Heft zur Dokumentation

Coronaimpfung in NRW: Impfpass verloren – was muss ich beachten?

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Alle Impfungen, also auch die gegen das Coronavirus, werden im Impfpass vermerkt (Symbolbild).
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Wenn man seinen Impfpass verloren hat, wirft das schnell einige Fragen auf. Kann ich mich trotzdem gegen das Coronavirus impfen lassen?

Köln – Immer mehr Menschen werden in NRW gegen das Coronavirus geimpft. Und bei jeder dieser Impfungen erfolgt eine Eintragung im entsprechenden Impfausweis. Diese gilt gleichzeitig als Nachweis für die Corona-Impfung. Das ist aktuell besonders wichtig, weil vollständig geimpfte Menschen mit genesenen und getesteten gleichgesetzt wurden, und somit seit Anfang Mai von einigen Lockerungen profitieren. Doch was passiert, wenn man seinen Impfausweis nicht mehr finden kann oder gar verloren hat? Keine Panik, eine Schutzimpfung gegen das Coronavirus ist dennoch möglich.

Corona in NRW: Kann ich mich ohne Impfpass gegen das Coronavirus impfen lassen?

Grundsätzlich erhält jedes neugeborene Kind in Deutschland automatisch einen Impfausweis ausgestellt. Dabei handelt es sich um ein kleines gelbes Heft, in dem alle Impfungen dokumentiert werden. Dazu gehören beispielsweise Impfungen gegen Masern, Mumps und Röteln, aber auch gegen Diphtherie oder Tetanus. Dieser Impfpass ist international anerkannt und soll, zum Beispiel bei Einreisen in Länder mit bestimmten Impfpflichten, auch von einheimischen Ärzten sofort ausgewertet werden können.

Somit ist der Impfausweis ein wichtiges Dokument, aber gleichzeitig auch eines, das viele Menschen nur in seltenen Fällen benötigen. Doch gerade im Kampf gegen die Corona-Pandemie und der dazugehörigen Impfkampagne, wird der Impfausweis in Deutschland so wichtig, wie schon lange nicht mehr. Doch was kann man tun, wenn man endlich einen Impftermin bekommen hat, dann aber plötzlich feststellt, dass man seinen Impfausweis nirgendwo finden kann? Keine Sorge – im optimalen Fall hat man seinen Impfpass bei der Impfung zwar direkt dabei, aber auch ohne entsprechendes Dokument erhält man seine Corona-Impfung. „Personen ohne Impfpass können eine Ersatzbescheinigung zur Dokumentation der durchgeführten COVID-19-Schutzimpfung erhalten“, erklärt die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO) auf ihrer Website.

Corona in NRW: Wo bekomme ich einen neuen Impfpass?

Wer seinen Impfpass auch im Nachhinein nicht findet, kann sich beim Hausarzt einen neuen ausstellen lassen. Seit 2016 übernehmen die Krankenkassen die Kosten dafür. Dort wird dann auch die Impfung gegen das Coronavirus anhand der ausgehändigten Ersatzbescheinigung nachgetragen. Apropos nachtragen: Beim Hausarzt können auch in der Vergangenheit erhaltene Impfungen im neu ausgestellten Impfausweis nachgetragen werden. Die entsprechenden Informationen sollten in den meisten Fällen aus den ärztlichen Unterlagen, die Ärzte für mindestens zehn Jahre aufbewahren müssen, hervorgehen.

Etwas problematischer wird der Fall, wenn frühere, vor allem notwendige Impfungen, nicht mehr nachvollziehbar sind. Denn dann sollten entsprechende Impfungen nachgeholt werden, wie auch die STIKO (Ständige Impfkommission) des Robert-Koch-Instituts (RKI) rät. „Diese Empfehlung dient dazu, betroffene Personen möglichst sicher vor einer Infektion zu schützen“, heißt es dort. Einfaches Beteuern, eine bestimmte Impfung bereits erhalten zu haben, reicht nicht aus. Aber keine Sorge: Eine „doppelte“ Impfung ist laut Experten kein Problem und bis auf ein paar mögliche Impfreaktionen medizinisch unbedenklich.

Lösung für die Zukunft? Bald kommt der digitale Impfpass

Übrigens: Schon bald soll ergänzend zum analogen Impfpass, also dem gelben Heft, auch ein digitaler Impfnachweis zur Verfügung stehen. Laut Bundesgesundheitsministerium könnte das schon zum „Ende des zweiten Quartals“, also Ende Juni, passieren. Diese digitale Lösung funktioniert über das Einscannen eines Barcodes mit dem Smartphone. Die entsprechende Impfung wird dann in einer App gespeichert. Allerdings ist dieses Angebot freiwillig, wie das Ministerium betont.

„Der digitale Impfnachweis ist lediglich ein freiwilliges und ergänzendes Angebot. Wenn Geimpfte kein Smartphone besitzen oder dieses verloren haben, ist der Impfnachweis über das bekannte ‚gelbe Heft‘ selbstverständlich weiterhin möglich und gültig“, heißt es auf der Website. (bs)

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