1. 24RHEIN
  2. Rheinland & NRW

Panne im Chempark Leverkusen „nicht tolerierbar“ – Löschwasser fließt in Rhein

Erstellt: Aktualisiert:

Der Chempark Leverkusen nach der Explosion.
Currenta hat eine Panne im Chempark Leverkusen eingeräumt (Symbolbild). © David Young/dpa

Im Chempark Leverkusen hat Currenta erneut eine Panne eingeräumt. Wegen einer undichten Klappe ist Löschwasser von der Explosion in eine Kläranlage gekommen und in den Rhein geflossen.

Leverkusen – Die Betreiberfirma Currenta hat eine erneute Panne im Chempark Leverkusen eingeräumt. Bei einer Kontrolle hätten Firmen-Techniker am vergangenen Donnerstag (23. Dezember) eine „Undichtigkeit an einer Klappe in einer Tankleitung“ festgestellt, teilte das Unternehmen mit. In dem betroffenen Tank sei nach der schweren Explosion im Chempark im vergangenen Juli aufgefangenes Lösch-, Abwasser und Havarieabwasser gelagert worden.

Chempark Leverkusen: Durch undichte Klappe kommt Tankinhalt in Kläranlage

Nach derzeitigen Erkenntnissen sei die Undichtigkeit auf eine defekte Klappe in einer Leitung zurückzuführen, hieß es. „Dadurch gelangten offenbar rund vierzehn Prozent des Tankinhalts über einen Zeitraum von fünf Monaten ohne zusätzliche Aktivkohle-Filterung in die Kläranlage.“ Darüber seien die zuständigen Behörden laut Currenta unverzüglich informiert worden.

Nach der großen Explosion am 27. Juli mischten sich in der Kanalisation des Entsorgungszentrums Löschwasser, normales Abwasser und Havarieabwasser. Currenta leitete damals „zur unmittelbaren Gefahrenabwehr“, wie es heißt, Teile der aufgefangenen Wassermengen unter Zugabe von Aktivkohle in die reguläre Abwasserbehandlung ein. Die informierte Bezirksregierung Köln habe bestätigt, dass diese Maßnahme auch im Nachhinein nachvollziehbar war.

„Nicht tolerierbar“: Gemisch aus Abwasser, Löschwasser und Havarie-Abwasser gelangt in den Rhein

Am Montag, 27. Dezember, äußerte sich auch die Bezirksregierung Köln zu dem Vorfall. Im Gegensatz zu der Einleitung nach der Explosion im Rahmen der Gefahrenabwehr sei die nun bekannt gewordene, ungenehmigte Einleitung „nicht tolerierbar“ und müsse entsprechend verfolgt werden, teilte die Behörde mit. Eine weitere Sachverständigenuntersuchung in Ergänzung zu den Messungen des Landesumweltsamts werde nun angeordnet. Geprüft werden soll, ob es dadurch zu einer Schädigung des Gewässers gekommen ist.

Explosion Chempark Leverkusen: Currenta räumt Panne ein

In Abstimmung mit den Behörden würden aktuell noch Reste der damals aufgefangenen Abwässer fachgerecht entsorgt, hieß es. Dies geschehe nach Analyse und zweifacher Aktivkohle-Filterung über die Kläranlage. Nun räumte Currenta ein, dass offenbar ein Teil des Tankinhalts monatelang ohne zusätzliche Aktivkohle-Filterung in die Kläranlage geflossen sei. Von dort gelangt das Wasser dann in den Rhein. Unklar ist, wie giftig die ungefiltert in die Kläranlage geflossenen Abwässer sind. Auch der WDR hatte zuletzt mehrfach darüber berichtet.

Zur Kontrolle der am Ablauf der Kläranlage in den Rhein eingeleiteten Stoffe wollen Currenta und das Landesumweltamt Nordrhein-Westfalen (Lanuv) nun Proben nehmen und analysieren. Vor dem Hintergrund der festgestellten Undichtigkeit versicherte Currenta, das vorhandene Probenprogramm noch engmaschiger zu gestalten. So soll sichergestellt werden, dass „auch weiterhin keine Überwachungswerte überschritten werden“. (jaw/dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln und NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Dieser Artikel wurde am 27. Dezember aktualisiert. Neuerung: Statement der Bezirksregierung Köln eingefügt.

Auch interessant