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Familie stellt Grill in Wohnung – am nächsten Morgen wählen sie den Notruf

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Rettungswagen, davor Rettungskräfte
Feuerwehr und Rettungskräfte waren in einer Wohnung in Bonn im Einsatz. (Symbolbild) © Jonas Walzberg/dpa

Eine gefährlich hohe Konzentration von Kohlenmonoxid in der Wohnung einer Familie hat in Bonn für einen Rettungseinsatz gesorgt. Auslöser war ein Grill.

Bonn – Eine Familie aus Bonn klagte über Unwohlsein und akute Kreislaufprobleme, am Mittwochmorgen (28. September, gegen 5 Uhr) entschieden sie sich, den Notruf zu wählen. Und das war genau die richtige Entscheidung, wie sich zeigen sollte. Rettungskräfte rückten an. Als die Besatzung eines Rettungswagens eintraf, stellten sie „eine hohe Konzentration des gesundheitsgefährlichen Gases Kohlenmonoxid (CO) fest“, teilt die Feuerwehr mit. Die Retter hatten aus Routine CO-Warngeräte dabei – und die schlugen an.

Bonn: Wohnung geräumt – Familie in Spezialklinik gebracht

Die Rettungskräfte reagierten sofort und räumten die Wohnung im Bonner Stadtteil Hardtberg. Während sie die Familie versorgen, wurden weitere Rettungskräfte sowie die Feuerwehr nachalarmiert. Die vier Mitglieder der Familie erlitten eine Kohlenmonoxid-Vergiftung und mussten für die weitere Behandlung in eine Spezialklinik nach Düsseldorf gebracht werden. Vor kurzem kamen ebenfalls mehrere Menschen mit einer Kohlenmonoxid-Vergiftung ist Krankenhaus, weil ein Mann seine Wohnung mit einem Holzkohlegrill heizen wollte.

Grill in Wohnung gestellt – mit gefährlichen Folgen

Atemschutztrupps erkundeten die Wohnung mit speziellen Messgeräten. Die Feuerwehr bestätigte die hohen CO-Werte. Schnell konnten die Retter auch die Ursache für die gefährliche Gaskonzentration ausmachen: Ein Grill mit noch glimmenden Holzkohlen, der in der Wohnung stand. Die Familie hatte den Grill am Abend vom Balkon in die Wohnung gestellt, teilt die Feuerwehr mit. Eine fatale Entscheidung, wie sich zeigen sollte. „Ein Holzkohlegrill oder ein Heizstrahler beziehungsweise Heizpilz dürfen niemals in Wohnungen oder anderen geschlossenen Räumen benutzt werden“, warnt die Feuerwehr. Experten warnen derzeit auch davor, die Wohnungen beispielsweise mit einem Teelichtofen zu heizen, berichtet Heidelberg24.

Wann Kohlenmonoxid gefährlich wird

Kohlenmonoxid ist farb- und geruchslos, Menschen können es nicht wahrnehmen. Es entsteht bei der unvollständigen Verbrennung kohlenstoffhaltiger Kraft- und Brennstoffe. Gerade in Innenräumen oder bei Sauerstoffmangel „werden schnell lebensbedrohliche Konzentrationen erreicht“, erklärt die Feuerwehr. Sie empfiehlt „die Installation von geprüften und zugelassenen Kohlenmonoxid-Meldern. Diese lösen bei einer kritischen CO-Konzentration Alarm aus“.

Erst nach umfangreichen Lüftungsmaßnahmen und Folgemessungen sanken die entsprechenden Werte wieder unter die erforderlichen Warnschwellen. Der Einsatz vor Ort war gegen 6:30 Uhr beendet. (mlu) Tipp: Fair und verlässlich informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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