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WM in Katar: Kneipen und Weihnachtsmärkte in NRW zeigen keine WM-Spiele

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Von: Sofia Popovidi

Boykott zur WM in Katar: Neben den Kneipen in NRW weigern sich auch viele Weihnachtsmärkte die Fußball-WM 2022 zu übertragen.

Köln – Die WM in Katar startet am Sonntag, 20. November 2022, mit ihrem ersten Spiel: Katar gegen Ecuador. Normalerweise bringen solche Events unzählige Menschen zum Public-Viewing in Bars und Kneipen zusammen. Eine große Einnahmequelle für viele Lokale. 2022 ist alles anders: Aufgrund erheblicher Menschenrechtsverletzungen im Gastgeberstaat sowie tausenden Arbeitern, die bei den Stadionbauarbeiten verstorben sind, boykottieren viele Lokalitäten die Weltmeisterschaft. Auch in Köln machen etliche Kölner-Kneipen bei dem Boykott gegen die WM in Katar mit. Des Weiteren verzichtet die Stadt Köln auf große Public-Viewing-Veranstaltungen. Viele Weihnachtsmärkte in NRW wollen die Spiele ebenfalls nicht zeigen.

Katar-Boykott: Weihnachtsmärkte in NRW wollen WM-Spiele nicht zeigen

Die Veranstalter des Weihnachtsmarkts in Dortmund haben sich gegen eine Übertragung entschieden. Man wünsche sich eine weihnachtliche, ruhige Stimmung, bei der sich alle Besucher wohlfühlen. „Wir können nicht die Menschenrechtslage, schlechten Arbeitsbedingungen, die Stellung der Frau und der LGBTQIA+-Gemeinde, Todesfälle bei den Bauarbeiten und Korruptionsvorwürfe bei der Vergabe kritisieren und die WM doch mit unserer Aufmerksamkeit belohnen. Wir halten es für wichtig, hier Haltung zu zeigen“, sagte ein Sprecher gegenüber der dpa.

Katar-Boykott: Weihnachtsstand in Hagen macht nicht mit

Ein Weihnachtsmarktstand in Hagen hat als einer der ersten in Nordrhein-Westfalen angekündigt, dass er von Sonntag an auch Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft zeigt. „Jeder darf das natürlich für sich selbst entscheiden. Wir haben es den Betrieben freigestellt, die Spiele zu zeigen“, teilte der Sprecher des Hagener Weihnachtsmarkts, Alex Talash, auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Damit solle den Schaustellern ermöglicht werden, den „ein oder anderen Euro zusätzlich dazuzuverdienen“, sagte Weihnachtsmarktchef Dirk Wagner in einem WDR-Interview. Damit steht der Weihnachtsmarkt in Hagen jedoch so gut wie allein da.

An den Ständen des Bielefelder Weihnachtsmarktes wird es ebenfalls keine WM-Spiele zu sehen geben. Tatsächlich habe es aber Anfragen vonseiten einzelner Händler und Schausteller gegeben. Laut dpa habe sich die Veranstalterin Bielefeld Marketing GmbH aber gegen die Möglichkeit einer Übertragung entschieden, „um den traditionellen festlichen Charakter des Bielefelder Weihnachtsmarktes zu erhalten“. Auch weitere Städte wie Essen und Düsseldorf verzichten auf die Übertragung von WM-Spielen, teilten die Städte auf Anfrage mit.

Keine WM-Übertragung in Kneipen und Restaurants: Weihnachtsgeschäft ist wichtiger

Ein weiterer Faktor ist die Weihnachtszeit: Die WM kollidiere mit dem wichtigen Weihnachtsgeschäft der Kneipen und Restaurants, sodass einige Betreiber auf die Ausstrahlung verzichteten, sagte der Sprecher vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband in NRW, Thorsten Hellwig gegenüber der dpa. Dazu komme, dass Gaststätten aufgrund der Jahreszeit nicht mit Public-Viewing-Events in ihren Biergärten planen könnten. Auch bei einigen Gaststätten sei die politische Lage in Katar Grund für einen Boykott der Weltmeisterschaft und ein zusätzlicher Faktor für den Verzicht.

Neben den zahlreichen Lokalen, die die WM boykottieren, gibt es eine Kneipe in Köln Kalk, die die Spiele trotzdem zeigen wird: das „Haus BöhMer“. (spo mit dpa) Fair und unabhängig informiert, was in Köln und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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