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Schülerin sitzt für Unterricht lieber draußen – aus Angst vor Corona

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Die Heinrich Heine-Realschule in Hagen.
Eine 13-Jährige möchte lieber draußen sitzen, als gemeinsam mit ihren Schülern im Klassenzimmer – aus Angst vor Corona. © Alex Talash/dpa

Ein Mädchen sitzt trotz Kälte lieber draußen als in der Schule – aus Angst vor Corona. Den gemeinsamen Unterricht mit ungeimpften Schülern verweigert sie.

Hagen – Die Temperaturen sind aktuell winterlich, wie sollte es auch anders sein, Anfang Januar. Doch einem Mädchen in Hagen scheint das nichts auszumachen: Trotz Kälte besteht sie seit Beginn der Woche auf Unterricht im Freien. Doch jetzt zeichnet sich ein Kompromiss ab.

Das sagte ein Sprecher der Bezirksregierung Arnsberg am Donnerstag auf dpa-Anfrage nach einem Austausch mit der Leitung der Heinrich-Heine-Realschule. Die 13-Jährige solle nun in einem separaten Raum innerhalb des Schulgebäudes online am Unterricht teilnehmen. Man habe durchaus auch Verständnis für die Sorgen des Kindes. Es handele sich um eine „gewisse Spagat-Situation“. Das Mädchen sei Risikopatientin.

Hagen: Schülerin (13) sitzt aus Angst vor Corona draußen und nimmt am Unterricht teil

Die Siebtklässlerin sei vorerkrankt und verweigere auch nach Dreifach-Impfung einen gemeinsamen Unterricht mit ungeimpften Schülern aus Angst vor einer Ansteckung verweigere, berichteten mehrere Mädchen. Sie wolle auch ein Zeichen setzen und für mehr Impfungen werben.

Die Schule hatte dem Mädchen Pult und Stuhl auf den Schulhof gestellt, wo es online am Unterricht teilnahm. Auf einem Foto ist zu sehen, wie die 13-Jährige mit einer dicken Mütze, einer warmen Jacke im Schulhof sitzt. Während der Pausen oder zum Aufwärmen nutzte die Schülerin einen freien Raum im Gebäude, wie ein Sprecher der Stadt Hagen schilderte.

Corona: Mädchen sitzt aus Angst vor Corona in Kälte statt in der Schule

Das Jugendamt habe aus Sorge um die Gesundheit eine Stellungnahme des schulpsychologischen Dienstes angeregt, damit der Schule eine Grundlage gegeben wird, Distanzunterricht zu ermöglichen, sagte Stadtsprecher Michael Kaub. Eine längerfristige Unterrichtung auf dem Schulhof werfe angesichts der Jahreszeit die Frage „nach dem Gesundheitsschutz und dem Kindeswohl“ auf. Man stehe in Kontakt mit der Familie, die sich kooperationsbereit zeige. Die Realschule twitterte, die Schülerin sei „ein sehr reflektierter junger Mensch und möchte auf Missstände rund um die schulischen Corona-Maßnahmen hinweisen“. Im Netz schlug der Fall hohe Wellen.

Schule trotz Corona: Recht auf Schule auf „vernünftige Art“ umzusetzen

Der Sprecher der Bezirksregierung betonte, das Recht auf schulische Bildung sei auch in Pandemie-Zeiten auf „vertretbare, angemessene und vernünftige Art und Weise“ umzusetzen. „Man wird das eng begleiten müssen – mit Sorgfalt, Verständnis, aber auch Konsequenz“, erläuterte Christoph Söbbeler.

Die Landesschülervertretung NRW kann den Protest des Mädchens gut nachvollziehen. „Es ist aber zugleich ein Armutszeugnis, dass es eine solche Aktion braucht“, sagte Johanna Börgermann vom LSV-Vorstand. Angesichts der stark steigenden Infektionszahlen müsse es Wechselunterricht geben – und zudem endlich dafür gesorgt werden, dass Online-Unterricht auch zu Hause funktioniere. (dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren. (dp

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