Bombenfunde: Warum die Gefahr durch die explosiven Altlasten noch steigen könnte

In NRW gibt es in jedem Jahr hunderte Bombenfunde. Gefährlich sind sie immer. Experten befürchten, dass die Gefahr in den nächsten Jahren noch steigen kann.
Bombenfunde: Warum die Gefahr durch die explosiven Altlasten noch steigen könnte
Bombenfund in Leverkusen: „Bombe entschärft“
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Bombenfund im Kreis Düren – Entschärfung noch heute
Bombenfund im Kreis Düren – Entschärfung noch heute
Bombenfund im Kreis Düren – Entschärfung noch heute

Bombenentschärfung


Nahezu jeden Tag müssen in Deutschland Bomben entschärft werden – bis heute gefährliche Spuren des längst vergangenen Zweiten Weltkriegs. Die Beseitigung von Bomben, Munition und sonstigen Sprengmitteln wird in Deutschland vom Kampfmittelräumdienst durchgeführt. Jedes Bundesland hält eigene Einheiten vor. Allein in Nordrhein-Westfalen wurde 2020 über 19.000 Kampfmittel entschärft, davon 1954 Bomben.

Bombensprengung in Oberhausen erfolgreich – Sperrungen aufgehoben

In Oberhausen wurde am Montag eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Die Sprengung der Bombe verlief erfolgreich.
Bombensprengung in Oberhausen erfolgreich – Sperrungen aufgehoben

Bombenfund in Essen: Entschärfung erfolgreich beendet

In Essen wurde am Donnerstag eine Fliegerbombe entdeckt. Die Bombe konnte am späten Donnerstagabend erfolgreich entschärft werden.
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Bombe in Kleve ist entschärft – Bürger können zurück in ihre Wohnungen

Bombenfund in Kleve: An der Wasserstraße wurde ein Blindgänger entdeckt. Die Bombenentschärfung wurde erfolgreich durchgeführt.
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Bombenfund in Oberhausen: Blindgänger erfolgreich gesprengt

In Oberhausen wurde am 19. Januar eine Weltkriegsbombe entdeckt. Diese wurde am Nachmittag kontrolliert gesprengt.
Bombenfund in Oberhausen: Blindgänger erfolgreich gesprengt

Bombenfund in Essen: „Sprengung erfolgreich verlaufen“

In Essen-Altenessen wurde am Dienstag eine Bombe gefunden worden. Der Blindgänger musste noch im Laufe des Tages gesprengt werden. Erst am Abend gab es Entwarnung.
Bombenfund in Essen: „Sprengung erfolgreich verlaufen“

Bombenfund im Kreis Düren – Blindgänger erfolgreich gesprengt

Im Kreis Düren wurden am 9. Januar mehrere Bomben gefunden. Es kam zu einer Evakuierung und Verkehrsbehinderungen, am Nachmittag wurde gesprengt.
Bombenfund im Kreis Düren – Blindgänger erfolgreich gesprengt

Pulverfass Köln: Jede zweite Woche werden Fliegerbomben gefunden

Sprengbomben, Brandbomben, Wasserbomben: In Kölns Boden tauchen beim Bauen immer wieder gefährliche Funde auf, die entschärft werden müssen. Fast jeder 20. Kölner war …
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In Köln wird nach Fliegerbomben gesucht – wegen einer Bahn-Baustelle

In Köln wird ab dem 2. Januar im Rahmen einer Bahn-Baustelle nach Fliegerbomben gesucht. Dadurch gibt es Ausfälle beim RB25, der S12 und der S19.
In Köln wird nach Fliegerbomben gesucht – wegen einer Bahn-Baustelle

Bombenentschärfung

Das Entschärfen von Kampfmitteln ist in Deutschland Aufgabe der Länder. Hiervon ausgenommen sind Lagerbestände oder nicht explodierte Kampfmittel der Bundeswehr, diese beseitigen Experten des Militärs selbst. Durch den Zweiten Weltkrieg (1939-1945) befinden sich noch zahlreiche Kampfmittel aus dieser Zeit auf deutschem Boden. Munition, Handgranaten, Minen, aber auch unzählige Bomben. Für die Entschärfung dieser halten die Bundesländer Kampfmittelräumdienste bereit. Insbesondere Bomben werden oft bei Sanierungs- und Bauprojekten entdeckt und müssen zeitnah entschärft und entsorgt werden.

Bombenentschärfung: Wer macht das?


Die Entschärfung der Bomben wird von staatlichen Kampfmittelräumdiensten durchgeführt. Diese können auch private Räumfirmen beauftragen. Die Aufsicht über die Bombenentschärfung liegt jedoch stets beim Kampfmittelräumdienst.

Bombenentschärfung: Welche Zünder werden entschärft?


Die "Blindgänger", also nicht detonierte Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg, sind mit einem Aufschlagzünder oder Langzeitzünder ausgestattet. Der Zünder einer Bombe zündet den Sprengstoff, bringt das Kampfmittel zur Explosion.

Der Aufschlagzünder ist mit einem Schlagbolzen ausgestattet, der beim Aufschlag der Bombe auf ein Zündplättchen schnellt und so die Kettenreaktion in Gang bringt. Je nachdem, in welchem Winkel und auf welchem Untergrund die Bombe aufkam, versagte jedoch dieser Mechanismus. Allerdings kann auch heute, Jahrzehnte später, eine einzige kleine Bewegung den Schlagbolzen und damit die Detonation der Bombe auslösen.

Bei Langzeitzündern wird der Schlagbolzen durch einen Sicherungsring aus Kunststoff gehalten. Davor wiederum ist ein Glasfläschchen mit Aceton montiert, die beim Abwurf zerstört wird. Das herauslaufende Aceton beginnt nun den Sicherungsring aufzulösen. Je nach Zerstörungsgrad des Glasbehälters kann dieser Vorgang Minuten dauern, Stunden – oder eben auch Jahrzehnte. Die Bombe kann heute noch jederzeit detonieren. Bei der Entschärfung reicht eine minimale Bewegung, um die Explosion auch noch 80 Jahre nach Abwurf auszulösen.

Bombenentschärfung: Wer bezahlt?


Eine Bombenentschärfung wird vom Kampfmittelräumdienst und gegebenenfalls von einem von ihm beauftragten Unternehmen durchgeführt. Die Kosten für die Entschärfung und den Abtransport der Kampfmittel trägt der Staat, auch wenn die Bombe, Mine oder alte Munition auf privatem Gelände gefunden wird.

Die Kostenübernahme gilt jedoch nicht für Maßnahmen im Vorfeld, während und nach der Bombenentschärfung. Dazu zählen unter anderem Erdarbeiten, die Entfernung von Bewuchs, Bohrungen, aber auch Maßnahmen im Zusammenhang mit einer Evakuierung wie Absperrmaßnahmen oder das Aufstellen von Warnschildern.

Bombenentschärfung: Die Evakuierung


Im Rahmen von Bombenentschärfungen kommt es oft zu Evakuierungsmaßnahmen. Dies bedeutet, dass Menschen, die in einem vom Kampfmittelräumdienst festgelegten Radius um den Bombenfund leben oder arbeiten, diesen während der Entschärfung verlassen müssen. Die Evakuierung wird meistens von Ordnungsamt, Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst gemeinsam durchgeführt. Die Betroffenen werden informiert und zu Sammelstellen geleitet. Es wird durch Rundgänge sichergestellt, dass sich niemand mehr in der Evakuierungszone aufhält.

Bombenentschärfung: Kann ich die Evakuierung verweigern?


Die Evakuierung wegen einer Bombenentschärfung ist eine behördliche Anordnung, der Folge geleistet werden muss. Ein Verbleib im Evakuierungsgebiet – auch auf eigene Gefahr hin – ist nicht möglich. Der Versicherer Arag weißt darauf hin, dass Menschen, die sich in ihrer Wohnung oder ihrem Haus verstecken, auch die Kosten einer gewaltsamen Türöffnung durch die Feuerwehr oder Schlüsseldienste tragen müssen.

Schäden durch Bombenentschärfung: Wer zahlt, wenn es schiefgeht?


Sollte es durch die Bombenentschärfung zu Schäden an Gebäuden kommen, zahlt in der Regel die Gebäudeversicherung oder die Hausratversicherung, auch wenn in der Regel "Schäden, die auf Kriegsereignisse zurückgehen" in den meisten Versicherungsverträgen ausgeschlossen sind. Für Schäden am Auto kommt die Teil- oder Vollkaskoversicherung auf.

Arbeitsausfall durch Bombenentschärfung


Wenn die Arbeitsstätte in einem Evaluierungsgebiet liegt und die Angestellten daher nicht ihrer Arbeit nachkommen können, trägt der Arbeitgeber das Risiko – die Arbeit muss also bezahlt werden, da es sich um eine "höhere Gewalt" handelt. Kein Anspruch auf Lohnzahlung besteht jedoch, wenn zum Beispiel ein Arbeitnehmer durch eine Evakuierungsmaßnahme nicht rechtzeitig oder gar nicht zur Arbeit erscheint.