Friseure bleiben offen

Neue Corona-Beschlüsse: NRW-Minister Stamp ist zwiegespalten – „Licht und Schatten“

+
Joachim Stamp, Kinder- und Familienminister und stellvertretender Ministerpräsident in NRW

Nach dem Corona-Gipfel wurde auch für NRW neue Maßnahmen beschlossen. Vize-Ministerpräsident Joachim Stamp zeigte sich hin und hergerissen.

Düsseldorf – NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) sieht in den neuen Bund-Länder-Beschlüssen zu Corona-Maßnahmen „Licht und Schatten“. „Ich bin sehr froh, dass es keine generellen Ausgangssperren gibt, dass wir Kitas und Schulen jetzt nicht einfach wieder schließen“, sagte der Vize-Ministerpräsident am Dienstagmorgen in einem Interview des Radioprogramms WDR 2. Stamp äußerte sich auch erleichtert darüber, „dass es zumindest für die Branchen, die nicht öffnen können, auch ein zusätzliches Milliardenprogramm noch einmal geben wird“.

Corona-Beschlüsse: Stamp enttäuscht über Handels-Einschränkung – Hoffnung auf Öffnung nach Ostern

Der FDP-Politiker hätte sich allerdings gewünscht, „dass zumindest mit den Testmöglichkeiten, die wir ja bereits haben, wir beim Handel mehr offen gehalten hätten“. Ab Montag soll in NRW laut Ministerpräsident Armin Laschet die Corona-Notbremse gelten. Geschäfte sollen dann wieder nur noch vorbestellte Ware verkaufen dürfen („Click and collect“). Auf die Frage, ob auch Friseure offen bleiben sollen, antwortete der Familienminister: „Ja, so ist das geplant.“

Stamp äußerte die Hoffnung, dass nach Ostern mit Hilfe von personalisierten Selbsttests ein Einkauf wieder möglich werde. Er verwies auf solch ein Modell in Tübingen. „Da hätte ich mir das Nutzen von technischen Innovationen jetzt schon zu einem früheren Zeitpunkt gewünscht“.

Corona-Beschlüsse: Stamp appelliert an Bevölkerung Urlaube zu verschieben

Anschließend appellierte Stamp an die Bevölkerung geplante Urlaubsreisen zu verschieben. Es gelte die „dringende Bitte, dass alle Bürgerinnen und Bürger nochmal prüfen müssen, ob man eine solche Reise nicht verschieben kann“, sagte der NRW-Familienminister gegenüber WDR 2. Er rief dazu auf, „möglichst Reisen auch beispielsweise nach Mallorca zu unterlassen, zumal es dort jetzt auch das Auftauchen der brasilianischen Mutation gibt“. Diese sei „viel, viel schlimmer“ als die englische Variante. „Deswegen kann ich nur dringend die Bürgerinnen und Bürger in Nordrhein-Westfalen bitten, über Ostern zu Hause zu bleiben“, so Stamp, der auch stellvertretender Ministerpräsident ist.

Zuvor hatte bereits Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) die Bundesregierung für die Streichung Mallorcas von der Liste der Risikogebiete und die Aufhebung der Reisewarnung kritisiert. „Das ist jetzt nicht die Zeit für Reisen“, sagte Laschet am frühen Dienstagmorgen in Düsseldorf. Denn gerade der grenzüberschreitende Reiseverkehr berge die Gefahr, dass sich auch noch gefährlichere Coronavirus-Varianten als die britische Mutante in Deutschland ausbreiten könnten. (dpa)

Dieser Artikel wurde zuletzt am 23. März inhaltlich ergänzt und aktualisiert.

  • Ergänzung: Joachim Stamps Äußerungen zu Urlaubsreisen

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion