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Flugzeug muss plötzlich in Paderborn landen – Passagiere erfahren Details erst am Boden

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Von: Peter Sieben

Passagiere vor einem Flugzeug der Airline Wizz Air
Ein Flugzeug der Airline Wizz Air musste am späten Sonntagabend außerplanmäßig am Flughafen Paderborn/Lippstadt landen. Grund war eine Bombendrohung. (Symbolbild/Archiv) © Aleksander Kalka/imago

Schock für fast 200 Wizz-Air-Passagiere: Ihr Flugzeug musste plötzlich in Paderborn landen. Den Grund erfuhren sie Berichten zufolge erst am Boden.

Paderborn – Wegen einer telefonischen Bombendrohung musste ein Flugzeug der ungarischen Airline Wizz Air mit mehr als 200 Menschen an Bord am Sonntagabend (13. November) um 22:05 Uhr außerplanmäßig am Flughafen Paderborn-Lippstadt landen. Eigentlich sollte die Maschine von Posen in Polen nach London fliegen. Doch der polnischen Flugsicherung lag ein „Hinweis auf eine mögliche Bedrohung vor“, wie es in einer ersten Mitteilung der Polizei Bielefeld hieß.

FlughafenPaderborn-Lippstadt
IATA-CodePAD
AdresseFlughafenstraße 33, 33142 Büren
Passagiere/pro Jahr693.404 (Stand 2019)

Flugzeug-Landung in Paderborn-Lippstadt nach Bombendrohung: „Keine Panik aufkommen lassen“

Laut einem Bericht des WDR erfuhren die Passagiere erst am Boden von der Bombendrohung, zuvor sei von technischen Problemen die Rede gewesen. Ein solches Vorgehen sei üblich, so ein Sprecher der Polizei Bielefeld gegenüber 24RHEIN. „Es ist generell so, dass versucht wird, in derart außergewöhnlichen Situationen keine Panik aufkommen zu lassen.“

Unklar ist derzeit noch, wann die polnischen Behörden Kenntnis von der Bombendrohung erhalten haben. „Aus ermittlungstaktischen Gründen können wir dazu keine Angaben machen“, so der Polizeisprecher. Die Beamten durchsuchten unterdessen noch in der Nacht mithilfe von speziell ausgebildeten Polizeihunden den Flughafen Paderborn/Lippstadt, um den Hinweisen zur Bombendrohung nachzugehen und eine Gefährdung von Personen auszuschließen.

Im Airbus A321 waren allerdings keine verdächtigen Gegenstände gefunden worden. Der Absender der Bombendrohung ist nach wie vor unbekannt. „Der Durchsuchungseinsatz ist inzwischen abgeschlossen, die Ermittlungen gehen aber weiter“, so der Polizeisprecher.

199 Flugzeug-Passagiere sitzen noch am Flughafen Paderborn-Lippstadt fest

Die 199 Passagiere und sieben Besatzungsmitglieder waren in der Nacht zu Montag im Flughafengebäude untergebracht worden, für sie bestehe keine Gefahr, heißt es vonseiten der Polizei. Am Montagvormittag sitzen die Flugzeuginsassen allerdings immer noch in Paderborn fest und warten auf den Weiterflug. Wann es für sie weitergeht, ist noch unklar. „Das hat unter anderem mit den vorgeschriebenen Ruhezeiten des Flugpersonals zu tun“, erklärte der Polizeisprecher. Nach Möglichkeit sollen Passagiere und Crew in umliegenden Hotels untergebracht werden.

Starts und Landungen waren vorübergehend am Flughafen Paderborn-Lippstadt nicht möglich, ein Flugzeug wurde zur Landung zum Flughafen Düsseldorf umgeleitet. Inzwischen geht der Flugbetrieb weiter, um sieben Uhr am Montagmorgen startete eine Maschine von Paderborn in Richtung München planmäßig.

Der Flughafen Paderborn ist der kleinste der sechs Airports in NRW. Insgesamt neun Fluglinien steuern von hier aus Ziele unter anderem in Spanien, der Türkei, Tunesien, Ägypten und Griechenland an. Erst im März 2022 hatte der Airport sein Angebot ausgebaut, zur Sommersaison starteten Flieger nach Hurghada, Rhodos und Gran Canaria. Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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