1. 24RHEIN
  2. Rheinland & NRW
  3. Bonn

Thomas Gottschalk kritisiert Haribo für Werksschließung – und zeigt sich enttäuscht über Entscheidung

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Mick Oberbusch

„Haribo macht Kinder froh, und Erwachsene ebenso“ – nur eine Phrase? Kult-Moderator Thomas Gottschalk jedenfalls übt jetzt harsche Kritik.

Bonn — Viele Jahre lang waren sie ein unzertrennliches Paar: Kult-Moderator Thomas Gottschalk, 17 Jahre lang Moderator der TV-Sendung „Wetten, dass..?“ (ZDF), und der Süßwaren-Riese Haribo aus Bonn. Nun jedoch scheint das Tischtuch zwischen dem langjährigen Werbegesicht und dem Unternehmen zerschnitten.

Was war passiert? Im November verkündete Haribo, seine Produktionsfabrik in Wilkau-Haßlau (Landkreis Zwickau) zu schließen. Das 1990 übernommene Werk mit 150 Mitarbeitern erfülle „nicht mehr die Anforderungen an eine wirtschaftliche und effiziente Produktionsstruktur“, hieß es von Seiten des Unternehmens aus Bonn. Somit gibt Haribo seinen einzigen Produktionsstandort in Ostdeutschland auf, etliche Arbeitsplätze sind in Gefahr.

„Haribo macht Kinder froh, und Erwachsene ebenso“ — das muss man auch als Arbeitgeber ernst nehmen!

Thomas Gottschalk

Thomas Gottschalk enttäuscht über Schließung von Haribo-Werk

Nun zeigte sich mit Thomas Gottschalk der wohl berühmteste Haribo-Fan Deutschlands enttäuscht über diese Entscheidung. „Wenn man sich auf die Fahne geschrieben hat: ‚Haribo macht Kinder froh, und Erwachsene ebenso‘ muss man das auch als Arbeitgeber ernst nehmen. Ich bin überzeugt: Mein alter Partner Hans Riegel, der dem Produkt seinen Namen gegeben hat, würde das genauso sehen. Leider sind wir beide nicht mehr im Amt!“, so Gottschalk gegenüber dem Landesbezirk Ost der Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG).

Thomas Gottschalk, Haribo-Chef Hans Riegel und „Kaiser“ Franz Beckenbauer (v.l.n.r.) mit dem Haribo Goldbären
Thomas Gottschalk (links) und Hans Riegel (Mitte, hier mit Franz Beckenbauer), pflegten eine enge Freundschaft. © Thomas Frey/dpa

Riegel verstarb 2013 im Alter von 90 Jahren. 1946 hatte er gemeinsam mit seinem Bruder Paul (2009 verstorben) das Unternehmen von seinem Vater unternommen und es zum weltweiten Süßwaren-Konzern ausgebaut. Gottschalk stand von 1991 bis 2014 als Werbegesicht vor der Kamera und gab der Süßigkeiten-Marke ein deutschlandweit bekanntes Gesicht.

Haribo: Coronavirus ein Grund für die Schließung?

Bereits vergangene Woche gingen Betroffene auf die Straße, eine Petition zum Erhalt des Werkes sammelte bereits fast 15.000 Unterschriften. Mit sich reden lassen dürfte Haribo allerdings nicht wirklich. Wie das Unternehmen gegenüber dem Express äußert, war auch das Coronavirus ein Grund für die Entscheidung: „Erschwerend kommt hinzu, dass die aktuellen Unwägbarkeiten durch die Corona-Pandemie auch für uns die Notwendigkeit verschärft haben, das Unternehmen für die Zukunft noch wettbewerbsfähiger aufzustellen und die Effizienz unserer Strukturen und Prozesse weiter zu steigern“ Und das dürfte weder Thomas Gottschalk, noch die Haribo-Mitarbeiter froh machen... (mo)

Auch interessant