1. 24RHEIN
  2. Rheinland & NRW

Weilerswist: Mann (32) bringt Eltern mit Messerstichen um, weil er seine Ruhe haben wollte – Urteil

Erstellt: Aktualisiert:

Der Eingang des Bonner Landgerichts.
Zum zweiten Mal wurde ein Mann vom Bonner Landgericht nun zu lebenslanger Haft verurteilt, weil er seine Eltern mit mehreren Messerstichen ermordet hatte. © Oliver Berg/dpa

Der Fall sorgte für Entsetzen: Ein Mann hat seine Eltern mit mehreren Messerstichen getötet, weil er von ihnen genervt war. Nun wurde er erneut zu lebenslanger Haft verurteilt.

Bonn/Weilerswist – In einem neu aufgerollten Mordprozess gegen einen 32-jährigen Mann hat das Landgericht Bonn den Angeklagten am Montag erneut zu lebenslanger Haft verurteilt. Dabei bewertete das Gericht die Tötung des 62-jährigen Vaters mit 30 Messerstichen als heimtückischen Mord. Die 60 Jahre alte Mutter ebenfalls mit zahlreichen Messerstichen getötet, dies wurde als Totschlag gewertet. Von einer besonderen Schwere der Schuld sah das Gericht in dem Urteil ab. Die Tat ereignete sich Ende April 2019.

Mord in Bonn: Bundesgerichtshof hob Urteil im November auf – das war der Grund

Der Bundesgerichtshof hatte das Urteil des Bonner Schwurgerichts, das den Sohn im November 2019 ebenfalls zu lebenslanger Haft verurteilt hatte, im vergangenen November aufgehoben. Die obersten Richter hatten Zweifel an der Begründung, ob die Tötung des Vaters heimtückisch und damit ein Mord war.

Fall in Bonn neu aufgerollt: Mann (32) bringt Eltern um – Täter wollte „einfach nur seine Ruhe haben“

Die Bonner Richter gingen in dem erneuten Verfahren vor allem dem Motiv des Angeklagten nach: Demnach habe der 32-jährige Deutsche sich mit den Messerstichen von den Eltern befreien wollen, die ihn in seiner Wahrnehmung über Jahre drangsaliert hätten. Am Abend des Tattages sei es zur Zuspitzung gekommen: Er sei - wie er selber nach der Festnahme erklärt hatte - von den Eltern „genervt gewesen“, die ihn ewig bevormundet hätten. Der Mann aus Weilerswist im Kreis Euskirchen erklärte, er habe einfach nur seine Ruhe haben wollen. Sein Verteidiger hatte auf zweifachen Totschlag sowie Unterbringung in eine Entzugsklinik plädiert. Nach dem Urteil kündigte er Revision an.

Am 20. März ereignete sich im Kreis Euskirchen in Mechernich ein weiteres, grausiges Verbrechen. Dort wurde auf einem Feldweg eine Leiche gefunden. Der Verstorbene sei Opfer eines Gewaltverbrechens geworden, sagte eine Sprecherin der zuständigen Staatsanwaltschaft aus Aachen.(nb mit dpa)

Auch interessant