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Babyleiche in Mülleimer: Mutter festgenommen – 24-Jährige räumt Tat ein

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Von: Nina Büchs

Hände in Handschellen auf der einen Seite, auf der anderen Seite Polizei-Mitteilung „Totes Mädchen“
Im Fall der in Mönchengladbach in einem Mülleimer aufgefundenen Babyleiche wurde nun eine 24-jährige Frau festgenommen (Symbolbild, IDZRW-Montage). © Andia/Imago & Federico Gambarini/dpa

Nach dem Fund einer Baby-Leiche in einem Mülleimer in Mönchengladbach Ende März 2022 hat die Polizei nun die Mutter identifiziert und festgenommen.

Update vom 2. Juni, 11:09 Uhr: Eine Mordkommission der Polizei Mönchengladbach hat am Mittwoch, 1. Juni 2022, 6 Uhr, eine 24-jährige Frau aus Mönchengladbach (Hardterbroich-Pesch) wegen des dringenden Tatverdachtes, nach der Entbindung ihre Tochter gewaltsam getötet zu haben, vorläufig festgenommen. Am 28. März 2022 hatte der Fund eines toten Säuglings in einem öffentlichen Müllbehälter an der Ackerstraße/Carl-Diem-Straße die Ermittlungen ausgelöst. Das getötete Baby erhielt von der Mordkommission den Namen Rabea.

Norbert Schmitz, Leiter der Mordkommission, sagt: „Dieser tragische Fall hat uns alle tief bewegt und wir sind erleichtert, dass wir Rabeas Schicksal klären konnten.“ Auch eine DNA-Reihenuntersuchung im Umfeld des Fundortes war Bestandteil der Ermittlungen. Frauen, die grundsätzlich als Zielgruppe infrage kamen, wurden erfasst und um Abgabe einer DNA-Speichelprobe gebeten. Die 24-Jährige gehörte dazu. Bei einem Hausbesuch gab sie freiwillig eine Speichelprobe ab.

Nach Fund von Babyleiche in Mönchengladbach – Verdächtige räumt Tat ein

Das Landeskriminalamt teilte der Mordkommission im Mai mit, dass die DNA der 24-jährigen Frau zur DNA des aufgefundenen toten Mädchens passt. Nach weiteren Ermittlungen vollstreckte die Mordkommission am Mittwoch, 1. Juni 2022 mehrere von der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach beim zuständigen Amtsgericht erwirkte Durchsuchungsbeschlüsse. Diese richteten sich gegen die Tatverdächtige sowie Mutter (44) und Bruder (22), die mit ihr in häuslicher Gemeinschaft leben. Außerdem wurde ein Durchsuchungsbeschluss beim Lebenspartner (40) in Mettmann vollstreckt.

Mutter, Bruder und Lebenspartner befinden sich im Zeugenstatus. Gegen sie richtet sich kein Tatverdacht. Sie wurden am Einsatztag als Zeugen vernommen. Eine unverzüglich durchgeführter DNA-Abgleich ergab, dass der 40-jährige Lebenspartner Vater von Rabea ist. Weder Mutter, Bruder noch Lebenspartner hatten nach eigenen Angaben Kenntnis von der Schwangerschaft der 24-jährigen und noch hätten sie von der Niederkunft und Tötung des Säuglings gewusst. Die Tatverdächtige habe in ihrer Vernehmung die Tat eingeräumt.

Babyleiche in Mülleimer: DNA-Spuren entdeckt – könnte Herkunft klären

Update vom 22. April, 16:32 Uhr: Im Fall der Babyleiche in Mönchengladbach hat die Polizei DNA-Spuren gefunden. Mithilfe dieser werden nun auf freiwilliger Basis Vergleichsproben von Frauen in der Umgebung genommen, teilte ein Sprecher am Freitag (22. April) mit. Mit der DNA-Reihenuntersuchung hofft man per Ausschlussverfahren die Herkunft der verstorbenen Rabea aufklären zu können. Überprüft werden Frauen, die in der Nähe des Fundortes an der Carl-Diem-Straße/Ecke Ackerstraße wohnen.

Babyleiche in Mülleimer: Beerdigung von Rabea am Donnerstag

Update vom 1. April, 16:45 Uhr: Die kleine Rabea, die am Montag, 28. März, tot in einem öffentlichen Mülleimer entdeckt wurde, soll am Donnerstag, 7. April, um 12:20 auf dem städtischen Hauptfriedhof von Mönchengladbach beigesetzt werden. Die beiden Polizeipfarrer wollten die von der Stadt organisierte Trauerfeier ökumenisch und weltoffen gestalten, teilte die Polizei am Montag mit.

Das getötete neugeborene Mädchen war am 28. März von einer Passantin in einem Mülleimer am Rand eines Parks entdeckt worden. Die Leiche war in einer Einkaufstasche versteckt und muss nach Polizeiangaben an einem der Tage zuvor dort abgelegt worden sein. Im Fall des von der Polizei „Rabea“ genannten Neugeborenen gingen bislang mehr als hundert Hinweise ein. Weitere Informationen seien willkommen, erklärte die Polizei.

Babyleiche in Mülleimer entdeckt – kleine Rabea soll beerdigt werden

Update vom 1. April, 16:45 Uhr: Das kleine neugeborene Mädchen, das am Montagnachmittag, 28. März, am Volksgarten an der Ackerstraße in einem Mülleimer gefunden wurde, hat nun einen Namen. „Die Kommission hat sich dazu entschieden, ihr den Namen ‚Rabea‘ zu schenken. Rabea bedeutet ‚Mädchen‘ und ist nun auch der Name dieses ganz speziellen Mädchens“, so die Polizei Mönchengladbach.

„Die Kommission ermittelt unermüdlich, um die Herkunft des Mädchens und die Hintergründe der Geschehnisse zu klären“, so Polizei und Staatsanwaltschaft weiter. „Die Ermittler arbeiten nach wie vor daran, Rabeas Herkunft aufzuklären. Dabei können Sie uns unterstützen. Teilen Sie uns jeden Hinweis mit, auch wenn dieser zunächst unbedeutend erscheint“, appellieren die Behörden.

Außerdem soll Rabea beigesetzt werden, so Polizei und Staatsanwaltschaft weiter. Wann das kleine Mädchen beerdigt wird, ist nicht mitgeteilt worden.

Babyleiche in Mülleimer entdeckt: Polizei geht von Tür zu Tür, um Mutter zu finden

Update vom 31. März, 14:50 Uhr: Drei Tage nach der Entdeckung eines getöteten neugeborenen Babys in einem öffentlichen Mülleimer in Mönchengladbach verstärkt die Polizei ihre Suche nach Hinweisen mit Plakaten und Flyern. Polizeibeamte gingen mit Handzetteln von Tür zu Tür, sagte eine Sprecherin der Polizei am Donnerstag, 31. März. Eine Mordkommission sucht die Eltern des Mädchens, das lebend zur Welt gekommen war und an den Folgen von Gewalteinwirkung starb.

Nach Polizeiangaben gibt es Hinweise in dem Fall. „Über Inhalte sagen wir erstmal nichts“, so die Polizei. Am Fundort des in einer Einkaufstasche versteckten Leichnams legten Trauernde auch am Donnerstag Grabkerzen, Blumen und Stofftiere ab. Der Ort befindet sich zwischen einem Wohngebiet und einem Park.

Babyleiche in Mülleimer: Eltern mit Plakaten gesucht – hilft dm-Einkaufstasche?

Mit diesem Plakat sucht die Polizei Mönchengladbach nach der Mutter des toten Babys.
Mit diesem Plakat sucht die Polizei Mönchengladbach nach der Mutter des toten Babys. © Polizei Mönchengladbach

Update vom 30. März, 22.29 Uhr: Die Polizei hat bei der Suche nach der Mutter des toten Babys aus Mönchengladbach eine Plakataktion gestartet. Mit dem Aufruf auf dem Plakat richten sich die Ermittler „ganz bewusst an das Umfeld der Mutter“, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwochabend mit. Mit einem QR-Code lässt sich das Plakat zudem in verschiedenen Sprachen abrufen. Die Ermittler betonen: „Jeder Hinweis kann wichtig sein!“

Auf den Plakaten ist ein gezeichnetes Symbolbild des Kopfs eines Neugeborenen abgebildet. Dazu stellt die Polizei Fragen an das Umfeld der unbekannten Mutter. Gefragt wird nach einer Frau, die im vorigen Jahr ihren Kleidungsstil geändert und sich sozial zurückgezogen habe. Nun habe sie möglicherweise wieder zu ihrem alten Kleidungsstil und Verhalten zurückgefunden. Der Aufruf wurde in deutscher, polnischer, russischer und türkischer Sprache veröffentlicht. Eine Version auf Arabisch sei in Arbeit, so die Sprecherin.

Das tote neugeborene Mädchen wurde am Montagnachmittag in einer dm-Tüte in einem Mülleimer an einer Parkbank in Mönchengladbach gefunden. Das kleine Mädchen kam den Ermittlungen zufolge lebend zur Welt.

Mönchengladbach: Babyleiche in Mülleimer entdeckt – Polizei sucht weiter nach der Mutter

Update vom 30. März, 14:45 Uhr: Nach dem Fund eines getöteten neugeborenen Babys in einem öffentlichen Mülleimer hat die Polizei in Mönchengladbach am Mittwoch (30. März) noch keine greifbaren Ergebnisse bekannt gemacht. Einige Hinweise seien eingegangen, erklärte die Polizei. Eine Mordkommission ermittelt und sucht nach den Eltern. Die Ermittler wollen im Umfeld des Fundorts Plakate in verschiedenen Sprachen mit Fotos der verwendeten Tasche aufhängen sowie Handzettel verteilen.

Mönchengladbach: Babyleiche in Mülleimer – dm-Einkaufstasche könnte zu Eltern führen

Update vom 29. März, 15:34 Uhr: Nach dem Fund einer Babyleiche in einem Mülleimer in Mönchengladbach arbeiten die Ermittler daran, neue Erkenntnisse zu gewinnen. Am Dienstag (29. März) suchte die Polizei den Fundort mit Spürhunden auf. „Die Kriminalpolizei nahm in Form einer Mordkommission zusammen mit der Staatsanwaltschaft die Ermittlungen auf. Mittlerweile gehen sie von einem vorsätzlichen Tötungsdelikt aus und ermitteln nach wie unter Hochdruck, u.a. um die Herkunft des Kindes zu bestimmen“, heißt es von der Polizei und Staatsanwaltschaft. Bei dem Neugeborenen handelt es sich um ein Mädchen.

Babyleiche in Mülleimer in Mönchengladbach gefunden – wer hat eine Person mit dieser Tasche gesehen?

Einkaufstasche der Firma „dm“, in der eine Babyleiche in einem Mülleimer deponiert wurde.
Die Polizei fragt: Wem ist dort oder im umliegenden Gebiet eine Person – ob Mann oder Frau – mit einer solchen Tasche aufgefallen? © Polizei Mönchengladbach

Eine noch am späten Montagabend durchgeführte rechtsmedizinische Untersuchung erbrachte das Ergebnis, dass das Kind lebend zur Welt kam und an den Folgen von Gewalteinwirkungen gestorben ist. Der tote Säugling lag beim Auffinden in einer Einkaufstasche aus Kunststoff (von der Drogeriemarkt-Kette dm) verstaut in dem Mülleimer. Er könnte dort ebenso von einem Mann wie von einer Frau abgelegt worden sein. Es konnte bereits ermittelt werden, dass mit dieser Tasche in der Vergangenheit vermutlich in der Kaufland-Filiale an der Straße „Reyerhütte“ eingekauft wurde. Die Ermittler fragen: Wem ist dort oder im umliegenden Gebiet eine Person – ob Mann oder Frau – mit einer solchen Tasche aufgefallen?

Babyleiche in Mönchengladbach in Mülltonne gefunden – Polizei ermittelt gegen Mutter

Toter Säugling in Mülleimer in Mönchengladbach gefunden.
In einem Mülleimer in Mönchengladbach ist am Montag ein toter Säugling gefunden worden. An der Stelle, an dem der Mülleimer stand, wurden ein kleines Kreuz und zwei Kerzen aufgestellt. © Theo Titz/dpa

Update vom 29. März, 10:04 Uhr: Nach dem Fund eines toten Babys in einem Mülleimer in Mönchengladbach laufen Ermittlungen der Polizei zur Todesursache und zur bislang unbekannten Mutter des Kindes. „Wir versuchen, die Mutter zu ermitteln“, sagte eine Sprecherin der Polizei am Dienstag. Sie machte noch keine Angaben zur Todesursache des Säuglings, der am Montagnachmittag in einem öffentlichen Mülleimer zufällig gefunden worden war. Auch zur Frage, ob Hinweise eingingen, äußerte sich die Polizei nicht.

Mönchengladbach: Babyleiche im Müll gefunden – Polizei sucht nach Mutter

Erstmeldung vom 28. März, 21:39 Uhr: Mönchengladbach – Schrecklicher Fund in Mönchengladbach: Wie die Polizei berichtet, entdeckte eine Frau am Montagnachmittag, 28. März, zufällig in einem öffentlichen Müllbehälter an der Ackerstraße / Ecke Carl-Diem-Straße einen toten Säugling. Die Frau rief daraufhin die Polizei. Wie es heißt, sei die Geburt des Kindes, das verborgen im Mülleimer lag, erst einige Stunden oder wenige Tage her gewesen.

Schrecklicher Fund in Mönchengladbach: Babyleiche war wohl in Plastiktüte eingewickelt

Wie die Bild berichtet, sei der Säugling in eine Plastiktüte eingewickelt gewesen. Hundertschaften durchquerten am Montag das Gebiet rund um den Fundort. An der Stelle, an der das Baby gefunden wurde, gibt es einige Wohnhäuser. In unmittelbarer Nähe befindet sich auch der Volksgarten.

Unklar ist bislang, ob es sich bei dem toten Baby um einen Jungen oder ein Mädchen handelt. Zudem wurde noch nicht bekannt gegeben, wie der Säugling zu Tode kam.

Mönchengladbach: Totes Baby in Müll gefunden – Polizei sucht nach Kindsmutter

Die Staatsanwaltschaft und die Kriminalpolizei Mönchengladbach ermitteln nun gemeinsam und versuchen, die Kindsmutter zu finden. In erster Linie könne die Kindsmutter selbst oder das Umfeld dabei helfen, die Hintergründe des traurigen Vorfalls zu klären.

Möglicherweise habe das Umfeld nicht zwingend Kenntnisse von der Schwangerschaft der Frau gehabt, heißt es. Erfahrungsgemäß fallen Frauen, die ihre Schwangerschaft verdrängen oder leugnen jedoch dadurch auf, dass sie ihr „Äußeres oder ihr Verhalten verändern und scheinbar plausible Erklärungen, zum Beispiel für eine Gewichtszunahme, liefern“, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit.

Mönchengladbach: Frau findet totes Baby im Müll – Zeugen gesucht

Die Kindsmutter wird nun dringend gebeten, sich zu melden, so die Polizei weiter. Zudem werden Personen, die solche Verhaltensweisen beobachtet haben oder Hinweise zur möglichen Mutter des Kindes oder den Eltern geben können, gebeten, sich bei der Polizei zu melden. Auch Personen, denen im Bereich des Fundortes etwas Verdächtiges aufgefallen ist, werden gebeten, die Polizei unter der Nummer 02161 - 290 zu kontaktieren.

Erst im Februar 2022 wurde auch in Köln ein totes Baby gefunden. Der Leichnam des Kindes wurde am Konrad-Adenauer-Ufer am Rhein entdeckt. Wenig später wurde die Mutter des Kindes festgenommen. (nb mit dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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