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Bonn: Fünf Monate Gefängnis nach Streit um offenes Busfenster – Fahrgast (50) griff Jugendlichen (17) an

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Blick auf den Eingang vom Landgericht in Bonn.
Das Urteil des Bonner Landgerichts gegen den 50-jährigen Angeklagten ist rechtskräftig (Symbolbild). © Oliver Berg/dpa

Ein mehrfach vorbestrafter 50-Jähriger ist vom Bonner Landgericht zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Berufungsrichterin glaubte nicht an Notwehr.

Bonn – Wegen eines handfesten Streits um ein geöffnetes Busfenster muss ein 50 Jahre alter Fahrgast ins Gefängnis. Wie das Landgericht in Bonn am Montag mitteilte, wurde das Urteil nun rechtskräftig. Der Angeklagte, unterwegs nach Rheinbach, hatte sich im November 2019 mit einem 17-jährigen Schüler darum gestritten, ob das Busfenster im hinteren Teil des Fahrzeugs auf oder zu bleiben solle.

Nachdem der Busfahrer wegen des Streits gestoppt und entschieden hatte, dass das Fenster geschlossen bleiben sollte, hielt sich der Angeklagte nicht an die Anweisung, sondern öffnete das Fenster erneut. Als der Schüler es wieder schließen wollte, griff der Angeklagte ihn an, warf ihn zu Boden, trat wiederholt auf ihn ein – und sprang schließlich mit Wucht auf seinen Brustkorb. Vier Tage war der 17-Jährige mit Arm- und Thorax-Prellungen krankgeschrieben.

Bonn: Chancenloser Angeklagter nimmt Berufung zurück

Der vielfach vorbestrafte Angeklagte war gegen das Urteil des Amtsgerichts Rheinbach vom August 2020 in Berufung gegangen. Er habe in Notwehr gehandelt, erklärte er. Die Berufungsrichterin jedoch glaubte ihm seine Version nicht: Wenn einer im Mittelgang eines Busses wehrlos auf dem Rücken liege, dann gehe keine Gefahr von ihm aus – und damit gebe es auch keine Notwehrlage. Chancenlos nahm der Angeklagte schließlich die Berufung zurück. An den Schüler muss er zudem noch 1000 Euro Schmerzensgeld zahlen.

Zu einer Auseinandersetzung ist es im März auch in einer Regionalbahn gekommen. Dank eines aufmerksamen Zeugen ist es der Bundespolizei in Bonn aber gelungen, den flüchtigen Messerstecher zu fassen. Der 33-Jährige hatte in einer Regionalbahn auf einen Kontrahenten eingestochen. Weil es auch am Rheinufer in Bonn immer wieder zu Straftaten kommt, setzt die Polizei jetzt auf Videoüberwachung. Die Videoüberwachung soll laut einer Polizeimitteilung flexibel und ausschließlich zu einsatzrelevanten Zeiten erfolgen. (dpa)

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