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Junge in Schrank versteckt und jahrelang missbraucht – jetzt das Urteil

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Der Angeklagte sitzt zu Beginn seines Prozesses mit einer Aktenmappe vor dem Gesicht im Landgericht im Gerichtssaal zwischen seinen Anwälten.
Der Angeklagte zu Beginn seines Prozesses im Juni 2020 mit einer Aktenmappe vor dem Gesicht im Gerichtssaal zwischen seinen Anwälten. © Marcel Kusch/dpa

Ein Mann aus Recklinghausen soll einen Jungen zweieinhalb Jahre lang bei sich versteckt und hundertfach missbraucht haben. Am Donnerstag wird das Gerichtsurteil erwartet.

Update vom 2. September, 12:56 Uhr: Im Prozess um den hundertfachen sexuellen Missbrauch eines Jungen in Recklinghausen ist der Täter zu insgesamt neun Jahren Haft verurteilt worden. Darüber hinaus ordnete das Bochumer Landgericht am Donnerstag die Unterbringung des Deutschen in der Sicherungsverwahrung an.

Bochum: Junge in Schrank versteckt und jahrelang missbraucht – Mann drohen elf Jahre Haft

Erstmeldung vom 31. August, 20:14 Uhr:

Bochum – Dieser Fall hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt: Im Dezember 2019 hatte die Polizei im Schrank eines Mannes aus Recklinghausen zufällig einen zweieinhalb Jahre lang vermissten Jungen entdeckt. Laut Staatsanwaltschaft ist der anfangs 13-Jährige über 400 Mal sexuell missbraucht worden. Am Donnerstag (12:00 Uhr) wollen die Richter am Bochumer Landgericht das Urteil sprechen. Die Staatsanwaltschaft hat insgesamt elf Jahre Haft und die Anordnung der anschließenden Sicherungsverwahrung beantragt – zum Schutz der Allgemeinheit.

Der angeklagte Deutsche hatte im Prozess monatelang geschwiegen, dann sexuelle Handlungen zugegeben, dabei aber alle Schuld auf den Jungen geschoben.

Bochum: Junge jahrelang vermisst – Fall auch bei Aktenzeichen XY behandelt

Der 46-Jährige will den Jungen über eine WhatsApp-Gruppe kennengelernt und sich sofort mit ihm getroffen haben. Nur wenige Tage später sei der 13-Jährige mit in seine Wohnung gekommen. Nach seinen Angaben habe er fünf Jahre bleiben wollen – bis zur Volljährigkeit.

Der heute 17-Jährige hatte im Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgesagt. Er war im Juni 2017 aus einer Wohngruppe im nordrhein-westfälischen Oer-Erkenschwick verschwunden und nicht mehr aufgetaucht. Über den Vermisstenfall war ein Jahr später auch in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY…ungelöst“ berichtet worden.

Die Entdeckung war schließlich im Rahmen einer Kinderporno-Razzia in der Wohnung des Angeklagten erfolgt. Der Junge soll die Wohnung des Angeklagten rund zweieinhalb Jahre lang nicht verlassen haben. Nach Angaben einer Polizistin hatte er bei seiner Entdeckung weder passende Schuhe noch passende Kleidung. (dpa/lnw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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