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Bonn: Sohn tötete seine Eltern – jetzt wird der Doppelmord-Prozess neu verhandelt

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Der Eingang des Bonner Landgerichts.
Ein Doppelmord-Prozess wird aktuell vor dem Bonner Landgericht neu aufgerollt (Symbolbild). © Oliver Berg/dpa

Ein 32-jähriger Mann aus Bonn steht zum zweiten Mal wegen Doppelmordes an seinen Eltern vor Gericht. Den ersten Schuldspruch hob der Bundesgerichtshof auf. Jetzt wird erneut verhandelt.

Bonn – In einem neu aufgerollten Doppelmordprozess vor dem Landgericht in Bonn hat der Angeklagte am Freitag (12. Februar) erneut ein Geständnis abgelegt. Abermals räumte der 32-Jährige ein, seine Eltern an einem Abend im April 2019 mit zahlreichen Messerstichen getötet zu haben. Allerdings bestritt er, seinen 62-jährigen Vater – wie angeklagt – aus niedrigen Beweggründen oder heimtückisch im Schlafzimmer aufgesucht zu haben, um ihn zu töten.

Landgericht Bonn: Angeklagter wurde in erster Instanz schuldig gesprochen, doch der BGH hob das Urteil auf

Vielmehr habe er am Abend das Haus verlassen wollen, nachdem ihn die Eltern den ganzen Tag mit Fragen „schikaniert“ hätten, erklärte der 32-Jährige. Als der Vater sich in den Weg gestellt habe, sei es zu einem Gerangel gekommen, in dessen Verlauf er ein Klappmesser gezogen und zugestochen habe. Auf dem Weg zur Haustür sei er dann auf seine Mutter getroffen, die im Flur gerade den Notruf absetzte. Da sie sich ihm in den Weg gestellt habe, habe er auch sie mit dem Messer angegriffen.

Das Bonner Landgericht hatte den Angeklagten in erster Instanz bei der Tat als voll schuldfähig eingestuft. Es verurteilte den Sohn damals wegen heimtückischen Mordes zulasten des Vaters sowie Totschlags in Bezug auf die Mutter zu lebenslanger Haft. Dabei wurde eine besondere Schwere der Schuld festgestellt. Der Bundesgerichtshof (BGH) hob das Urteil allerdings im November 2020 auf.

Angeklagter vor Gericht: Er habe halluzinogene Pilze gegessen

Die obersten Richter hatten Zweifel an der Begründung, dass die Tötung des Vaters heimtückisch und damit Mord gewesen sein soll. Der Fall wurde daher an eine andere Kammer des Bonner Landgerichts zur Neuverhandlung zurückverwiesen. Nun sind Termine bis in den März geplant.

Erstmalig erzählte der 32-Jährige am Freitag, dass er am Tattag nicht nur mehrere Flaschen Bier und einen Joint konsumiert, sondern auch 30 Gramm halluzinogene Pilze gegessen habe, die ihn in „einen traumähnlichen Zustand“ versetzt hätten.

Derzeit läuft vor dem Landgericht Bonn ein weiterer Mordprozess. Dort wird zwei Männern vorgeworfen, einen dritten Mann in einem Flüchtlingsheim gefoltert und getötet zu haben. (dpa/lnw)

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