1. 24RHEIN
  2. Rheinland & NRW

Beckum: 1. Wohnhaus aus dem 3D-Drucker eröffnet – schneller als die Maurer

Erstellt: Aktualisiert:

An der Außenfassade des ersten 3D Druckhauses sieht man die mittels eines 3D-Betondrucker aufgetragenen Betonschichten.
Das zweigeschossige Einfamilienhaus aus dem 3D-Drucker in Beckum hat etwa 160 Quadratmeter. © Guido Kirchner/dpa

In Beckum wurde das erste Haus Deutschlands eröffnet, das aus einem 3D-Drucker kommt. Das NRW-Bauministerium will mit dem Projekt Erfahrungen sammeln.

Beckum – Im westfälischen Beckum ist am Montag das nach Landesangaben erste Wohnhaus in Deutschland aus dem 3D-Drucker offiziell eröffnet worden. Nordrhein-Westfalens Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) lobte bei dem Termin die „weitreichende Vorbildfunktion“ des Pilotprojektes. Das neue Bauverfahren verspreche Zeitgewinn und eine „Verschlankung der Bauabläufe“. Dies sei vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels in der Branche ein entscheidender Vorteil. Zudem könnten bisher besonders aufwendige Formen wie Rundungen leichter umgesetzt werden.

Beckum: Häuser aus dem 3D-Drucker stehen schon in anderen Ländern

NRW hat das Projekt nach Einzelprüfungen genehmigt und es mit knapp 200.000 Euro gefördert. „Jetzt gilt es, Erfahrungen mit dem Bauwerk zu sammeln und den Herstellungsprozess auf dem Markt zu etablieren, denn nur mehr Wohnraum sorgt für günstige Mieten“, sagte Scharrenbach. Das Landesministerium erhofft sich von dem Projekt Erfahrungen, die beispielgebend für die gesamte Baubranche sein dürften. In mehreren anderen Ländern, etwa in den USA oder Belgien, stehen bereits Gebäude aus dem Drucker.

 Im Badezimmer des ersten 3D Druckhauses sieht man die mittels eines 3D-Betondrucker aufgetragenen Betonschichten.
So sieht das Badezimmer des ersten Hauses aus dem 3D-Drucker in Beckum aus. © Guido Kirchner/dpa

Laut Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt ist „jeder Vorstoß, der zu einem deutlich schnelleren Bauen führt“, grundsätzlich zu begrüßen. Gerade bei bezahlbarem Wohnen und sozialem Wohnungsbau bestehe ein großes Defizit, da könne der 3D-Drucker hilfreich sein. Es müsste aber gewährleistet sein, dass die entstehenden Bauten auch im digitalen Prozess sowohl mit hoher Qualität als auch nachhaltig hergestellt werden. Gerade am Bau mit seiner durch Klein- und Kleinstunternehmen geprägten Struktur müsse sichergestellt werden, dass die Beschäftigten bei den notwendigen Qualifizierungsprozessen mitgenommen würden.

Die Landesregierung will auch gegen das Innenstadtsterben vorgehen. Dafür soll der Innenstadtfonds aufgestockt werden. Außerdem sollen Millionensummen in Dorferneuerungen investiert werden. (dpa)

Hinweis: Dieser Artikel wurde zuletzt am 26. Juli um 22:55 Uhr aktualisiert. Neuerung: Letzter Absatz mit Statement der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt hinzugefügt.

Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Auch interessant