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Porschefahrer zu schnell unterwegs – doch er hat eine Erklärung parat

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Polizistinnen kontrollieren einen Porsche.
Die Polizei in Bielefeld bekam es mit einem uneinsichtigen Porschefahrer zu tun (Symbolbild). © Caroline Seidel/dpa

In Bielefeld lieferte sich ein Porschefahrer eine Verfolgungsjagd mit der Polizei. Gegenüber den Beamten war sich der Mann keiner Schuld bewusst.

Bielefeld – Handy am Ohr, zu schnell an einer Kita vorbei, Abbiegen nur ohne Blinker und jegliche Anhaltezeichen der Polizei dreist ignoriert – mit dieser Statistik musste am vergangenen Donnerstag (2. September) ein 78-jähriger Porschefahrer in Bielefeld seinen Führerschein abgeben. Doch einsichtig zeigte sich der Rentner nicht – ganz im Gegenteil.

Bielefeld: Porschefahrer brettert durch verkehrsberuhigten Bereich

„Am Nachmittag fuhren wir Streife in Bielefeld-Theesen“, berichtet die Polizei Bielefeld über den Vorfall. An einer Kreuzung sahen die Beamten einen Porsche, dessen Fahrer mit dem Handy am Ohr unterwegs war. Der Porschefahrer wollte das Handy noch verstecken, war aber zu spät. Doch auf ein erstes Handzeichen, das Auto anzuhalten, reagierte der Mann nicht, sondern „fuhr einfach weiter in Richtung Theesen“, so die Polizei.

Die Beamten setzten sich im Streifenwagen dahinter und nahmen die Verfolgung auf. Der Porschefahrer soll dann stark beschleunigt haben und plötzlich ohne zu blinken in die Straße „Obere Wende“ abgebogen sein. „Hier ist ein verkehrsberuhigter Bereich mit Tempo 30. Doch das missachtete der Mann und fuhr mit überhöhter Geschwindigkeit durch den Bereich“, heißt es weiter. Der Mann soll das Tempo beibehalten und jegliche Anhaltezeichen der Polizei ignoriert haben. Egal, ob Blaulicht, Martinshorn oder der „Stopp“-Schriftzug – nichts konnte den Porsche zum anhalten bewegen.

Polizei Bielefeld: Porschefahrer war sich keiner Schuld bewusst

Als Nächstes steuerte der Mann die Gaudigstraße an. Dort gibt es eine Kita, aber auch das soll ihn laut Polizeiangaben nicht zum Bremsen bewegt haben. „Aufgrund der Kindertagesstätte verringerten wir die Geschwindigkeit und verloren dadurch den Porsche aus den Augen“, berichtet die Polizei. Allerdings wurde der Verkehrsrowdy von einigen Zeugen gesehen. Die hatten beobachtet, wie er auf einen Garagenhof gefahren war und das Auto verließ.

Die Polizei fand den Porsche und stellte gleich diverse Altschäden fest. „Ein Seitenspiegel fehlte gänzlich. Die Abbruchstelle wurde lediglich mit Klebeband überklebt.“ Auch der Porschefahrer, ein 78 Jahre alter Mann, wurde nun von den Beamten angetroffen. Und er reagierte alles andere als einsichtig. „Der Bielefelder sagte uns, er sei sich keiner Schuld bewusst. Er rechtfertigte sich, indem er hinzufügte, dass er sich gut in der Gegend auskennen würde und die Einschätzung der Geschwindigkeit subjektiv sei.“ Der Porsche bleibt nun wohl erstmal stehen. Dem Mann wurde der Führerschein entzogen. (bs) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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