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Bonn: Ehemaliger Boxer nach tödlichem Schlag freigesprochen – war wohl Notwehr

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Jugendkriminalität ist auch in München immer wieder ein Problem (Symbolfoto).
Ein einziger Faustschlag führte zum Tod eines Mannes. (Symbolfoto) © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Bei einem Streit in einem Café in Bonn hat ein ehemaliger Boxer einen Mann so geschlagen, dass dieser wenige später starb. Doch laut Gericht trifft ihn wohl keine Schuld.

Bonn – Im Prozess um einen tödlichen Faustschlag gegen einen Gast in einem türkischen Kulturverein ist ein ehemaliger Amateurboxer freigesprochen worden. Es sei nicht ausgeschlossen, dass der Angeklagte angegriffen worden sei und in Notwehr gehandelt habe, hieß es im Urteil des Landgerichts in Bonn am Freitag. Auch sei sein Schlag nicht unverhältnismäßig hart gewesen. Der 61-Jährige war wegen Körperverletzung mit Todesfolge angeklagt worden.

Ehemaliger Boxer vor Gericht in Bonn: Opfer war alkoholisiert und aggressiv – Faustschlag führt zu Tod

Das Opfer sei an dem Abend im Juli 2020 alkoholisiert und aggressiv in dem Café in Bonn erschienen, stellte das Gericht fest. Als der Mann trotz mehrfacher Aufforderungen durch den Wirt nicht aufstand, mischte sich demnach der Angeklagte verbal ein. Daraufhin sei der Geschädigte auf den Boxamateur losgegangen, der sich mit einen Faustschlag gegen den Kiefer gewehrt habe.

Der 47-Jährige stürzte und schlug mit dem Hinterkopf auf dem Beton auf. Zwei Tage nach dem Vorfall starb er – trotz eines neurochirurgischen Eingriffs. Der syrische Angeklagte hatte den Schlag im Prozess grundsätzlich eingeräumt.

„Auch wenn Sie strafrechtlich keine Schuld trifft“, hieß es in der Urteilsbegründung, „tragen Sie an einer ungeheuren Verantwortung. Durch Ihre Hand ist ein Mensch gestorben.“ (dpa/lnw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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