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239 PS, vier Kameras: Autobahnpolizei NRW bekommt neue Einsatzfahrzeuge

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Neue Einsatzfahrzeuge der Autobahnpolizei NRW
Die Autobahnpolizei in NRW ist künftig mit Kleinbus unterwegs. Mehr als 100 der Wagen hat das Innenministerium angeschafft. © Henning Kaiser/dpa

Mit Kleinbus statt mit Kombi sind die Autobahnpolizisten in NRW künftig unterwegs. Im Vergleich zu den Vorgängern haben die neuen Einsatzfahrzeuge auch ein paar Extra-Funktionen.

Düsseldorf – Die Autobahnpolizei in Nordrhein-Westfalen erhält 180 neue Einsatzfahrzeuge. Bis Ende dieses Jahres werden an die fünf Autobahnpolizeibehörden in Köln, Düsseldorf, Dortmund, Münster und Bielefeld 105 Mercedes Benz Vito ausgeliefert. Weitere Fahrzeuge sollen bis Ende 2023 geliefert werden.

Neue Einsatzfahrzeuge für Autobahnpolizei in NRW: mehr Platz, mehr Kameras, mehr PS

„Die Arbeit der Autobahnpolizei ist wegen des hohen Tempos extrem gefährlich. Das Einsatzfahrzeug ist Arbeits- und Schutzraum in einem. Ein größeres Fahrzeug ist ein echtes Sicherheits-Plus“, sagte Innenminister Herbert Reul (CDU) bei der Vorstellung der neuen Einsatzfahrzeuge am Donnerstag. Die höhere Karosserie und mehr Projektionsfläche für die LED-Anlage im Heck sind aus Reuls Sicht weitere Vorteile des neuen Einsatzwagens.

Zudem werden die neuen Einsatzfahrzeuge künftig mit vier Kameras ausgestattet sein, die vorne, hinten und an den Seiten eingebaut sind. Mit ihnen ließen sich insbesondere Verstöße in der Rettungsgasse aufzeichnen. Speziell die Seitenkameras können Fahrer plus Kennzeichen erfassen.
 

Autobahnpolizei NRW fährt künftig Vito: Innenministerium investiert elf Millionen Euro

In den Städten in Nordrhein-Westfalen wird der Mercedes Vito als normales Einsatzfahrzeug abseits der Autobahnen bereits genutzt. Die Autobahn-Version ist allerdings abgewandelt: neben den Seitenkameras und einer zusätzlichen Warn-Tafel auf dem Dach ist der Wagen mit 239 PS stärker motorisiert als das Stadt-Modell.

Die mehr PS können durchaus hilfreich sein, etwa, wenn es darum geht Kriminelle zu schnappen. So verfolgte die Kölner Autobahnpolizei Ende März auf der auf der A1 einen Autofahrer, weil der zuvor 100 km/h zu schnell gefahren.

Die Autobahnpolizei NRW

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen betreut rund 2.200 Kilometer Autobahnen und autobahnähnlich ausgebaute Bundesstraßen. Dazu gehören auch eine Vielzahl von Rastplätzen sowie Tank- und Rastanlagen.

Die Zuständigkeit liegt bei den Polizeibehörden Köln, Düsseldorf, Dortmund, Münster und Bielefeld, die jeweils eigene Verkehrsinspektion „Autobahnpolizei“ haben.

Ein Schwerpunkt der polizeilichen Arbeit ist die Verkehrsüberwachung, insbesondere hinsichtlich Ablenkung durch Smartphones, zu hoher Geschwindigkeit (Raser), zu geringen Abstands (Drängler) und der Ladungssicherheit.

Autobahnpolizei in NRW hat sich größeres Auto gewünscht

Mit dem neuen, größeren Modell entspricht das Innenministerium einem Wunsch der Autobahnpolizei, die den Kleinbus zuvor getestet und als künftiges Einsatzfahrzeug favorisiert hatte. Ein Grund dafür war auch der größere Stauraum für die Polizei-Ausrüstung.

Mehr Platz ist sicher auch dann schön, wenn es mal wieder gilt einen tierischen Kollegen aus einer brisanten Situation zu retten und mitzunehmen. Auf der A3 bei Königsforst haben im Februar Polizisten einen herumirrenden Hund von der Autobahn gerettet.

Die Kosten für die insgesamt 180 neuen Einsatzfahrzeuge belaufen sich auf elf Millionen Euro. Die neuen Fahrzeuge tragen auch der gestiegenen Zahl bei den Neueinstellungen bei der Polizei Rechnung. „Wenn eine Familie Zuwachs bekommt, dann muss ein größeres Auto her.“ Allein im letzten Jahr seien 2.660 Kommissaranwärter eingestellt worden. Statt zwei seien nun künftig öfter drei Beamte im Streifenwagen unterwegs, was auch mehr Platz erforderlich mache.

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