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Corona-Warn-App bekommt Check-in-Funktion und digitalen Impfpass – es gibt aber ein Problem

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Corona-Warn-App der Bundesregierung
Die Corona-Warnapp soll im April eine neue Funktion erhalten und die Ergebnisse von Corona-Schnelltests anzeigen. © Fleig/Eibner-Pressefoto/Imago Images

Die Corana-Warn-App bekommt neuen Funktionen. Kontaktnachverfolgung soll dank Check-in-Funktion erleichtert werden.

Berlin – Die offizielle Corona-Warn-App des Bundes wird mit neuen Funktionen zur Pandemiebekämpfung ausgestattet. So wird die neueste Version 2.0 der Smartphone-App, die spätestens am Mittwoch zum Download bereit stehen soll, um eine Check-in-Funktion erweitert. Damit sollen vor allem risikoreiche Begegnungen von Menschen in Innenräumen besser erfasst werden.

In künftigen Versionen soll – noch vor Beginn der Sommerferien – auch ein digitales Impfzertifikat angezeigt werden können. Anwender könnten damit nachweisen, dass sie vollständig geimpft worden sind. Aktuell kommen die Impfungen gegen das Coronavirus in NRW gut voran. 17 Prozent der Bevölkerung haben eine Erstimpfung erhalten. Außerdem sollen in der App die Ergebnisse von Schnelltests angezeigt werden können.

Laut NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) gibt es in Nordrhein-Westfalen rund 6.000 Schnellteststationen, bundesweit gesehen ist damit fast jede zweite Schnellteststation in Nordrhein-Westfalen..

Corona-Warn-App bekommt Check-in-Funktion: Warnung für Innenräume ist nötig

Mit der neuen Check-in-Funktion in Version 2.0 reagieren die App-Macher auf neue Erkenntnisse: Bislang registriert die App nur Personen, die sich für längere Zeit in einem Abstand von zwei Metern oder weniger befunden haben, als Risikokontakte. Untersuchungen hatten aber ergeben, dass dies nicht ausreicht.

In geschlossenen Räumen wie Geschäften, Gaststätten oder Gotteshäusern verbreiten sich die Aerosole auch über größere Entfernungen hinweg. Außerdem sind Luftpartikel, die von Infizierten ausgeatmet wurden, auch dann noch eine Zeit lang in einer gefährlichen Konzentration vorhanden, wenn die Person bereits den Raum verlassen hat.

Die Corona-Warn-App: ein „zahnloser Tiger“?

Obwohl die deutsche Corona-Warn-App mit 27 Millionen Downloads die erfolgreichste Anwendung zur digitalen Kontaktverfolgung in Europa ist, wird die Wirksamkeit der App immer wieder in Frage gestellt. So hatte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die App im Oktober als „zahnloser Tiger“ bezeichnet.

Das wird aber durch aktuelle Zahlen aus Kreisen der Bundesregierung widerlegt. Allein in den vergangenen vier Wochen hätten demnach 79 000 Anwender ihre Kontakte über ein positives Testergebnis gewarnt. Eine Positivmeldung löse im Durchschnitt Warnungen an sechs andere Personen aus. Vier von fünf Menschen, die eine rote Warnmeldung in der App erhalten, absolvieren daraufhin einen Test. Bei sieben Prozent werde eine Corona-Infektion positiv nachgewiesen.

Berücksichtigt man diese Zahlen, so wurden durch die App vermutlich insgesamt rund 2,5 Millionen Menschen vor einer risikoreichen Begegnung mit anderen gewarnt und letztlich 140 000 Covid-19-Infektionen erkannt.

Check-In-Funktion für Corona-Warn-App erfasst Daten anonym: Warum das ein Problem ist

Die Anwender können durch das Einscannen eines QR-Codes einchecken, ähnlich wie bei der privaten Luca-App. Dabei werden Ort der Veranstaltung, die zeitliche Dauer sowie der Event-Typ erfasst, nicht aber Namen und Telefonnummern der Besucher.

Im Gegensatz zur Luca-App oder vergleichbaren Check-in-Anwendungen privater Anbieter wie darfichrein.de, Recover oder eGuest werden die Kontakte in der Corona-Warn-App nur anonymisiert registriert. Dieses Verfahren hatten Google und Apple vorgeschrieben, wenn man ihre Bluetooth-Schnittstellen für die Kontaktermittlung nutzen möchte. Mögliche Warnungen über gefährliche Begegnungen laufen direkt als rote oder grüne Warnung über das System der App selbst.

Solange aber die Infektionsschutzverordnungen der Bundesländer die Erfassung der persönlichen Daten vorschreiben, kann die Corona-Warn-App des Bundes diese Aufgabe nicht übernehmen. Auch die Modellkommunen in NRW, die Öffnungen trotz Corona testen wollen, wollen deshalb zur Kontaktenachverfolgung auf die Luca-App setzen. Aufgrund zu hoher Inzidenzen können die Modellprojekte in NRW aber nicht wie geplant starten.

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