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Biber spaziert morgens seelenruhig durch Kalkar – auf Fotos hat er keine Lust

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Von: Stefanie Knupp

Ein Biber im Morgengrauen auf einer Straße
Ertappt! Dieser Biber wurde bei einem morgendlichen Spaziergang in Kalkar gestört. © Polizei Kleve

In Kalkar im Kreis Kleve hat ein Mann die Polizei verständigt, weil er einem Biber begegnet ist. Woher das Tier kam, konnte nicht ermittelt werden. Wohl aber, dass es keine Fotos mag.

Kalkar – Mit dieser Begegnung am frühen Morgen hatte ein 42-Jähriger in Kalkar im Kreis Kleve wohl nicht gerechnet. In aller Seelen Ruhe unternahm ein Biber einen morgendlichen Spaziergang. Auch der war von dem Treffen nicht sehr angetan.

Der Mann, der am Donnerstagmorgen (25. Februar) am Vossegattweg auf den Nager traf, informierte die Polizei. Außerdem zückte er sofort sein Handy, um einen Schnappschuss des seltenen Besuchers zu machen. Der Biber wurde um 6:30 Uhr gesichtet, als er in Richtung Talstraße lief, berichtet die Polizei Kleve.

Biber läuft durch Kalkar und wird zur echten Diva

Schade für den Fotografen, dass sein Model zu dieser Uhrzeit solche Allüren zeigte. „Der Biber war wohl aber noch nicht zurechtgemacht“, schreibt die Polizei launig. Das Tier habe sich auf die Hinterbeine gestellt und lautstark gefaucht. Der Fotograf nahm Abstand. Ein Foto gelang ihm dennoch. Wohin er lief und ob es seine übliche Morgenrunde war, konnte die Polizei nicht ermitteln. 

Bei der Polizei Kleve ist der Vorfall als „Tiergefahr-Einsatz“ gemeldet, berichtet eine Polizeisprecherin auf Nachfrage von 24RHEIN. Grundsätzlich sei die „Gefahrenabwehr immer oberstes Ziel“. Deshalb sei es auch richtig, die Polizei zu rufen, wenn von Tieren Gefahr ausgehen könnte. Ein Biber-Einsatz sei ihr noch nicht untergekommen, sagt die Sprecherin.

Biber in Kalkar gesichtet: Facebook-User feiern den fotoscheuen Nager

Am Niederrhein komme es ja durchaus vor, dass Schafe ausbüxen. Wenn die dann auf vielbefahrenen Bundesstraßen herumliefen, bedeutet das eine große Gefahr für den Verkehr – und natürlich auch für die Tiere. Im Zweifel könne die Polizei dann schneller Kontakt zu den Schäfern herstellen, erklärt die Polizeisprecherin. Solche Fälle gibt es nicht nur am Niederrhein. Im Bergischen Land wurde die Solinger Polizei von einer entlaufenen Schafsfamilie auf Trab gehalten. Erst nach einer besonderen „Bestechung“ kooperierten die Vierbeiner.

Die Polizei Kleve hat den Biber-Einsatz auf ihrer Facebook-Seite gepostet. In der Kommentarspalte kommt dem fauchenden Biber viel Verständnis entgegen. „Ich möchte um 6.30 Uhr auch nicht fotografiert werden!“, schreibt eine Userin. „Wir auch nicht“, betont sogar die Polizei Kleve. Ein User würde sogar noch weitergehen und fragt: „Hat der Biber Anzeige gegen den Paparazzo erstattet?“.

Vom Biber aus Kalkar ging zum Glück keine große Gefahr aus. In Viersen hat vor Kurzem ein aggressiver Raubvogel für Aufsehen gesorgt. Wegen ihm musste ein ganzer Park gesperrt werden. Mit Vorsicht genießen sollte man Nutrias. Sie sehen dem Biber ziemlich ähnlich und sind in einigen NRW Städten heimisch. In Lippstadt kam es jetzt zu einem tragischen Vorfall, bei dem eine Nutria einen Hund getötet hat. (sk/ots)

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