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Corona-Beschlüsse sind „klatschende Ohrfeige“ für die Gastronomie in NRW – Branchenverband ist sauer

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Hinweisschilder befinden sich an einer geschlossenen Gaststätte. Auf dem Schild steht, dass das Restaurant aufgrund des Coronavirus geschlossen ist.
Seit Anfang November ist die Gastronomie in NRW geschlossen (Symbolbild). © Boris Roessler/dpa

In den jüngsten Bund-Länder-Beschlüssen wird die Gastronomie nur am Rande erwähnt. Der Präsident des Branchenverbandes Dehoga ist sauer.

Düsseldorf – In der Coronakrise hat Nordrhein-Westfalens Gastgewerbe nach eigenen Angaben „die Nase voll“ von der Politik. Der Bund-Länder-Beschluss zur weitgehenden Verlängerung des Lockdowns bis zum 7. März sei „inakzeptabel und eine klatschende Ohrfeige“ für seine Branche, erklärte Bernd Niemeier, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Nordrhein-Westfalen, am Donnerstag in Neuss. Der politische Beschluss sieht vor, dass Friseursalons ab dem 1. März wieder aufmachen können. Die seit Anfang November geschlossene Gastronomie ist nur nachrangig erwähnt - man wolle unter anderem für diese Branche „an der Entwicklung nächster Schritte“ arbeiten.

Aus Sicht von Niemeier ist das eine „Phrase“. Er betont, dass seine Branche umfangreiche und erfolgreiche Hygienekonzepte eingeführt habe. „Unsere Konzepte haben mindestens genauso gut funktioniert wie die im Einzelhandel“, sagt der Branchenvertreter. „Warum hier einseitig über Öffnungen nachgedacht wird, verstehen wir nicht.“

Corona in NRW: Dehoga pocht auf stufenweise Öffnung der Gastronomie

In dem Bund-Länder-Beschluss wird dem Einzelhandel in Aussicht gestellt, ab einem Wert von 35 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen öffnen zu können. Für Restaurants und Cafés gilt so eine Öffnungsperspektive dem Papier zufolge nicht - auch das sorgt für Missmut beim Branchenvertreter Niemeier.

Der Dehoga pocht darauf, dass sein Vorschlag zur Wiedereröffnung weiterhin angemessen und richtig wäre. Der Verband will seine Branche schrittweise ab einer Wocheninzidenz von 75 öffnen. Der erste Schritt, die Freigabe von Außenbereichen, wäre damit nach Vorstellungen der Dehoga schon jetzt fällig. Der Bund-Länder-Beschluss macht allerdings deutlich, dass dieser Vorschlag derzeit Wunschdenken ist. (dpa/lnw)

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