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Corona-Selbsttests: NRW-Schulen sollen erste Lieferung erhalten – Landesregierung in der Kritik

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Schüler bei der Anwendung eines Corona-Selbstests.

Schüler bei der Anwendung eines Corona-Selbstests. © picture alliance/dpa | Matthias Balk

Tests sollen ein wichtiger Pfeiler in der Corona-Schutzstrategie werden. Für die Schüler kommt das allerdings erst langsam in Gang. Die Kritik an der Regierung ist groß.

Düsseldorf/NRW – Die weiterführenden Schulen in Nordrhein-Westfalen sollen ab diesem Dienstag die ersten von 1,8 Millionen Corona-Selbsttests erhalten, die bis zu den Osterferien vom Land bereitgestellt werden. Für die Schüler ist bis zum Beginn der Osterferien am 29. März zunächst allerdings nur ein einziger Corona-Selbsttest pro Kopf vorgesehen. Das hatte das Schulministerium in Düsseldorf am Montag mitgeteilt. Das schulische Personal soll demnach die Durchführung der freiwilligen Selbsttests beaufsichtigen. Trotz noch fehlender Tests wurden am Montag der nächste Öffnungsschritt für NRW-Schulen durchgeführt.

Corona-Selbsttests an NRW-Schulen: Vorgehen bei positivem Befund

„Die Selbsttests sollen nach Vorankündigung der Schule grundsätzlich bei Unterrichtsbeginn im Klassen- oder Kursverband durchgeführt werden“, erläuterte Schul-Staatssekretär Mathias Richter in einer Schul-Mail. Auf saubere Hände und gelüftete Räume sei dabei besonders zu achten. Bei einem positiven Schnelltest solle die Schulleitung die Eltern beziehungsweise Ausbildungsbetriebe oder sozialpädagogischen Einrichtungen informieren und entscheiden, ob der betroffene Schüler nach Hause geschickt oder aus der Schule abgeholt werden muss. Busse und Bahnen sollen für die Heimfahrt keinesfalls genutzt werden. In Bergisch Gladbach wurden die ersten Corona-Selbsttests am Montag offenbar bereits gut angenommen.

NRW-Schulen: Viel Kritik an Landesregierung nach Öffnung ohne Selbsttests – Teststrategie fehlt

Die weitere Schulöffnung in der dritten Corona-Welle ohne die angekündigten Selbsttests für Schüler vom ersten Tag an sorgte für heftige Kritik. Die Gewerkschaft GEW wirft der NRW-Landesregierung vor, ihre Hausaufgaben nicht gemacht zu haben. Auch die SPD-Opposition sieht Versäumnisse. Die Landeselternschaft der Gymnasien fordert Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) auf, das Schulthema wegen einer offenbar nicht gut funktionieren Zusammenarbeit der Ministerien für Schulen und Gesundheit zur Chefsache zu machen. Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) betonte, die Schulen würden vorrangig mit Tests versorgt und bekämen so noch mehr Sicherheit für den Unterricht.

Der Lehrerverband VBE sprach von einem weiteren Stresstest für die Schulen. „Es ist zu begrüßen, dass den Schulen Selbsttests zur Verfügung gestellt werden, doch jetzt müssen sie wieder einmal sehr kurzfristig neue Vorgaben umsetzen“, erklärte VBE-Landeschef Stefan Behlau. Neben den laufenden Wechselmodellen gelte es nun, die Testangebote zu organisieren, Eltern und Schüler zu informieren und Testungen durchzuführen. „Das Improvisationstalent der Schulen ist einmal mehr gefragt.“ Nach den Osterferien sollte eine Teststrategie vorliegen, „die den Namen auch verdient“. Eine Testmöglichkeit pro Woche für die Schüler könne nur einen „Testlauf“ darstellen. (dpa)

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