1. 24RHEIN
  2. Rheinland & NRW
  3. Bonn

Aktenzeichen XY: Rätselhafter Mordfall – wer tötete Ernst Kaminski?

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Benjamin Stroka

Das Opfer Ernst Kaminski.
Ernst Kaminski wurde im Februar 1990 als vermisst gemeldet. 1994 wurden seine Knochen in einem Waldstück bei Bonn gefunden. © Polizei Bonn

1990 wird Ernst Kaminski als vermisst gemeldet. Rund vier Jahre später finden Schüler seine Knochen in einem Wald. Der Mordfall ist erneut Thema bei Aktenzeichen XY.

Bonn – Ein mysteriöser Knochenfund in einem Wald, Anhaltspunkte, die auf einen Mord hindeuten und ein jahrelang vermisstes Opfer – ein rätselhafter „Cold Case“ aus dem Jahr 1994 beschäftigt weiterhin die Polizei in Bonn. Der Fall wurde bereits im September 2021 bei der TV-Fahndungssendung „Aktenzeichen XY“ vorgestellt.

Dort gingen einige neue Hinweise zu dem Fall ein, die unter anderem zur Identifizierung des Opfers führten. Demnach handelt es sich um den damals 25 Jahre alten Ernst Kaminski. Am 23. Februar wird der Mordfall erneut Thema bei „Aktenzeichen XY“. In der von Rudi Cerne moderierten Fahndungssendung berichtet die Polizei dann über den aktuellen Stand der Ermittlungen. 24RHEIN hat die bislang wichtigsten bekannten Fakten zum Fall zusammengefasst.

Aktenzeichen XY: Mordfall Ernst Kaminski – wo wurden die Knochen gefunden?

Ausgangspunkt für die Ermittlungen war der Fund menschlicher Knochen in einem Waldstück. Am 23. Mai 1994 hatten Schüler in Ruppichteroth-Beiert (Rhein-Sieg-Kreis) in dem Waldstück „In der Mordkaule“ mehrere Knochen gefunden. Schnell wurde klar, dass es sich bei dem Fund um menschliche Knochen handelt. Eine Untersuchung des rechtsmedizinischen Instituts der Universität Bonn ergab zudem deutliche Anhaltspunkte auf eine nicht natürliche Todesursache bei der verstorbenen Person. Die Polizei ging daher von einem Gewaltverbrechen aus. Eine Mordkommission übernahm gemeinsam mit der Bonner Staatsanwaltschaft die Ermittlungen.

Aktenzeichen XY (ZDF): Wie wurde das Opfer identifiziert?

Die Identifizierung des Opfers gestaltete sich schwierig. Die Ermittlung der Mordkommission ergab, dass die verstorbene Person im Oktober 1992 noch gelebt haben muss. Allerdings ging die Polizei zunächst davon aus, dass es sich aufgrund der Knochen beim Opfer um eine Frau handeln würde. Weitere Ermittlungen verliefen ins Leere und der Fall wurde erst Jahre später im Zuge einer Cold-Case-Bearbeitung wieder aufgegriffen. Moderne Kriminaltechnik führte dann zu einem Durchbruch: Die aufgefundenen Knochenteile gehörten nicht zu einer Frau, sondern zu einem Mann.

Mit diesem Kenntnisstand wurde der Fall im September 2021 bei „Aktenzeichen XY“ vorgestellt. Dort gingen Hinweise ein, die zur Identifizierung des Opfers führten. Beim Toten handelt sich um den damals im Rhein-Sieg-Kreis lebenden Ernst Kaminski.

Aktenzeichen XY – Was ist über Ernst Kaminski bekannt?

Ernst Kaminski wohnte damals in einem Single-Haushalt in Siegburg. Obwohl seine Knochen erst im Mai 1994 gefunden wurden, hatten Angehörige ihn bereits am 19. Februar 1990 als vermisst gemeldet. Der damals 25-Jährige sei nach aktuellem Kenntnisstand der Polizei auch im Februar 1990 zuletzt lebend gesehen worden. Er war unverheiratet und soll Kontakte ins Drogenmilieu gehabt haben.

Besonders rätselhaft: Kaminski wurde im Februar 1990 als vermisst gemeldet, soll aber laut rechtsmedizinischer Untersuchung im Oktober 1992 noch gelebt haben. Was in diesem Zeitraum vorgefallen ist, könnte der Schlüssel zur Aufklärung des Verbrechens sein.

Mordfall Ernst Kaminski bei Aktenzeichen XY: Gibt es eine Belohnung?

Insgesamt wurden 5000 Euro als Belohnung für sachdienliche Hinweise ausgesetzt, die zur Ermittlung oder Ergreifung des Täters führen. 2000 davon stammen von der Staatsanwaltschaft Bonn, die anderen 3000 von Angehörigen des verstorbenen Ernst Kaminski.

Mord an Ernst Kaminski: Was passiert bei Aktenzeichen XY am 23. Februar?

Bei der neuesten Folge von „Aktenzeichen XY“ (23. Februar, 20:15 Uhr im ZDF) stellt die Polizei den aktuellen Sachstand zum Mordfall Ernst Kaminski vor. Die Ermittler hoffen weiterhin auf Mithilfe durch die Bevölkerung und stellen daher mehrere Fragen:

Die Mordkommission der Polizei Bonn nimmt Hinweise unter der Rufnummer 0228-150 entgegen. Die Ermittler werden auch während der TV-Sendung unter der Nummer erreichbar sein. (bs) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Auch interessant