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Aktivisten üben, wie sie die Räumung von Lützerath blockieren können

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Ein Braunkohlebagger arbeitet mittlerweile in weniger als 100 Meter Entfernung des Protestcamps.
Ein Braunkohlebagger arbeitet mittlerweile in weniger als 100 Meter Entfernung des Protestcamps in Lützerath. © Rolf Vennenbernd/dpa

Im Januar wird mit einer Räumung von Lützerath gerechnet. Aktivisten üben jetzt, wie sie den Abriss von Lützerath blockieren können.

Lützerath – Die Aktivisten im Braunkohledorf Lützerath haben ein „Aktionstraining“ in dem besetzten Ort angekündigt – um Methoden gegen die bevorstehende Räumung zu schulen. „Wir üben, wie wir die Räumung und den Abriss von Lützerath mit verschiedenen Methoden blockieren können“, hieß es in einer Ankündigung am Mittwoch. Das Training soll den Angaben zufolge am 2. Januar stattfinden.

Räumung von Lützerath: Aktivisten bereiten sich vor

Lützerath in der Nähe von Erkelenz im Kreis Heinsberg soll zur Kohlegewinnung abgebaggert werden. In den Häusern, deren einstige Bewohner weggezogen sind, leben allerdings Aktivisten, die um den Ort kämpfen wollen. Für das Abbaggern und Verbrennen der Kohle sehen sie keine Notwendigkeit. Grundstücke und Häuser gehören aber dem Energiekonzern RWE.

Tagebau Garzweiler: Warum ganze Dörfer abgerissen werden

1983 entstand der Braunkohlentagebau Garzweiler als Zusammenschluss der schon existierenden Abbaufelder Frimmersdorf-Süd und Frimmersdorf-West. Der Energiekonzern RWE baut hier pro Jahr 35–40 Millionen Tonne Braunkohle ab.

Die Braunkohle, die für die Energiegewinnung in Kohlekraftwerken verwendet wird, liegt manchmal auch unter Ortschaften. Wenn es zur Sicherung der Energieversorgung notwendig ist, müssen die Ortschaften weichen. Die Einwohner werden dann umgesiedelt, die Dörfer abgerissen.

Die fünf Ortschaften Keyenberg, Kuckum, Unterwestrich, Oberwestrich und Berverath am Tagebau Garzweiler sollten auch zerstört werden. Doch Bund, Land NRW und RWE einigten sich auf den Kohleausstieg 2030 in NRW: Damit bleiben die Orte stehen.

Lützerath hingegen soll geräumt und abgerissen werden. In vielen Dörfern nahe Lützerath findet man jetzt gelbe Kreuze an Hauswänden als Symbol des Protests gegen den Braunkohletagebau.

Mit einer Räumung von Lützerath wird im Januar gerechnet. Am Tag des angekündigten „Aktionstrainings“, dem 2. Januar, werden bereits vorbereitende Arbeiten zu diesem Einsatz erwartet. (dpa) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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