet.

Antisemitismus in NRW: Auch nicht strafbare Vorfälle sollen erfasst werden – Meldung schon möglich

Künftig sollen Antisemitismus-Vorfälle „auch unterhalb der Strafbarkeitsgrenze“ erfasst, analysiert und dokumentiert werden. Der Trägerverein sei bis Ende Juni 2022 der Landesverband der Jüdischen Gemeinden Nordrhein.

Der NRW-Landtag hatte im vergangenen September beschlossen, eine landesweite Meldestelle für Antisemitismus einzurichten. Laut Angaben des Integrationsministeriums sei der Aufbau nun bewilligt worden. Bereits im Jahr 2019 hatte sich die SPD-Landtagsfraktion für eine Meldepflicht von antisemitischen Vorfällen an Schulen und öffentlichen Einrichtungen ausgesprochen.

Laut Angaben des Integrationsministeriums können bereits jetzt Online und über das Büro der Antisemitismusbeauftragten des Landes NRW antisemitische Vorfälle gemeldet werden.

Antisemitismus in NRW nimmt wieder zu – brutaler Angriff auf Kippa-Träger in Köln

Im Juni dieses Jahres beklagte die SPD-Abgeordnete Nadja Lüders in einer Anfrage an die NRW-Landesregierung, dass bei aller Freude über 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland ein verfestigter Antisemitismus in der Gesellschaft „in den vergangenen Jahren immer häufiger, immer feindlicher und auch lebensbedrohlich aufflammte“.

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, die NRW-Antisemitismusbeauftragte, begrüßte die Einrichtung der landesweiten Meldestelle: „Eingebettet in ein wachsendes Netz von weiteren Meldestellen in anderen Bundesländern wird Betroffenen eine unkomplizierte und vertrauensvolle Anlaufstelle für antisemitische Vorfälle gegeben“, sagte sie am Freitag.

Erst vergangene Woche war in Köln ein Mann mit einer Kippa angegriffen und schwer verletzt worden. Der Vorfall sorgte anschließend für großes Entsetzen und Unsicherheit bei der Synagogen-Gemeinde in Köln. (dpa/lnw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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