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Pflegetochter (15) missbraucht: Gericht in Bonn verurteilt 48-Jährigen zu knapp drei Jahren Haft

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Der Schriftzug „Landgericht“ über dem Eingang zum Bonner Landgericht.
Ein Pflegevater wurde am Bonner Landgericht verurteilt (Symbolbild). © APress/Imago

Zu zwei Jahren und neun Monaten Haft hat das Landgericht Bonn einen 48-Jährigen wegen des Missbrauchs seiner Pflegetochter verurteilt.

Bonn – Das Landgericht in Bonn hat am Dienstag einen 48-jährigen Pflegevater aus Bad Münstereifel wegen sexuellen Missbrauchs einer ihm anvertrauten Pflegetochter zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Die 15-Jährige war erst sechs Monate zuvor in der Pflegefamilie aufgenommen worden, nachdem das Jugendamt sie – wegen Gewalttätigkeiten – aus ihrer eigenen Familie genommen hatte.

Nach den ersten vier Übergriffen im Sommer 2020 hatte sich die Pflegetochter einem Klassenkameraden anvertraut. Der 17-Jährige informierte später die Polizei. Als die Beamten vor Ort erschienen, sprang die 15-Jährige aus dem Fenster und suchte in den Armen einer Polizeibeamtin Schutz.

Landgericht Bonn: Jugendliche macht „Bilderbuch-Aussage“

Der Pflegevater hatte die Vorwürfe bestritten, sein Verteidiger forderte Freispruch. Laut Urteil hat die heute 16-Jährige jedoch eine „Bilderbuch-Aussage“ gemacht, eine bessere, glaubhaftere Aussage gebe es selten, hieß es. Die Folgen für die junge Frau, die ursprünglich Abitur machen wollte, seien „katastrophal“, sie befindet sich seit den Übergriffen in geschlossenen Kliniken. Bis zu den sexuellen Übergriffen, so hatten es Zeugen erzählt, sei sie „ein fröhliches Mädchen gewesen, trotz der jahrelangen Gewalterfahrung“.

Die Bonner Staatsanwaltschaft hat kürzlich einen Lehrer aus dem Rhein-Sieg-Kreis angeklagt – wegen Kindesmissbrauchs in 104 Fällen. (dpa/lnw)

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