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Corona: „Wir machen schön, nicht krank“ – 120 Friseure gehen in Solingen gegen Schließungen auf die Straße

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Von: Stefanie Knupp

 Eine Friseurin hält ein Schild mit der Aufschrift „Schaffen wir das??? Steuerzahlende Friseure in Not!“.

Aus Protest gegen die Corona-Schließungen haben sich in Solingen Friseure zusammengefunden und schnelle staatliche Hilfen gefordert. © Federico Gambarini/dpa

Friseursalons sind in NRW seit Wochen geschlossen, viele stehen vor der Schließung. In Solingen haben sich Friseurinnen und Friseure zu einer Demonstration versammelt.

Solingen – Die Friseurbranche steckt in einer tiefen Krise. Salons sind seit Wochen geschlossen, die Einnahmen fehlen. In Solingen haben sich am Freitag etwa 120 Friseurinnen und Friseure auf dem Neumarkt zu einer Demonstration versammelt. Sie protestierten gegen die Schließungen und für schnelle staatliche Hilfen.

 „Der Staat hat unserer Branche kaum geholfen und lässt uns nun im Ungewissen, wann wir endlich wieder aufmachen können“, sagte die Friseurmeisterin Melanie Tillert am Freitag. Die 39-Jährige hat in der Stadt einen Friseursalon samt Fußpflege-Bereich. „Es geht um unsere Existenzen“, sagte sie.

Ein Grabstein und eine Kerze warnen in Solingen vor dem Sterben der Friseurläden.

Ein Grabstein und eine Kerze warnen in Solingen vor dem Sterben der Friseurläden. © Federico Gambarini/dpa

Corona: Friseure tragen auf Demo schwarz als Zeichen der Trauer

Seit Mitte Dezember sind alle Friseursalons in Deutschland als Coronamaßnahme geschlossen. „Wir hoffen, dass wir Mitte Februar wieder aufmachen können - damit wir wieder unserer Rechnungen bezahlen können und auf niemanden angewiesen sind“, sagte Tillert. Im Gesamtjahr 2020 habe ihr Geschäft einen Umsatzeinbruch von etwa einem Drittel hinnehmen müssen. Von ihren acht Bedienplätzen konnte sie wegen Hygienemaßnahmen und Mindestabstand nach eigenen Angaben nur vier weiterführen.

Das Motto der Demo lautete „Wir machen schön, nicht krank“. Tillert trug ein schwarzes Kostüm, auf dem Slogans standen wie „Stoppt das Friseursterben“ oder „Ich liebe meinen Beruf“. Andere Demonstranten trugen ebenfalls schwarz als Zeichen der Trauer und der tiefen Besorgnis. „Schaffen wir das??? Steuerzahlende Friseure in Not“, stand etwa auf einem Transparent. (dpa)

Eine Frau hält ein Plakat mit dem Motto der Demo, „Wir machen schön, nicht krank“ in den Händen.

Eine Friseurin hält ein Plakat mit dem Motto der Demo, „Wir machen schön, nicht krank“ in den Händen. © IMAGO / Nordphoto

Corona: Tränenreiches Video einer Friseurin aus Dortmund geht viral

Ein verzweifelter Hilferuf einer Friseurin aus Dortmund löst bei Facebook-Usern derzeit große Emotionen aus. Ihr Unternehmen und das vieler anderer Friseure steht wegen Corona kurz vor dem Aus.

Über die dramatische Lage der Friseure berichtete nun auch der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks aus Köln. Mit der Aktion „Licht an, bevor es ganz aus geht“ kämpft der Verband nun für eine Wiedereröffnung ab dem 15. Februar 2021 und ruft alle Betriebsunternehmer dazu auf, vom 31. Januar bis zum 1. Februar 24 Stunden ein Licht im Salon anzumachen.

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