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„Brechen unter Flut an Neuzugängen zusammen“: Tierheim mit wichtiger Bitte

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Von: Maximilian Gang

Vier Katzen in der Savannah-Katzenzucht in Fernwald
Allein an einem Tag sind im Bocholter Tierheim insgesamt sechs neue Katzen abgegeben worden. (Symbolbild) © Arne Dedert/dpa

Das Tierheim in Bocholt musste zuletzt eine große Anzahl an neuen Tieren aufnehmen. Auf Facebook veröffentlichen die Tierpfleger nun einen dramatischen Appell.

Bocholt – Tierheime bilden häufig die letzte Chance, um verstoßenen Katzen, Hunden oder Kaninchen ein Zuhause zu bieten. Doch viele der Heime in Nordrhein-Westfalen teilen ein Problem: Sie sind stark überfüllt. Die Corona-Pandemie hat dieses altbekannte Problem noch einmal verschärft: Einige der in den letzten Jahren aufgenommenen Tiere werden nun wieder zurückgegeben. Auch das Tierheim in Bocholt ist zu voll – und richtet sich in einem emotionalen Appell an mögliche Tierbesitzer.

Appell des Tierheims Bocholt: „Zu dieser Jahreszeit sind wir einfach zu voll“

Auslöser des Posts waren dabei mehrere Neuankömmlinge innerhalb eines Tages. „Gestern war so ein Scheißtag, ein Hund aus Bocholt, zwei Katzen aus Raesfeld und vier aus Rhede!“, so beginnt der Beitrag auf der Facebook-Seite des Heims. „So langsam brechen wir unter der Flut an Neuzugängen zusammen“. Es reichen weder die Kapazitäten zur Unterbringung, noch die Man-Power, wie die Tierpfleger berichten. Und damit sind sie nicht alleine. Laut Deutschem Tierschutzbund sind die neuen Tiere im Bocholter Tierheim dabei Teil eines Trends, der Tierheime im gesamten Land beschäftigt. Viele Tierheime in Deutschland haben deshalb bereits Aufnahmestopps verhängt, so die Tierschützer.

Gerade zur jetzigen Zeit seien die Tierzahlen im Bocholter Tierheim zu hoch: „Zu dieser Jahreszeit sind wir einfach zu voll“. Und wenn es nach den Befürchtungen der Tierpfleger geht, wird sich die Lage wohl auch in den nächsten Monaten nicht entspannen: „Wenn wir mit so vielen Tieren ins nächste Frühjahr gehen, wenn die neue Kitten-Zeit beginnt … davor graust es uns schon jetzt“, so das Tierheim.

Bocholt: Tierpfleger wenden sich mit emotionalem Appell an Nutzer

Deshalb wendet sich das Heim nun mit einer dramatischen Bitte an Menschen, die sich ein Tier anschaffen wollen: „Daher noch einmal der dringende Appell: Überlegt es Euch bitte gründlich, ein Tier anzuschaffen“, so die Tierpfleger. Als Weihnachtsgeschenk sei ein neues Haustier zudem ungeeignet. Und auch an angehende Katzenbesitzer richtet das Tierheim noch eine Bitte, um der angespannten Lage der Heime entgegenzuwirken: „Wenn es eine Katze mit Freigang sein soll, lasst sie unbedingt kastrieren und registrieren!“.

Immer wieder kommt es dazu, dass Tiere nur übergangsweise angeschafft werden oder in verheerenden Umständen leben müssen, was die Situation von Tierheimen weiter verschärft. So wurden vor kurzem 65 verwahrloste Tiere aus nur einer Kölner Wohnung befreit. (mg) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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