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Hühner vor Überschwemmung gerettet – jetzt leben sie im Badezimmer

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Jessica Lemke sitzt in ihrem Badezimmer, das wegen eines bei Starkregen überschwemmten Gartens als Hühnerstall herhalten muss.
Jessica Lemke sitzt in ihrem Badezimmer, das wegen eines bei Starkregen überschwemmten Gartens als Hühnerstall herhalten muss. © Christian Müller/dpa

Weil ein schweres Unwetter am Wochenende den Hühnerstall überschwemmte, leben zehn Hennen und ein Hahn in Bünde nun im Badezimmer der Familie Lemke.

Bünde – Zehn Hennen und ein Hahn leben zurzeit im Badezimmer einer Familie aus Ostwestfalen. Weil der Hühnerstall im Garten überschwemmt wurde, müssen sie noch bis Ende der Woche mit dem Waschbecken als Nest vorlieb nehmen. Am Samstag war ein Unwetter mit heftigem Regen über Bünde hinweggezogen. „Erst lief der Keller voll und eine halbe Stunde später stand der ganze Garten unter Wasser. Da konnten wir nicht lange überlegen“, berichtete Hühnerbesitzerin Jessica Lemke der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag.

Bünde: Hühner legen nun täglich frische Eier ins Waschbecken

Das Wasser sei bereits knietief durch den Stall geflossen. Gemeinsam mit einem weiteren Paar aus dem Mehrparteienhaus und deren siebenjähriger Tochter hatten sie und ihr Mann die Hühner erst zwei Monate vor der beherzten Rettungsaktion angeschafft. Durchnässt, zitternd und gestresst hatten sich die Hühner auf die Stange des Käfigs gerettet. Die Tiere seien kurzerhand in einem Kaninchenkäfig als Transportkoffer ins Badezimmer geschafft worden – wo sie sich schnell eingelebt hätten. Mehrere Medien hatten zuvor berichtet.

„Die haben gleich am nächsten Tag Eier gelegt“, sagte Lemke. Täglich seien nun im Waschbecken frische Eier zu finden. Stroh und Einstreu statt Badematte und eine Hühnerstange sorgen für ein wenig Stallflair. Gelegentlich höre man die Tiere vom Flur aus gackern. „Der Hahn ist Gott sei Dank noch zu jung zum Krähen. Das wäre dann schon laut“, sagte Lemke.

Bünde: Hühner sollen zum Ende der Woche wieder nach draußen ziehen

Auch wenn der Familie noch ein zweites Badezimmer zur Verfügung stehe, zum Dauerzustand sollen die gefiederten Mitbewohner nicht werden: „Das ist für die Tiere natürlich kein Lebensraum. Die brauchen Wiese, Würmer, frische Luft“, sagte Lemke. Daher hoffen alle, dass die Hühnerschar bis Ende der Woche wieder in den Garten ziehen kann – zumindest in ein provisorisch repariertes Hühnerhaus. Denn Stall und Gehege müssen nach dem heftigen Unwetter erst wieder auf Vordermann gebracht werden: Das Fundament wurde unterspült und muss erneuert werden. „Wenn wir Pech haben ist das Holz des Hauses so durchnässt, dass wir es komplett neu machen müssen.“ (dpa)

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