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Meckenheim: Mann schießt um sich – SEK rückt mit Großaufgebot an – Schütze tötet sich selbst

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Von: Nina Büchs

Ein Polizist mit Mundschutz ist am Tatort in Meckenheim bei Bonn im Einsatz.
Nach mehreren Schüssen in Meckenheim nahe Bonn hat die Polizei am Abend einen Tatverdächtigen getötet. © Fabian Strauch/dpa

Ein bewaffneter Mann löste am Sonntagabend, den 22. November, in Meckenheim einen Großeinsatz aus, der für ihn tödlich endete. Nun kam heraus: Er war alkoholisiert.

Update vom 23. November, 17.45 Uhr: Der bewaffnete Mann, der bei einem Schusswechsel mit der Polizei in Meckenheim angeschossen wurde, tötete sich mit seiner eigenen Waffe. Dies ergab nun eine rechtsmedizinische Untersuchung. Demnach handle es sich bei der tödlichen Verletzung um einen „aufgesetzten Schuss im Kopfbereich“. Das Motiv könnte der Polizei zufolge im „privaten Bereich“ liegen. Hinweise auf einen politischen oder religiösen Hintergrund gebe es nicht.

Mann stirbt bei Schusswechsel mit SEK in Meckenheim: Täter war Sportschütze- Polizei findet Waffenarsenal

Update vom 23. November, 17.00 Uhr: Der bei einem Schusswechsel ums Leben gekommene Schütze, der am Sonntagabend in Meckenheim bei Bonn randaliert und auf offener Straße um sich geschossen hatte, war Sportschütze. Dies teilte die Staatsanwaltschaft Bonn am Montag mit. Bei einer weiteren Untersuchung hat die Polizei zudem mehrere Waffen bei ihm sichergestellt. Dabei handle es sich um Messer, Macheten, eine Axt, eine große Menge Munition sowie mehrere Lang- und Kurzwaffen. Wie weiter bekannt wurde, war jedoch nur einen Teil dieser Waffen auf seiner Waffenbesitzkarte angegeben. Bei der Tat selbst hat der verstorbene Schütze zwei Kurzwaffen und Munition bei sich getragen.

Meckenheim: Mann schießt um sich – SEK rückt mit Großaufgebot an – Schütze tödlich verletzt

Erstmeldung vom 23. November: Meckenheim – Dramatische Szenen spielten sich am Sonntagabend in Meckenheim, einem Ort mit 27.000 Einwohnern südlich von Bonn ab. Ein randalierender Mann, der mit einer Pistole bewaffnet war, schoss dort mehrfach um sich und löste damit gegen 21 Uhr einen Großeinsatz aus. Der 44-jährige Schütze kam schließlich bei einem Schusswechsel mit der Polizei ums Leben.

Schütze bei Schusswechsel mit der Polizei in Meckenheim bei Bonn gestorben - Mann war zum Tatzeitpunkt betrunken

Wie ein Polizeisprecher am Montagmorgen mitteilte, soll der Schütze zum Tatzeitpunkt betrunken gewesen sein. Dafür gebe es entsprechende Beweise. Eine Obduktion soll nun zeigen, ob der Mann durch Kugeln der Polizei starb oder ob er sich selbst tötete. Die Staatsanwaltschaft und die Kriminalpolizei in Bonn haben die Ermittlungen aufgenommen.

Polizeieinsatz in Meckenheim bei Bonn: Das ist passiert

Zeugen hatten den randalierenden Schützen am Sonntagabend der Polizei gemeldet, als dieser eine Pistole zog und damit auf offener Straße mehrfach um sich schoss. Danach soll der Mann weitergezogen sein. „Hierbei gab er - so unserer derzeitiger Erkenntnisstand - weitere Schüsse ab“, erklärte ein Polizeisprecher. Wie nun bekannt ist, ermittelte die Polizei rund zehn Tatorte, an denen der Schießwütige randalierte. Polizisten markierten am Montagvormittag Einschusslöcher an Hausfassaden, parkenden Autos, einem Streifenwagen und in der Fensterscheibe eines Wohnwagens.

Um die Gefahrenlage am Sonntagabend in den Griff zu bekommen, wurden auch Spezialkräfte angefordert. Ärzte, Sanitäter und Notfallseelsorger waren bei dem Polizeieinsatz in Meckenheim ebenfalls vor Ort.

Schusswechsel mit Polizei in Meckenheim/Bonn: Auch ein Polizist wurde von dem Schützen getroffen

Als das Polizeifahrzeug schließlich am Ort des Geschehens eintraf, feuerte der 44-Jährige Schüsse ab und traf einen Polizisten an der Hand, der daraufhin in ein Krankenhaus eingeliefert wurde. Der Schütze flüchtete schließlich auf ein etwa 200 Meter entferntes Grundstück. Dort wurde er von Spezialkräften gestellt, die ihn vergeblich zum Aufgeben überreden wollten. Der unbekannte Mann ließ jedoch nicht mit sich reden. Er starb noch am frühen Montagmorgen bei einem Schusswechsel mit den Einsatzkräften.

Schütze kommt bei Schusswechsel mit der Polizei ums Leben: War der Mann in einem Schützenverein?

Weitere Hintergründe, wie etwa zum Motiv der Tat gab die Polizei bislang noch nicht bekannt. Unklar ist auch, woher der Täter die Waffe hatte. Wie der WDR berichtete, hatte der Mann sogar zwei Waffen und große Mengen an Munition dabei. In den sozialen Medien wurde die Frage aufgeworfen, ob der Mann Mitglied in einem Schützenverein war. Die Polizei wollte dazu jedoch noch nichts sagen. (nb mit dpa und afp)

Hinweis zu Berichterstattung nach Suizid: Generell berichten wir nicht über Selbsttötungen, damit solche Fälle mögliche Nachahmer nicht ermutigen. Eine Berichterstattung findet nur dann statt, wenn die Umstände eine besondere öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Wenn Sie oder eine Ihnen bekannte Person unter einer existentiellen Lebenskrise oder Depressionen leiden, kontaktieren Sie bitte die Telefonseelsorge unter der Nummer: 0800-1110111.

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