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Corona-Lockerungen in den Niederlanden: „Absurd viele Deutsche“

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Von: Benjamin Stroka

das Restaurant Prins Hendrik in Venlo , die Menschen in Venlo schlendern durch die Sonne.
Bereits seit dem 28. April haben die Außengastronomie und viele Cafés in den Niederlanden wieder geöffnet. © IMAGO / Reichwein

In den Niederlanden wurden am 28. April die Corona-Regeln gelockert. Das führte in vielen grenznahen Städten zu einem regelrechten Ansturm am vergangenen Wochenende.

Venlo – Die niederländische Stadt Venlo, direkt an der Grenze zu NRW, war schon vor der Corona-Pandemie ein beliebtes Ziel für viele Deutsche. Egal, ob Einkaufen, Essengehen oder einfach durch die Innenstadt bummeln – Tagestouristen nahmen besonders aus NRW die kurze Anreise gerne in Kauf. Doch am vergangenen Wochenende war die Stadt derart überfüllt, dass Venlo kurzerhand die Innenstadt sperren musste.

Coronavirus: Reisende aus NRW nutzen Lockerungen in den Niederlanden

Denn in den Niederlanden traten am 28. April einige Lockerungen der Corona-Maßnahmen in Kraft. Und das, obwohl die Inzidenzzahlen im Land weiterhin hoch sind (280,5 am 3. Mai). So wurde die nächtliche Ausgangssperre abgeschafft, Gastronomie darf im Außenbereich unter bestimmten Einschränkungen wieder öffnen und Geschäfte dürfen Kunden ohne Termine empfangen. Das lockte am ersten Maiwochenende auch viele Deutsche in die Niederlande und besonders nach Venlo. Extrem wurde die Situation am Sonntag. Da wurde es in der Innenstadt so voll, dass die Abstandsregeln nicht mehr eingehalten werden konnten.

Vor den Geschäften bildeten sich lange Schlangen, vor den Parkhäusern größere Staus. Die Stadtverwaltung reagierte um 14 Uhr auf die Menschenmassen und sperrte die Innenstadt. Parkhäuser wurden geschlossen und erlaubten nur noch die Ausfahrt von Autos. Wer jetzt noch in die Innenstadt wollte, wurde wieder zurückgewiesen. „Kommen Sie nicht mehr in das Zentrum von Venlo“, verkündete die Stadt.

Corona in NRW: Nur sporadische Grenzkontrollen zu den Niederlanden

Auch in anderen grenznahen Städten wie Roermond, Maastricht oder Enschede war es am Wochenende sehr voll. Im beliebten Outlet-Center in Roermond kam es teilweise zu Wartezeiten von mehr als einer Stunde vor den einzelnen Geschäften. „Es sind absurd viele Deutsche. Und wir selbst dürfen fast nichts. Ich finde es wirklich schade, dass an der Grenze nicht stärker kontrolliert wird“, klagte eine Niederländerin gegenüber dem WDR.

Die Niederlande werden vom Auswärtigen Amt in Deutschland als „Hochinzidenzgebiet“ eingestuft. Von Reisen wird abgeraten. Auch die Niederlande stufen Deutschland als Corona-Risikogebiet ein. Wer ohne triftigen Grund oder beispielsweise als Pendler ins Nachbarland einreist, muss sich dort für zehn Tage in Quarantäne begeben. Allerdings sind die Grenzen geöffnet und Kontrollen finden nur stichprobenartig statt. Zudem mussten Rückkehrer am Wochenende laut mehrerer Medienberichte keinen negativen Corona-Test vorweisen, obwohl der eigentlich verpflichtend ist. Im Hinblick auf die bevorstehenden Feiertage wie Christi Himmelfahrt, Fronleichnam und Pfingsten könnte das erste Maiwochenende aber nur ein Vorgeschmack gewesen sein. (bs)

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