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Corona-Wende in NRW: Doch keine Booster-Impfung nach vier Wochen

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In Nordrhein-Westfalen sind Booster-Impfungen gegen Corona jetzt doch nicht vier Wochen nach der Zweitimpfung möglich. Damit rudert die Landesregierung massib zurück.

Update vom 15. Dezember, 11:11 Uhr: Nur zwei Tage nach der Reduzierung des Mindestabstands auf vier Wochen hat die NRW-Landesregierung die Möglichkeit von Booster-Impfungen wieder stark eingeschränkt. In einem neuen Erlass „korrigiert“ das Gesundheitsministerium die Untergrenze für die Impf-Auffrischung auf vier Monate nach der Grundimmunisierung. Jedoch solle der Regelfall fünf Monate sein. (os)

NRW: Corona-Boosterimpfung schon nach 4 Wochen möglich – was das bedeutet

Erstmeldung vom 14. Dezember: Düsseldorf – In Nordrhein-Westfalen können sich Bürgerinnen und Bürger in den Impfstellen von Kommunen und Kreisen künftig bereits nach vier Wochen eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus holen. Das hat das NRW-Gesundheitsministerium am Montag in einem Erlass geregelt. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst bestätigte die Frist-Reduzierung am Dienstag (14. Dezember). Der Kreis Olpe hat den Beschluss bereits offiziell bestätigt und will die neue Regelung „umgehend umsetzen“.

Booster-Impfung in NRW schon nach vier Wochen möglich – aber keine Empfehlung

Auch Menschen, bei denen die Grundimmunisierung weniger als fünf Monate zurückliege, dürften nicht abgewiesen werden, heißt es in dem Erlass – sofern ein Mindestabstand von vier Wochen erreicht ist. Das verkürzte Impfintervall orientiere sich an der aktuellen Empfehlung der Ständigen Impfkomission, wonach eine Auffrischungsimpfung bei Personen mit schwer eingeschränktem Immunsystem und einer erwartbar stark verminderten Immunantwort bereits vier Wochen nach der zweiten Impfstoffdosis als Optimierung verabreicht werden könne.

Eine Auffrischungsimpfung vor Ablauf der fünf Monate sei aber grundsätzlich möglich, stellte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums auf Nachfrage klar. Es handele sich jedoch bei dem vierwöchigen Mindestabstand ausdrücklich nicht um eine Empfehlung, sondern lediglich um eine Untergrenze.

Das betonte auch Regierungschef Hendrik Wüst einen Tag später. Demnach müsse man jetzt „pragmatisch vorgehen“ und nicht „über-bürokratisiert“. Jedoch habe man seiner Meinung nach „schon die ganze Zeit“ niemanden zurückgewiesen, der einige Tage oder Wochen vor Ablauf der fünf Monate nach der Zweit-Impfung einen Booster wollte. Da es nun viel Verwirrung gibt, erklärte Wüst, dass man mit einem neuen Erlass „kommunikative Fragezeichen“ klären werde.

Corona in NRW: Schneller Boostern gegen Omikron-Variante

Die Ständige Impfkommission empfiehlt im Regelfall bisher einen Abstand von sechs Monaten. Angesichts der erwarteten schnellen Ausbreitung der Omikron-Variante haben zuletzt aber Fachleute wie der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie, Bernd Salzberger, auf eine Verkürzung des Abstands zwischen zweiter und dritter Impfung gedrängt.

Eine raschere Auffrischimpfung könne die Ausbreitung sowohl der Delta- als auch der Omikron-Variante beeinflussen, „das zeigen die Erfahrungen aus Israel sehr eindrücklich“, sagte Salzberger am Samstag den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Corona Booster-Impfung: Wo es die Impfung in NRW gibt

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Dieser Text wurde am 14. Dezember inhaltlich aktualisiert. Neuerung: Aussagen von Hendrik Wüst ergänzt.

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