1. 24RHEIN
  2. Rheinland & NRW

„Nicht immer neue Grenzwerte erfinden“ – Armin Laschet polarisiert mit Aussagen – prominenter Unterstützer

Erstellt:

Armin Laschet steht im Landtag Nordrhein-Westfalen am Rednerpult.
Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, hat bei einer Digital-Veranstaltung für Aufsehen gesorgt (Archivbild). © Marcel Kusch/dpa/picture alliance

NRW-Ministerpräsident hat am Montagabend mit Aussagen zur Corona-Pandemie für Aufsehen gesorgt. Man dürfe sich nicht ausschließlich auf Inzidenzwerte fokussieren.

Berlin/Düsseldorf – Der neue CDU-Vorsitzende Armin Laschet hat sich eindringlich gegen zu viel Bevormundung der Bürger im Kampf gegen die Corona-Pandemie ausgesprochen. „Populär ist, glaube ich, immer noch die Haltung: Alles verbieten, streng sein, die Bürger behandeln wie unmündige Kinder“, sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident bei einer Digital-Veranstaltung des baden-württembergischen CDU-Wirtschaftsrats.

Das trage aber nicht auf Dauer, sagte Laschet am Montagabend. Man müsse das Virus und seine Mutationen zwar ernst nehmen, aber zugleich zu einer abwägenden Position zurückkommen. So erlitten etwa Kinder, die monatelang nicht in Schule oder Kita gehen, vielleicht Schäden fürs ganze Leben.

Armin Laschet: „Man kann nicht immer neue Grenzwerte erfinden“

Laschet warnte überdies vor einem zu einseitigen Fokus auf die Infektionszahlen. „Man kann nicht immer neue Grenzwerte erfinden, um zu verhindern, dass Leben wieder stattfindet“, sagte er. “Wir können unser ganzes Leben nicht nur an Inzidenzwerten abmessen.“ Man müsse all die anderen Schäden, etwa für Gesellschaft und Wirtschaft, genauso im Blick haben wie die Inzidenzzahlen.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident erntete für seine Aussagen in den sozialen Medien heftige Kritik. Ein prominenter Unterstützer ist allerdings „Tatort“-Kommissar Jan Josef Liefers.  „Gegenwind für @ArminLaschet ? Nicht von mir! Ich finde seinen Beitrag sinnvoll und diskutabel“, schrieb Liefers am Dienstagmorgen bei Twitter.

Corona in NRW: Lockerungen ab Inzidenzwert unter 35

Die Länderregierungschefs und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatten zuletzt vereinbart, den Lockdown grundsätzlich bis zum 7. März zu verlängern. Sollte die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz - also Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche - stabil unter 35 sinken, sollen die Beschränkungen von den Ländern schrittweise gelockert werden – zunächst für Einzelhandel, Museen und Galerien sowie Betriebe mit körpernahen Dienstleistungen(dpa/lnw)

Auch interessant