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Aprilwetter gefährdet Anbau von Obst und Gemüse – kreative Lösungen sollen helfen

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Von: Johanna Werning

Erntehelfer stechen Spargel auf einem Feld.

Obst und Gemüse leiden unter dem kalten Aprilwetter und werden so deutlich teurer (Symbolbild) © Bodo Schackow/dpa

Das frostige Aprilwetter sorgt bei dem Obst- und Gemüseanbau für Frust. Schon jetzt verschiebt sich die Ernte. Das macht sich auch an der Supermarktkasse bemerkbar.

Bonn – Das frostige Aprilwetter hat in den letzten Wochen nicht nur den Menschen zu gesetzt. Auch Obst und Gemüse leiden unter den niedrigen Temperaturen. Das ist nun an der Ernte in NRW zu merken. Dabei ist Nordrhein-Westfalen das wichtigste deutsche Anbaugebiet für Obst und Gemüse. Allein auf einer Fläche von 1800 Hektare werden Äpfel in NRW angebaut.

NRW-Obstanbau in Gefahr: Kaltes Aprilwetter sorgt für saftige Preise an der Gemüsetheke

Dennoch könnte das Obst und Gemüse in den Supermarktfilialen von Rewe und Aldi bald knapp werden. Denn das kalte Aprilwetter wirkt sich auf die gesamten Felder und Plantagen aus. Peter Muß vom Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauer in Bonn erklärt gegenüber der dpa, dass „das gesamte Gemüse“ in diesem Jahr spät dran ist.

Während sich die Landwirte in diesen Tagen eigentlich auf die Ernte von Kohlrabi und Salaten vorbereiten, ist das Gemüse jetzt noch nicht reif. Voraussichtlich kann erst um den 5. Mai mit einer größeren Menge von geernteten Salaten gerechnet werden. „Damit sind wir etwa zehn Tage später als im Vorjahr“, so Muß weiter. Auch der Spargel wird wahrscheinlich erst mit größerer Verzögerung auf dem Teller landen.

Der Ernteverzug von Obst und Gemüse wirkt sich auch auf die Endkunden aus. Die Preise für die beiden Nahrungsmittel-Gruppen stieg zuletzt um 2,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Besonders deutlich wird der Preisanstieg bei Paprikas. Bei dem gelben, grünen oder roten Nachtschattengewächsen kommt nicht nur das schlechte Wetter zu Trage. Auch die Coronakrise führt zu einem Kilopreis von bis zu neun Euro.

NRW-Obstanbau in Gefahr: Mit kreativen Ideen soll dem Frost entgegengesetzt werden

Damit die Ernte nicht völlig einbricht, zeigen sich die Landwirtsbetriebe kreativ. Die zarten Blüten ihrer Obstbäume sollen nicht weiter leiden. Während manche Plantagen mit Beregnungsanlagen die Blüten kontrolliert einfrieren, setzen andere Betriebe auf Windmaschinen, die warme Luft verstreuen und so die Blüten vor dem Erfrieren schützen sollen.

Um die Kirsch-, Pflaumen, Birnen- oder Apfelbäume zu schützen, setzen manche Landwirte sogar auf Feuer zwischen ihren Bäumen. Auch Landwirt Jörg Umberg aus Bottrop setzt bei der Frost-Bekämpfung auf sogenannte Frostkerzen. Die Paraffinkerzen stellte er in zwei besonders eisigen Nächten zwischen den Reihen seiner Plantage auf. Die schlimmsten Frostnächte dürften die Obstbäume jedoch überstanden haben, immerhin soll das Wetter in NRW in den kommenden Tagen wieder freundlicher werden, sodass weitere Frostschäden beim Obst- und Gemüseanbau ausbleiben dürften. (jw mit dpa)

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