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Bonner Rheinaue: Nutria läuft an Spaziergängern vorbei – nicht alle beachten Fütterungsverbot

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Von: Stefanie Knupp

 Ein Nutra-Jungtier frisst

So sehen Baby-Nutrias aus. In Bonn soll es davon gerade einige geben. © IMAGO / imagebroker

Nutrias sind in der Bonner Rheinaue an Menschen gewöhnt, gefüttert werden dürfen sie nicht. Familie Nutria hat wohl vor einigen Tagen Nachwuchs bekommen.

Update vom 19. Februar, 13:45 Uhr: Es gibt gute und schlechte Nachrichten für die Nutria-Familie in der Bonner Rheinaue. Die schlechte zuerst: Auf der Facebook-Seite „Nutrias Bonn“ postete die Betreiberin vor kurzem Fotos, die zeigen, dass sich einige Spaziergänger offenbar nicht an das von der Stadt erlassene Fütterungsverbot halten.

Auf den Fotos sind zahlreiche Brotscheiben und Möhrenstücke zu sehen. Die Inhaberin der Facebook-Seite schreibt, sie habe das verbotene Futter eingesammelt, an anderen Stellen würde sogar noch mehr liegen. Sie schreibt außerdem, solche Aktionen seien gefährlich, da die Nutrias so viel gar nichts fressen könnte, weswegen das Futter vergammelt. Es würden vermehrt Menschen kommen, die sogar Plätzchen und Schokolade mitbringen würden.

Bonn: Nutrias in der Rheinaue haben wohl Nachwuchs bekommen

Jetzt zu den guten Nachrichten: Familie Nutria hat offenbar Nachwuchs bekommen. Das berichtet der Bonner General-Anzeiger. Demnach lagen am 10. Februar sechs Nutria-Babys in einem Nest. Ob alle überlebt haben, ist derzeit nicht ganz klar. Die klirrende Kälte der vergangenen Tage könnte für die Kleinen gefährlich gewesen sein.

Auf „Nutrias Bonn“ heißt es, einige Babys seien verstorben. Auf der Seite gibt es ein Video der Jung-Nager, die von ihren Verwandten gewärmt werden. (sk)

Bonn: Video zeigt zutrauliche Nutria in der Rheinaue – nach Bissen gilt in der Stadt ein Fütterungsverbot

Erstmeldung vom 17. Februar, 12 Uhr: Bonn – Da kennt die Biberratte nix: Wie selbstverständlich läuft eine Nutria durch eine kleine Gruppe Menschen, die offenbar das schöne Wetter des Wochenendes genutzt hatte, um einen Ausflug in die Bonner Rheinaue zu machen.

Ein Video, das in der Facebook-Gruppe „Du kommst aus Bonn wenn...“ (fast 20.000 Mitglieder) geteilt wurde, zeigt diese Szene. Die Nutria nestelt zunächst an etwas herum, bemerkt dann die Kamera und geht auf den Filmer zu. Im Anschluss macht sich das Tier wieder auf in Richtung des Wassers und läuft dabei durch eine Gruppe, zu der auch Kinder gehören. Die Menschen nähern sich der Nutria nicht, auch die Kleinen schauen nur zu – und haben damit alles richtig gemacht.

Nutrias in der Rheinaue: Stadt Bonn hat bereits ein Fütterungsverbot erlassen

Nutrias, die auch Biberratten genannt werden, kommen aus Südamerika und verbreiten sich seit den 1920er Jahren auch in Deutschland. In NRW kommen sie flächendeckend vor, schreibt der Naturschutzbund (NABU). Sie lassen sich gerne an Seen oder Teichen nieder. In der Bonner Rheinaue sind sie seit Jahren heimisch und an Menschen gewöhnt. Anders sieht es in Köln aus. Dort wurden kürzlich zwei von den Tieren in Sürth und östlich des Ebertplatzes am Weiher im Theodor-Heuss-Park entdeckt. Dass die Tiere in City-nahen Stillgewässern vorkommen, ist neu.

Damit sich die Nagetiere gar nicht erst in die City hinein ausbreiten, Straßen und Gehwege betreten und so zur Gefahr für den Verkehr werden, ist die Stadt Bonn schon vor zwei Jahren aktiv geworden – mit einem Fütterungsverbot. Das Verbot, das seit Februar 2019 in Kraft ist, schließt auch Wasservögel mit ein.

Bonn: Nutrias haben bereits zugebissen – Bußgeld bei Futter-Vertoß

Es gibt noch zwei weitere Gründe für das Fütterungsverbot in der Rheinaue, auf das auch Schilder hinweisen. Der erste Grund gilt dem Tierwohl. Wie die Stadt Bonn in einer Pressemitteilung seinerzeit schrieb, vermehrten sich Wasservögel und Nutrias durch eine übermäßige Fütterung zu stark. Dadurch gelange übermäßig viel Tierkot in das Wasser, was schlussendlich zum „Umkippen“ von stehenden Gewässern führen könne. Außerdem könnten Kot und verdorbene Lebensmittel Bakterien bilden, die für Wasservögel giftig seien.

Ein weiterer Grund für das Fütterungsverbot betrifft die Besucher der Rheinaue. Die Stadt berichtet, dass es durch die zutraulichen Nutrias, die sich sogar streicheln ließen, bereits zu Bissverletzungen gekommen sei und diese können gesundheitsgefährdend sein. Mit dem Fütterungsverbot geht auch ein Bußgeld bei Nicht-Beachtung einher. Werden kleine Mengen Futter verteilt, ahnden die Behörden den Verstoß mit 25 Euro. Das Bußgeld erhöht sich entsprechend der ausgelegten Futtermenge.

Wer sich Tiere, ob Nager, Reptilien oder andere, lieber von Weitem ansieht, freut sich sicher über einen Besuch im Zoo. Diese haben zwar pandemiebedingt noch geschlossen und stecken in großen finanziellen Problemen, die NRW-Zoos halten ihre Fans aber über die Sozialen Medien auf dem Laufenden. Der Krefelder Zoo hat jetzt erstmals Fotos von einer seltenen Nachzucht veröffentlicht: 16 Mini-Drachen sind geschlüpft. (sk)

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