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Corona in NRW: Armin Laschet warnt vor dritter Welle – und mahnt „vorschnelle Öffnungen wird es nicht geben“

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Von: Oliver Schmitz

Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, spricht im Plenum des Landtages. Laschet unterrichtet den Landtag über die aktuellen Corona-Maßnahmen.
Armin Laschet sprach am Mittwoch im Landtag über die aktuellen Corona-Maßnahmen. © Federico Gambarini/picture alliance/dpa

Armin Laschet hat sich am Mittwoch im Landtag über die Corona-Maßnahmen NRW-Landesregierung geäußert. Der Ministerpräsident sprach dabei eine Warnung aus.

Düsseldorf – „Wir müssen unbedingt verhindern, dass es zu einer dritten Welle kommt“, warnte Ministerpräsident Armin Laschet auf Forderungen nach einem Ende des Lockdowns. Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen informierte in einer Sitzung des Landtags in Düsseldorf über die aktuellen Corona-Maßnahmen in NRW.

Armin Laschet zur Corona-Lage in NRW: Warnung vor dritter Welle – Lockdown-Ende nicht in Sicht

Weiter sagte Laschet im Plenum, dass bereits die zweite Corona-Welle deutlich heftiger gewesen sei als die erste. So gab es deutlich mehr Infektionen, mehr schweren Verläufe und vor allem deutlich mehr Todesfälle. Deshalb erteilte der neue Bundesvorsitzende der CDU einem baldigen oder gar frühzeitigen Lockdown-Ende auch eine klare Absage: „Vorschnelle Öffnungen, die das Erreichte gefährden könnten, wird es nicht geben“,

Denn eine dritte Welle, getrieben von einem mutierten, hochansteckenden Virus, „wird uns noch heftiger treffen“. Eine langzeitige Planung sei derweil auch nicht sinnvoll. So gäbe es einfach zu viele Unsicherheiten im Zusammenhang mit den neu auftretenden Virus-Mutationen und den Lieferschwierigkeiten bei den Impfstoffen.

Coronavirus in NRW: Armin Laschet spricht Bevölkerung für „Jahrhundertkatastrophe“ Mut zu

„Der Kampf gegen das Virus ist kein Sprint, er ist ein Marathon“, sagte Laschet mit Hinblick auf die Bitte an die Bevölkerung „in der wohl kritischsten Phase der Pandemie“ den Kampf gegen das Coronavirus nicht aufzugeben. „Wir haben mehr als die Hälfte hinter uns – aber wir alle wissen, dass die letzten Kilometer die härtesten sind“, sagte der Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens im Bezug auf den aktuellen Corona-Lockdown.

Die aktuelle Phase gilt es durchzuhalten, damit man das Geschehen in ein paar Wochen neu bewerten könne. „Die Corona-Pandemie ist eine Jahrhundertkatastrophe, eine Belastungsprobe historischen Ausmaßes – das müssen wir uns immer wieder bewusstmachen“, sagt Laschet. So oder so werden die Corona-Pandemie für viele Familien in NRW für immer ein tiefer Einschnitt bleiben, erklärte der CDU-Politiker angesichts der über 10.000 Todesfälle in NRW.

Coronavirus in NRW: Armin Laschet nennt Impfzahlen und verteidigt

Im Anschluss gab Armin Laschet die aktuellen Zahlen zu den Corona-Impfungen bekannt. So haben 347.177 Menschen in NRW eine erste Impfung erhalten, insgesamt konnten derweil 447.121 Impfungen durchgeführt werden. Ab dem 8. Februar sollen dann laut Laschet landesweit 70.000 Menschen pro Woche geimpft werden können.

Den mehr als holprigen Impfstart in Nordrhein-Westfalen verteidigte Laschet derweil mit einem Vergleich zu anderen Bundesländern. Denn im Gegensatz zu diesen habe man alle Menschen ab 80 Jahren per Brief angeschrieben und über die Terminvergabe informiert. „Es ist doch lebensfremd zu glauben, dass das gut geht, wenn alle gleichzeitig zum Hörer greifen“, sagte der Ministerpräsident im Düsseldorfer Landtag.

Zusätzlich betonte er, dass trotz der Schwierigkeiten in den ersten beiden Tagen jeweils zwei Impftermine an rund 275.000 Impfwillige in NRW vergeben wurden. In den nächsten Tagen würden dann alle der rund eine Million Menschen ab 80, die sich impfen lassen wollen, einen Termin vereinbaren können. Jenseits aller Parteipolitik müsse laut Laschet doch anerkannt werden, „dass das ein gigantischer Vorgang ist, eine Million Menschen zu impfen und mit Terminen zu versorgen“. Abschließend bedankt er sich nochmal ausdrücklich bei Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann „für diesen großen Job“.

Corona-Lage in NRW: SPD kritisiert Landesregierung für verpatzten Impfstart

Etwas anders sah die Situation derweil die SPD. So warf Landtagsfraktionschef Thomas Kutschaty der Landesregierung vor, bei den Menschen zuvor falsche Hoffnungen geweckt zu haben. Denn in Deutschland impft kaum ein Bundesland noch langsamer als Nordrhein-Westfalen, sagte Kutschaty am Mittwoch im Düsseldorfer Landtag. Dass Rheinland-Pfalz oder Mecklenburg-Vorpommern dreimal so schnell vorankämen zeige, „dass andere Bundesländer besser auf das Impfen vorbereitet waren als unser Land“. Letztlich habe der Start der Vergabe der Impftermine für Personen ab 80 Jahren am Montag für viele Menschen mit „Frust und Enttäuschung“ begonnen und „wenn wir hier das Vertrauen der Menschen zerstören, hat das gravierende Folgen,“ sagte der SPD-Politiker.

Gesundheitsminister Laumann warf Kutschaty hingegen „Realitätsverlust“ vor, wenn dieser tatsächlich glaube, dass der Impfstart gut verlaufen wäre. „Die Terminvereinbarung ist zu einem Lotteriespiel geworden“, kritisierte Kutschaty. Doch bei all der Kritik gab es auch Lob von der SPD. Seine Partei trage die aktuellen Maßnahmen der Landesregierung aber grundsätzlich mit, betonte Kutschaty. „Das Virus kennt keine Landesgrenzen. Wenn wir es besiegen wollen, dann nur gemeinsam.“ Allerdings erwarte er von der Landesregierung etwas mehr Weitblick: „Man kann nicht immer nur auf Sicht fahren. Wir brauchen jetzt einen einen gescheiten Plan.“ (os mit dpa)

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