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Hausarzt statt Impfzentrum: Nachfrage nach Terminen für über 70-Jährige in Zentren geringer als erwartet

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Ein Mann wird im Impfzentrum in Essen mit Biontech/Pfizer gegen das Coronavirus geimpft.
Mehr Menschen wollen sich beim Hausarzt impfen lassen (Symbolbild). © Rolf Vennenbernd/dpa

Da immer mehr in Hausarztpraxen geimpft wird, ist die Nachfrage nach Terminen in den Impfzentren geringer als erwartet.

Düsseldorf/Köln – Eine zunehmende Zahl von Menschen will sich offenbar lieber vom Hausarzt als im Impfzentrum impfen lassen. Das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium teilte am Montag mit, aufgrund des zunehmenden Impfgeschehens in den Arztpraxen sei die Nachfrage der über 70-Jährigen nach Impfterminen in Impfzentren teilweise geringer als erwartet. Mitunter würden vereinbarte Termine in den Impfzentren nicht wahrgenommen.

Deshalb seien die Impfzentren gebeten worden, Überbuchungen von zehn Prozent zuzulassen. Für den Fall, dass sich aus den Überbuchungen ein Mehrbedarf ergeben sollte, wurde den Impfzentren eine Reserve an Moderna-Impfstoff zugeteilt. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef-Laumann hält derweil eine Aufhebung der Impfreihenfolge in Nordrhein-Westfalen Anfang Juni für möglich.

Corona in NRW: Ein Prozent nimmt vereinbarten Termin nicht wahr

Der Leiter des Kölner Gesundheitsamtes, Johannes Nießen, sagte der Deutschen Presse-Agentur, knapp ein Prozent derjenigen, die einen Termin gemacht hätten, kämen derzeit nicht. „Was uns aber noch mehr Sorgen bereitet, ist, dass wir mehr Ü-70-Jährige haben als Meldungen. Wir setzen dann pro Tag zum Beispiel 2500 Biontech-Impfungen an, aber es gehen nur 1000 oder 1500 Meldungen ein – aber der Biontech-Impfstoff kommt trotzdem.“ Der Rücklauf sei also nicht so hoch wie erwartet. „Entweder es gibt da eine gewisse Impfmüdigkeit oder man hofft auf den Hausarzt.“

Corona in NRW: Köln verteilt Restimpfungen an Lehrer

Die Stadt reagiere darauf, indem sie andere Gruppen ein Angebot aus den überschüssigen Restimpfdosen mache, derzeit zum Beispiel Lehrer an weiterführenden Schulen in Köln. „Die sind richtig happy“, sagte Nießen. Mittlerweile ist auch Kölns OB Henriette Reker geimpft. Sie bekam nach Angaben der Stadt eine Rest-Impfdosis von Moderna.

Woanders ist das Phänomen so noch nicht zu beobachten. Im Impfzentrum des Oberbergischen Kreises ist die Auslastung nach wie vor hoch. Mit 1400 bis 1500 Impfungen pro Tag habe man gut zu tun, sagte ein Sprecher. Ein ähnliches Bild ergibt sich für den Hochsauerlandkreis. „Es gibt relativ wenige Terminabsagen, toi toi toi“, sagt ein Sprecher. (dpa)

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