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Bonn: Nach Supermarkt-Schlägerei – verzögerter Prozessbeginn

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Der Schriftzug „Landesgericht“ am Bonner Standort.
Am Bonner Landgericht wird über eine Supermarkt-Schlägerei verhandelt (Symbolbild) © APress/Imago

In Bonn sollte am Donnerstag ein Prozess gegen Maskenverweigerer beginnen. Bei einer Supermarkt-Schlägerei haben die drei Angeklagten mehrere Polizisten mit der Faust ins Gesicht geschlagen.

Bonn/Troisdorf – Ein Jahr nach dem provokanten Auftritt von Maskenverweigerern in einem Supermarkt in Troisdorf sollte am Donnerstag, 24. Juni, um 9 Uhr der Prozess vor dem Bonner Landgericht beginnen. Die Anklage wirft zwei Männern und einer Frau gefährliche Körperverletzung sowie Angriff auf Polizeibeamte vor.

Bonn: Nach Supermarkt-Schlägerei – verzögerter Prozessbeginn

Der Prozess wegen des provokanten Auftritts von Maskenverweigerern in einem Supermarkt ist am Donnerstag im Landgericht Bonn kurz nach Beginn unterbrochen worden. Zwei der drei Angeklagten erschienen nicht zum ersten Hauptverhandlungstag. Der 36-jährige Mann und die 31-jährige Frau sollten daraufhin von der Polizei vorgeführt werden. Die Anklage wurde noch nicht verlesen. Wann und wie es weitergeht, war zunächst unklar.

Spezialkräfte der Polizei nahmen im Verlauf des Vormittags den 36-jährigen Mann und die 31-jährige Frau zu Hause fest und brachten sie ins Gericht. Die Kammer beschloss, das Verfahren gegen die Frau abzutrennen, da diese erst vor wenigen Tagen ein Kind geboren hatte.

Maskenpflicht-Protest endet in Supermarkt-Schlägerei – Täter sollen bewusst provoziert haben

Die 35 und 38 Jahre alten Männer und die damals 30-jährige Frau sollen am Nachmittag des 9. Mai 2020 in den Supermarkt gegangen sein, um gegen die Maskenpflicht zu protestieren. Aufgrund des Coronavirus ist das Tragen einer Maske Pflicht. Nach den Ermittlungen der Polizei provozierten die Angeklagten die Mitarbeiter des Geschäfts bewusst und verhielten sich zunehmend aggressiv. Als die alarmierte Polizei vor Ort erschien, eskalierte die Situation: Der 38-Jährige und sein Kumpan sollen den Beamten mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Diese trugen erhebliche Verletzungen davon.

Supermarkt-Schlägerei: Täter soll Aktion gefilmt haben

Die Aktion wurde laut Staatsanwaltschaft von den drei Angeklagten mit Handys und einer an der Brust befestigten Body-Cam gefilmt, das Video wurde später ins Internet gestellt. Der 35-Jährige, der der „Reichsbürger“-Szene zugeordnet wird, soll sechs Tage nach dem Vorfall erneut in dem Supermarkt erschienen sein und einen Mitarbeiter beleidigt haben. Für den Prozess vor der 1. Großen Strafkammer in Bonn sind fünf Verhandlungstage vorgesehen.

Für Aufsehen sorgte auch ein Fall in Köln. Die Polizei hat eine Hausarztpraxis durchsucht und fand im Wartezimmer Querdenker-Broschüren.

Update-Hinweis: Der Artikel wurde am 24. Juni erweitert. Neuerung: Zwei der drei Angeklagten sind zum Prozessauftakt nicht erschienen. Spezialkräfte nahmen die Angeklagten daraufhin fest. Die Kammer beschloss, ein Verfahren abzutrennen. Die angeklagte Frau hatte erst vor wenigen Tagen ein Kind geboren.

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