1. 24RHEIN
  2. Rheinland & NRW

Bielefeld: Hund bei Sommerhitze in Auto gelassen – weil Herrchen einen Termin hatte

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Benjamin Stroka

Eine Polizistin aus Bielefeld betreut den sichtlich dehydrierten Hund, der über eine Stunde im heißen Auto eingesperrt war.
Eine Polizistin aus Bielefeld betreut den sichtlich dehydrierten Hund, der über eine Stunde im heißen Auto eingesperrt war. © Screenshot: Facebook / Polizei NRW Bielefeld

In Bielefeld ließ ein Mann seinen Hund bei hohen Temperaturen im Auto eingesperrt. Die Polizei musste das Tier befreien. Dann schockte der Besitzer mit seiner Ausrede.

Bielefeld – An besonders heißen Tagen können geparkte Autos bei geschlossenen Fenstern zu tödlichen Hitzefallen für Hunde oder Kleinkinder werden. Eigentlich keine neue Erkenntnis, doch offensichtlich kann man sie nicht oft genug betonen. Das machte auch die Polizei Bielefeld am Donnerstag (17. Juni), dem bislang heißesten Tag des Jahres in NRW, mit einem dramatischen Facebook-Post nochmal deutlich.

Polizei Bielefeld: Hund ohne Wasser und Frischluft im Auto eingesperrt

Wie die Polizei mitteilt, musste erst kürzlich ein Hund aus einem Auto in Bielefeld befreit werden. Auf dem zugehörigen Foto sieht man eine Polizistin, die sich um einen offensichtlich schwer dehydrierten, regelrecht apathisch wirkenden, Hund kümmert, der mit weit aufgerissenem Maul und ausgestreckten Beinen auf dem gewässerten Bürgersteig liegt.

Ein besorgter Bürger hatte den Hund zuvor in einem Pkw entdeckt und die Polizei informiert. Demnach habe sich der Hund seit „mindestens einer Stunde“ in einem heißen Auto befunden. „Als wir das Fahrzeug erreichten, regte sich der Hund kaum und reagierte nicht auf Ansprache. Alle Fenster und Türen waren verschlossen und Wasser war ebenfalls nicht im Auto vorhanden“, so die Polizei in ihrem Facebook-Beitrag.

Bielefeld: Hund bei Hitze im Auto eingesperrt – Besitzer wollte sogar drei Stunden wegbleiben

Den Beamten blieb also nichts anderes übrig, als die Heckscheibe des Autos einzuschlagen und den Hund zu befreien. Der Vierbeiner befand sich in schlechtem Zustand, bekam sofort Wasser von den Einsatzkräften. „Auch Anwohner brachten zusätzliches Wasser vorbei“, berichtet die Polizei.

Eine Polizistin aus Bielefeld betreut den sichtlich dehydrierten Hund, der über eine Stunde im heißen Auto eingesperrt war.
Eine Polizistin aus Bielefeld betreut den sichtlich dehydrierten Hund, der über eine Stunde im heißen Auto eingesperrt war. © Screenshot: Facebook / Polizei NRW Bielefeld

Wenig später traf auch der Hundehalter, ein Mann aus Bünde, wieder an seinem Auto ein – und zeigte sich extrem leichtsinnig. Er hatte einen Termin und wollte daher den Hund für circa drei Stunden im Fahrzeug lassen. Das hätte tödlich für den Vierbeiner enden können. Immerhin: Der Mann bedankte sich trotz der eingeschlagenen Heckscheibe bei der Polizei. „Dennoch erstatteten wir eine Anzeige gegen ihn wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz“, erklärt die Polizei und betont gleichzeitig die Gefahren in solchen Situationen. Denn in Fahrzeugen kann die Temperatur an heißen Tagen auf über 60 Grad steigen.

Bielefeld: Hund bei Hitze im Auto eingesperrt – Facebook-User reagieren fassungslos

Viele Facebook-User reagierten geschockt auf die Mitteilung der Polizei Bielefeld. „Ich finde es traurig, dass man das immer noch posten muss und es nicht für alle selbstverständlich ist. Die Leute, die so etwas machen, würde ich liebend gerne mal in einer Sauna einsperren! Wie kann man das Leben seines Hundes so leichtsinnig aufs Spiel setzen?“, schrieb eine Nutzerin. „Traurig, dass so eine Warnung jedes Jahr aufs Neue ausgesprochen werden muss. Mal von der Wärme abgesehen, wenn ich einen Termin habe, lasse ich mein Tier zu Hause“, postete eine andere Userin.

Bereits in der vergangenen Woche gab es einen ähnlichen Fall in Düsseldorf. Dort waren sogar ein Hund und ein Baby in einem geschlossenen Auto gefangen und mussten von der Feuerwehr befreit werden. (bs)

Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Auch interessant