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Nach tödlichen Kopfschüssen in Siegburg: Womöglich Unschuldiger in U-Haft

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Das Landgericht Bonn von Außen.
Das Schwurgericht Bonn hat den Prozess nicht eröffnet. Womöglich ist der Angeklagte in unschuldig (Symbolbild). © Oliver Berg/dpa

In Siegburg wurde im März ein Mann durch einen Kopfschuss getötet. Der Haftbefehl gegen den Angeklagten wurde in Bonn aufgehoben, da er womöglich unschuldig ist.

Bonn/Siegburg – Nach einem Gewaltverbrechen an einem 45-Jährigen in Siegburg ist möglicherweise ein Unschuldiger festgenommen und angeklagt worden. Das Bonner Schwurgericht hat den Prozess nicht eröffnet, wie eine Gerichtssprecherin am Freitag auf Anfrage mitteilte. Die Täterschaft des wegen Totschlags angeklagten 50-Jährigen lasse sich nicht nachweisen, heiße es in dem Beschluss der Kammer. Der Haftbefehl gegen den Mann wurde aufgehoben.

Siegburg: Angeklagte beteuert Unschuld

Der 45-Jährige war im März 2021 mit neun Kopfschüssen in seiner Wohnung in Siegburg tot aufgefunden worden. Im Zentrum für die richterlichen Zweifel steht ein sehr ähnliches Verbrechen, das sich vier Monate später in Windeck ereignete. Dort wurde eine Frau ebenfalls erschossen. Der 34 Jahre alte Täter tötete sich anschließend selbst.

Nach einem ballistischen Gutachten ist nicht ausgeschlossen, dass die am zweiten Tatort gesicherte Waffe bei beiden Fällen verwendet wurde. Die Staatsanwaltschaft Bonn hat gegen die Entscheidung der Kammer Beschwerde eingelegt.

Der Angeklagte selbst hatte seine Unschuld beteuert. Er erklärte, dass er noch nie mit einer Waffe geschossen habe. In den Verdacht geraten war er wegen einer DNA-Spur am Tatort. (jaw/dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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